Aktien New York: Indizes erholt von Tagestiefs - Hoffnung auf Nahost-Gespräche
Die US-Aktienmärkte haben sich am Donnerstag
aufgrund neuer Hoffnungen auf eine Lösung des Nahost-Konflikts von
ihren anfänglichen Verlusten etwas erholt. Der Dow Jones Industrial
halbierte seinen anfänglichen Verlust auf zuletzt
noch 0,4 Prozent auf 51.298 Punkte. Der marktbreite S&P 500
notierte zuletzt noch 0,1 Prozent tiefer bei 7.697
Zählern. Für den Nasdaq 100 ging es um 0,2 Prozent
auf 30.411 Punkte abwärts. Händler verwiesen auf einen Bericht der
Nachrichtenagentur Reuters, wonach die Kriegsparteien USA und Iran
in New York über einen schrittweisen Plan zur Wiedereröffnung der
Straße von Hormus sprächen. Im Gegenzug könnten die USA die
wirtschaftliche Blockade der Islamischen Republik aufheben, wie es
unter Berufung auf gesprächsnahe Kreise hieß.
Zuvor hatte es wenig Hoffnung auf eine Entspannung der Lage gegeben.
Die Warnung eines iranischen Vertreters, dass die geopolitische Lage
im Nahen Osten weiter eskalieren und auf noch mehr Regionen
übergreifen könnte, hatte die Ölpreise zunächst deutlich in die Höhe
getrieben und für steigende Anleiherenditen sowie Inflationsängste
gesorgt. Mittlerweile haben die Ölpreise ihre Gewinne etwas
verringert.
Unter den Einzelwerten standen erneut die Aktien von Meta
im Fokus. Sie setzten ihre jüngste Kursrally mit
einem Anstieg von knapp vier Prozent auf 772 Dollar fort und
erklommen den höchsten Stand seit mehr als einem Jahr. Zudem näherte
sich der Kurs dem Rekordhoch in Höhe von rund 796 Dollar aus dem
Sommer 2025. Allein im September zog der Börsenwert des
Facebook-Mutterkonzerns um rund 35 Prozent auf knapp zwei Billionen
Dollar zu.
Meta-Aktien profitierten zuletzt von einer erfolgreichen
Markteinführung ihres KI-Assistenten Muse, dem ein großes Potenzial
im Online-Handel eingeräumt wird. Auf einer Fachmesse gab das
Unternehmen zudem Partnerschaften, unter anderem mit Walmart
, Best Buy sowie Shopify
bekannt und kündigte eine neue Smart-Brille an. Einige
Analystenhäuser äußerten sich sehr positiv zu den Neuigkeiten und
erhöhten ihre Kursziele für Meta.
Die Aktien von Oracle sackten um 4,1 Prozent ab. Wie
die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf Insider
berichtet, unternimmt der Software- und Datenbankkonzern Schritte,
um sich vor hohen Kosten für ein riesiges Rechenzentrum zu schützen,
das derzeit in New Mexico errichtet wird. Das Projekt sei von
baulichen Widerständen und behördlichen Rückschlägen geprägt. Oracle
habe dem Projektentwickler eine Mitteilung unter Berufung auf
"höhere Gewalt" zugestellt, um damit gegebenenfalls Zahlungen
aufzuschieben, falls das Rechenzentrum nicht wie geplant im Jahr
2028 in Betrieb genommen werden könne.
Die Papiere von Dropbox gehörten mit minus 4,8
Prozent ebenfalls zu den klaren Verlierern. Sie wurden von der
Citigroup zum Verkauf empfohlen. Analyst Steven Enders glaubt, dass
die Aktie zu viel vorweggenommen habe, mit Blick auf die Chancen in
puncto KI-Strategie des Speicherplatzanbieters. Vor einigen Tagen
hatte der Kurs das höchste Niveau seit der Frühphase des Börsengangs
im Jahr 2018 erreicht.
Die Titel von MGM Resorts verbuchten einen
Kursrückgang von 11 Prozent. Der bislang mit einem Minderheitsanteil
beteiligte Medienkonzern People Inc hat seine Übernahmeofferte für
die restlichen Anteile an der Hotel- und Casinokette zurückgezogen.
Für die Anteilsscheine von Everpure ging es um 15
Prozent nach oben. Der Anbieter von Flash-Speichern und
Datenmanagement-Lösungen überzeugte die Anleger mit seinem
mittelfristigen Umsatzausblick./edh/zb