Aktien Frankfurt: Gewinne - Leichter Ölpreisrückgang treibt die Kurse
Bei etwas sinkenden Ölpreisen hat der deutsche
Aktienmarkt am Freitag wieder zugelegt. Der Leitindex Dax
stieg bis zum Mittag um 0,8 Prozent auf 25.470
Punkte. Damit würde es das Börsenbarometer auf Wochensicht zurück
ins Plus schaffen, nachdem es zwischenzeitlich auf das Niveau von
Ende Juli gefallen war. Der MDax der mittelgroßen
Unternehmen gewann 1,2 Prozent auf 31.141 Zähler.
Stark gestiegene Ölpreise und der damit verbundene Anstieg der
Anleiherenditen hatten bei den Anlegern nach dem Dax-Rekord Ende
August zuletzt für Mollstimmung gesorgt. Beim Thema Öl nun gab es
nach dem deutlichen Anstieg seit Mittwoch eine leichte Entspannung,
denn es kam wieder Hoffnung auf eine diplomatische Lösung im
Iran-Krieg auf.
Der Iran hat den USA nach Medienberichten einen neuen Vorschlag zur
Wiederaufnahme der Verhandlungen über ein mögliches Ende des Krieges
vorgelegt. Über Vermittler sei der US-Regierung ein Plan vorgelegt
worden, wonach die Straße von Hormus nach sieben Tagen wieder
geöffnet werden könne, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt seien,
sagte der iranische Außenminister Abbas Araghtschi laut der "New
York Times" und der "Financial Times" am Rande der UN-Woche in New
York. Auf Nachfrage zu dem angeblichen Verhandlungsangebot der
Iraner hieß es aus dem Weißen Haus: "Wir führen über die Vermittler
positive und konstruktive Gespräche."
Jochen Stanzl, Chefmarktanalyst der Consorsbank, schrieb: "Wir sehen
heute, dass die Anleihen sich etwas stabilisieren, weil die Ölpreise
zurückkommen. Das ist aber nur eine Momentaufnahme, die sich schnell
wieder ändern kann." Für den Dax bleibe es bei einer Stabilisierung.
Die Abwertung des Euro gegenüber dem US-Dollar um gut
zweieinhalb Cent in zweieinhalb Wochen hilft dem deutschen Export
Stanzl zufolge eigentlich auf die Sprünge. Auch die deutschen
Konjunkturprognosen hellten sich auf. Der deutsche Leitindex sei im
Vergleich zu den großen Aktienindizes an der Wall Street aber
trotzdem abgeschlagen.
Unter den Einzelwerten richtete sich der Fokus auf Hellofresh
. Der Kochboxenversender kommt nicht aus der Krise.
Nach einem erwarteten kräftigen Umsatzrückgang und enttäuschender
Entwicklung des operativen Gewinns im dritten Quartal senkte das
Unternehmen die Prognosen für das laufende Jahr. Die Aktien sackten
auf ein weiteres Rekordtief und waren zuletzt mit einem Minus von
fast neun Prozent das klare Schlusslicht im Nebenwerteindex SDax
.
Im Dax gewannen die Papiere von Adidas gut zwei
Prozent. Der Sportartikelhersteller sei in einem gemischten
Branchenumfeld gut unterwegs, schrieb Analyst Piral Dadhania von der
kanadischen Bank RBC nach dem Besuch eines Innovationstages des
Unternehmens. Adidas gewinne Marktanteile und setze seine Strategie
zielgerichtet um.
Auch die als konjunktursensibel geltenden Bankaktien waren gefragt.
So stiegen die Titel der Deutschen Bank um zwei
Prozent und die der Commerzbank um fast drei Prozent.
Sollte sich die Situation im Nahen Osten tatsächlich nachhaltig
entspannen, würde dies die Ölpreise deutlich sinken lassen und damit
der Weltwirtschaft einen Schub geben. Banken könnten davon über eine
höhere Kreditnachfrage oder eine geringere Risikovorsorge
profitieren, so die Hoffnung.
Der Flugzeugbauer Airbus kämpft mit einem
Qualitätsproblem beim Kassenschlager A321neo. Nach Angaben eines
Sprechers hat der Konzern bei einigen Jets an den Längsversteifungen
im vorderen unteren Bereich des Rumpfes "Abweichungen" beim
Oberflächenschutz festgestellt. Es handele sich jedoch nicht um ein
Sicherheitsproblem. Airbus habe bereits eine Lösung entwickelt. Die
Anteilsscheine von Airbus verloren 1,5 Prozent./la/stk