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Börse Stuttgart: KI-Bremsdebatte drückt Chipwerte - Rheinmetall und Equinor

Aktien Weekly 17.09.2026 | 14:30 Uhr Erstellt von: Richard Dittrich KI-Bremsdebatte erschüttert Chipwerte - Rheinmetall und Equinor liefern Starke Zahlen, schwaches Sentiment bei Siemens Energy, Rheinmetall und SAP KI-Debatte drückt den Kurs trotz Rückkauf Im dritten Geschaeftsquartal (April bis Juni) verbuchte Siemens Energy Auftraege ueber 17,9 Milliarden Euro. Der Umsatz stieg vergleichbar um 18,5 Prozent auf 11,4 Milliarden Euro. Der Auftragsbestand wuchs auf 162 Milliarden Euro. Auf Basis dieser Zahlen bestaetigte der Konzern Anfang August die angehobene Jahresprognose: 14 bis 16 Prozent vergleichbares Umsatzwachstum. Die Ergebnismarge vor Sondereffekten soll am oberen Ende der Spanne von 10 bis 12 Prozent liegen. Seit Maerz laeuft zudem ein Aktienrueckkaufprogramm von bis zu 2 Milliarden Euro, im Juni ergaenzt um eine zweite Tranche von bis zu 1 Milliarde Euro. Zusammen soll laut Reuters der Rueckkauf im Geschaeftsjahr 2026 ein Volumen von bis zu 3 Milliarden Euro erreichen - Teil eines insgesamt auf 6 Milliarden Euro angelegten Programms bis 2028. In der vergangenen Woche geriet die Aktie dennoch unter Druck: Der Kurs gab in der Woche bis zum 15. September deutlich nach, nachdem Anthropic-Chef Dario Amodei am 12. September ein langsameres Tempo bei der Entwicklung von Frontier-KI-Modellen gefordert hatte und Technologie- wie Energieinfrastrukturwerte in der Folge Abgaben verzeichneten. Siemens Energy profitiert zwar von der Nachfrage nach Gasturbinen und Netzinfrastruktur fuer Rechenzentren - ob sich der Investitionszyklus verlangsamt, ist allerdings offen. Aktuell notiert die Aktie bei 141,50 Euro (Boerse Stuttgart, 14:18 Uhr). Munitionsauftrag und britische Partnerschaft besiegelt Rheinmetall untermauerte in der vergangenen Woche mit einem Buendel neuer Auftraege und Partnerschaften seine internationale Expansionsstrategie. Am 14. September meldete der Duesseldorfer Ruestungskonzern einen Auftrag ueber 155mm-Artilleriemunition im niedrigen dreistelligen Millionen-Euro-Bereich von einem nicht genannten internationalen Kunden, gebucht im dritten Quartal 2026 mit Lieferung bis 2027. Am selben Tag legte Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius auf der Peene-Werft in Wolgast das dritte Flottendienstboot der Klasse 424 auf Kiel - Monate vor Plan. Zugleich kuendigte er laut Reuters an, die Beschaffung eines vierten Schiffs der Klasse einzuleiten; der Haushaltsentwurf gehe dafuer ans Parlament. In Grossbritannien formalisierten Rheinmetall UK und Mercedes-Benz UK am 16. September die Partnerschaft "Team Wolf" fuer das Land Mobility Programme der britischen Armee. Rheinmetalls Standort Telford (RBSL) wird dabei zum Vehicle Integration Centre. Das Programm zielt auf bis zu 50 Prozent britischen Wertschoepfungsanteil. Einen Tag spaeter enthuellte Team Wolf auf der DVD 2026 die Varianten Timber Wolf und Silver Wolf - neue Mitglieder der Wolf-Pack-Fahrzeugfamilie auf Basis des Mercedes-Benz G-Klasse-Chassis. In Kanada feierte Rheinmetall Canada das 40-jaehrige Bestehen mit dem Spatenstich fuer eine Erweiterung des Standorts Saint-Jean-sur-Richelieu um 7.060 Quadratmeter - davon 4.830 Quadratmeter Produktionsflaeche und 2.230 Quadratmeter Lagerflaeche. Grundlage der Expansionswelle sind die Ende Juli gemeldeten Quartalszahlen: 69 Prozent Umsatzwachstum auf 3,289 Milliarden Euro und ein Auftragsbestand von 80,4 Milliarden Euro. Das Unternehmen notiert aktuell bei 1.016,00 Euro (Boerse Stuttgart, 14:08 Uhr). Die laufende Produktionskapazitaetsausweitung und hohe Auftragsbestaende stehen dem weiterhin negativen operativen Cashflow im ersten Halbjahr gegenueber, der durch den Vorratsaufbau zur Liefersicherung belastet wurde. Zwei KI-Uebernahmen abgeschlossen, Gewinnprognose gesenkt SAP treibt den Umbau zum KI-gestuetzten Cloud-Konzern mit zwei abgeschlossenen Uebernahmen voran: Am 17. Juli 2026 schloss das Walldorfer Unternehmen den Kauf von Prior Labs ab, einem Freiburger Start-up fuer sogenannte Tabular Foundation Models, die auf strukturierte Geschaeftsdaten spezialisiert sind. SAP sagte laut eigener Mitteilung zu, ueber vier Jahre mehr als 1 Milliarde Euro in den Aufbau eines europaeischen KI-Forschungslabors zu investieren. Bereits am 6. Juli 2026 hatte SAP die Uebernahme der Data-Lakehouse-Plattform Dremio vollzogen. Die Kosten dieser Akquisitionen veranlassten das Management, die Gewinnprognose fuer 2026 zu kuerzen: Der non-IFRS-Betriebsgewinn werde durch den verwaessernden Effekt von Dremio und Prior Labs belastet, hiess es in der Quartalsmitteilung vom 23. Juli 2026. Die uebrigen Zielgroessen blieben unveraendert: Cloud-Umsatz von 25,8 bis 26,2 Milliarden Euro und ein freier Cashflow von rund 10 Milliarden Euro. Im zweiten Quartal wuchs der Cloud Backlog - ein Indikator fuer kuenftige Cloud-Einnahmen - um 27 Prozent auf 22,9 Milliarden Euro. Der Cloud-Umsatz stieg um 22 Prozent auf 6,3 Milliarden Euro. Der Gesamtumsatz legte um 9 Prozent auf 9,9 Milliarden Euro zu. CEO Christian Klein erklaerte im Earnings Call, KI und die SAP Business Data Cloud seien in mehr als 90 Prozent der 50 groessten Abschluesse des Quartals enthalten gewesen. Die Aktie notiert aktuell bei 185,24 Euro (Boerse Stuttgart, 12:55 Uhr). Die Softwarelizenz-Erloese sanken im Gegenzug um 32 Prozent - der Uebergang vom Lizenz- zum Abo-Modell drueckt weiter auf diesen Posten. Die meistgehandelten Inlandsaktien* Marketingname | WKN | Preisfeststellungen | Rang Siemens Energy AG | ENER6Y | 695 | 1 Rheinmetall AG | 703000 | 589 | 2 SAP SE | 716460 | 494 | 3 Infineon Technologies AG | 623100 | 466 | 4 Deutz AG | 630500 | 369 | 5 Deutsche Telekom AG | 555750 | 356 | 6 Vonovia SE | A1ML7J | 335 | 7 Allianz SE | 840400 | 307 | 8 Siemens AG | 723610 | 302 | 9 Hochtief AG | 607000 | 284 | 10 * gemessen an der Anzahl der Preisstellungen im Zeitraum vom 09.09.2026 bis zum 16.09.2026 an der Boerse Stuttgart NVIDIA wehrt sich gegen KI-Bremse - Equinor kauft zurueck, Soitec schwankt Huang kontert KI-Bremsforderung - Chip-Aktien erholen sich nach Selloff Anthropic-CEO Dario Amodei forderte am 12. September in seinem Essay "We Must Pace the Frontier", das Tempo bei der Entwicklung von Frontier-KI-Modellen zu drosseln. OpenAI-Chef Sam Altman und Elon Musk (xAI) schlossen sich der Forderung noch am selben Tag an. Am folgenden Montag reagierte der Markt: Die NVIDIA-Aktie schloss an der Nasdaq 3,4 Prozent schwaecher bei 210,96 Dollar. Der Philadelphia Semiconductor Index (SOX) fiel um 5,9 Prozent, laut NBC News der schlechteste Handelstag fuer den Chip-Sektor seit Juli. NVIDIA-CEO Jensen Huang widersprach. Am 15. September sagte er im CNBC-Interview: "Safety is an engineering problem. Testing is an engineering problem." Neue Regulierung oder Kartellrechtausnahmen fuer koordiniertes Pacing seien "completely unnecessary". Auf der Dreamforce-Konferenz in San Francisco stellte NVIDIA gemeinsam mit Salesforce das CRM-Reasoning-Modell Koa vor, das auf NVIDIAs Open-Weight-Modell Nemotron 3 Super basiert und in der Salesforce-Plattform Agentforce zum Einsatz kommen soll. Die NVIDIA-Aktie erholte sich am 15. und 16. September um insgesamt 1,4 Prozent auf 213,90 Dollar an der Nasdaq. Noch vor der Debatte, am 10. September, meldete NVIDIA eine Partnerschaft mit Palantir: Der Konzern integriert Palantirs Foundry- und AIP-Plattform mit den eigenen Nemotron-Modellen, um seine Lieferkette KI-gestuetzt zu steuern. NVIDIA setzt die eigene Technologie damit auch fuer interne Geschaeftsprozesse ein. Die Anfang September vereinbarte Uebernahme von Hugging Face fuer 12,93 Milliarden Dollar wartet weiterhin auf regulatorische Genehmigungen; ein Abschluss wird laut SEC-Filing in der ersten Jahreshaelfte 2027 erwartet. Im zweiten Geschaeftsquartal (Mai bis Juli) hatte NVIDIA einen Umsatz von 96,2 Milliarden Dollar gemeldet, ein Plus von 106 Prozent gegenueber dem Vorjahr. Die Aktie notiert aktuell bei 198,50 Euro (Boerse Stuttgart, 14:10 Uhr). Bereits am 14. September bekräftigte Bernstein-Analyst Stacy Rasgon sein Buy-Rating und ein Kursziel von 400 Dollar: Ein langsameres Entwicklungstempo bedeute nicht automatisch weniger Investitionen in Rechenkapazitaet. Rueckkauf verdoppelt, Produktionsziel angehoben Equinor setzt den auf dem Capital Markets Day im Juni angekuendigten Kurs beschleunigt um. Auf dem CMD in New York hatte der norwegische Energiekonzern das Aktienrueckkaufprogramm fuer 2026 von 1,5 auf 3 Milliarden Dollar verdoppelt. Zugleich hob das Management das Produktionsziel fuer den norwegischen Kontinentalschelf auf 1,35 Millionen Barrel Oelaequivalent pro Tag bis 2030 an - ein Aufschlag von 100.000 Barrel gegenueber dem bisherigen Plan, gestuetzt auf Tie-back-Projekte mit Break-even-Kosten unter 35 Dollar je Barrel laut Jefferies. Die Gesamtproduktion soll 2030 bei 2,3 Millionen Barrel pro Tag liegen, der kumulierte freie Cashflow im Zeitraum 2026 bis 2030 bei mehr als 40 Milliarden Dollar. In der Woche vom 7. bis 11. September kaufte Equinor im Rahmen der dritten Rueckkauf-Tranche 683.570 eigene Aktien an der Osloer Boerse zu einem Durchschnittspreis von 407 NOK je Stueck zurueck. Die Tranche belaueft sich insgesamt bislang auf rund 5 Millionen Aktien im Wert von 1,97 Milliarden NOK. Equinor begruendete die Strategie auf dem CMD mit der Einschaetzung, dass die Oel- und Gasnachfrage "higher for longer" bleibe. Ab 2027 plant Equinor jaehrliche Rueckkaeufe von 2 bis 4 Milliarden Dollar - abhaengig von einem Oelpreis zwischen 60 und 80 Dollar je Barrel und europaeischen Gaspreisen zwischen 7 und 11 Dollar je MMBtu. Die Quartalsdividende soll um mehr als 5 Prozent je Aktie pro Jahr steigen. Die Aktie notiert aktuell bei 37,16 Euro (Boerse Stuttgart, 14:05 Uhr). Als Risikofaktoren nennt der Konzern im CMD-Dokument Schwankungen des Oelpreises und der Gaspreise; eine Verschaerfung klimapolitischer Vorgaben koennte die Investitionsrenditen fossiler Projekte zusaetzlich druecken. Photonics-Boom treibt Umsatzprognose und Volatilitaet Der franzoesische Halbleitermaterial-Spezialist Soitec hob am 2. September die Umsatzprognose fuer das zweite Quartal des Geschaeftsjahres 2027 auf rund 50 Prozent Wachstum an - zuvor hatte das Unternehmen mehr als 30 Prozent in Aussicht gestellt. Ausloeser war laut Trading Update die beschleunigte Nachfrage nach Photonics-SOI-Wafern, die als Substrat fuer optische Verbindungen in KI-Rechenzentren dienen. Soitec erwartet fuer das gesamte Geschaeftsjahr 2027 einen Photonics-SOI-Umsatz zwischen dem 2,5- und 3-Fachen des Vorjahreswerts. Bezogen auf knapp ueber 100 Millionen Dollar in FY26 entspricht das 250 bis 300 Millionen Dollar. Das Unternehmen gab an, mit acht von rund zehn grossen Photonics-SOI-Kunden in den naechsten Wochen mehrjaehrige Kapazitaetsreservierungsvertraege abzuschliessen. Die Aktie reagierte am 3. September an der Euronext Paris mit einem Kursanstieg von rund 10 Prozent. Am 14. September fiel der Kurs an der Euronext Paris im Zuge des breiten Chip-Ausverkaufs nach der KI-Slowdown-Debatte laut Investing.com um rund 13 Prozent gegenueber dem Schlusskurs vom 11. September. Am 16. September stufte JPMorgan laut Investir die Aktie von Neutral auf Overweight hoch und verdoppelte das Kursziel von 98 auf 200 Euro. Die Aktie schloss den Tag bei 139,50 Euro - ein Plus von 13,4 Prozent gegenueber dem Vortag. Aktuell notiert die Aktie bei 144,80 Euro (Boerse Stuttgart, 14:12 Uhr). Ausserhalb des Photonics-Bereichs - also bei RF-SOI und Power-SOI fuer Mobilfunk und Automotive - bleiben die Erwartungen laut Trading Update weitgehend unveraendert. Die hohe Bewertung bei noch ueberschaubarem Gesamtumsatz und die Abhaengigkeit vom Photonics-Zyklus sind Risikofaktoren. Die meistgehandelten Auslandsaktien* Marketingname | WKN | Preisfeststellungen | Rang NVIDIA Corp. | 918422 | 330 | 1 Equinor ASA | 675213 | 305 | 2 Soitec S.A. | A2DKAC | 230 | 3 Amazon.com Inc. | 906866 | 195 | 4 Alphabet Inc. | A14Y6F | 188 | 5 ASML Holding N.V. | A1J4U4 | 188 | 5 Space Exploration Techs. Corp. | A42D4F | 183 | 7 2CRSI S.A. | A2JN55 | 180 | 8 Apple Inc. | 865985 | 173 | 9 Almonty Industries Inc. | A414Q8 | 171 | 10 * gemessen an der Anzahl der Preisstellungen im Zeitraum vom 09.09.2026 bis zum 16.09.2026 an der Boerse Stuttgart Dieser Beitrag dient ausschliesslich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar. Vergangene Wertentwicklungen sind kein verlaesslicher Indikator fuer kuenftige Entwicklungen. © Boerse Stuttgart Group 2026.

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