dpa-AFX-Überblick: UNTERNEHMEN vom 17.09.2026 - 15.15 Uhr
ROUNDUP/Iran-Krieg: Bilfinger senkt Prognose und streicht Stellen -
Kurseinbruch
MANNHEIM - Der Industriedienstleister Bilfinger
kämpft wegen des anhaltenden Kriegs im Nahen Osten weiter mit einer
mauen Nachfrage. Die Entwicklung im zweiten Halbjahr blieb bislang
hinter den Erwartungen zurück. Die Mannheimer senken daher ihre
Prognose für das laufende Jahr und setzen ein Sparprogramm auf. Bis
zu 1.500 der weltweit rund 31.000 Stellen stehen zur Disposition,
wie das Unternehmen am Mittwochabend mitteilte. Am Donnerstag ging
es für die Aktie steil bergab.
ROUNDUP: Wacker Chemie beerdigt Ziele für 2030 - Lichtblick im
Quartal
LONDON/MÜNCHEN - Der Chemiekonzern Wacker
verabschiedet sich angesichts der wirtschaftlichen Lage in der Welt
von seinen ehrgeizigen Zielen für die kommenden Jahre. Von 10
Milliarden Euro Umsatz im Jahr 2030 ist keine Rede mehr, und mit
Blick auf die operative Marge zeigt sich der Vorstand beim
Kapitalmarkttag am Donnerstag in London deutlich bescheidener.
Selbst wann die neuen Ziele erreicht werden sollen, verrät Wacker
nicht. Zwar gibt es einen Lichtblick im aktuellen Geschäft, doch an
der Börse kamen die Neuigkeiten schlecht an.
ROUNDUP: Social-Media-Konto ab 15, sichere Spiele - das plant
Brüssel
STRASSBURG - Schlaflosigkeit, Mobbing, Selbstverletzung:
Eindringlich beschreibt EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der
Leyen, welche Folgen intensive Smartphone- und Social-Media-Nutzung
für Kinder haben kann. Sie will den Zugang für sie deshalb
einschränken - und Online-Anbieter in die Pflicht nehmen, dies
sicherzustellen.
Kontron will mittelfristig Überschuss verdoppeln - KI als Treiber
LINZ - Der österreichische Technologiekonzern Kontron
hält weiter an seinen Wachstumsambitionen fest und will seinen
Konzerngewinn bis 2030 verdoppeln. Angepeilt sei ein Überschuss von
220 Millionen Euro, verglichen mit voraussichtlich 110 Millionen
Euro in diesem Jahr, wie aus einer Präsentation anlässlich des
Kapitalmarkttages am Donnerstag hervorgeht. Konzernchef Hannes
Niederhauser bestätigte zugleich sein im Frühjahr präsentiertes
mittelfristiges Umsatzziel. Demnach soll der Erlös bis Ende des
Jahrzehnts auf 2,6 Milliarden Euro steigen. Für das laufende Jahr
ist unverändert ein Wert auf dem Vorjahresniveau von 1,6 Milliarden
Euro angepeilt.
RWE stockt bei Netzbetreiber Amprion weiter auf
ESSEN - Der Energieversorger RWE hat seinen Anteil am
Übertragungsnetzbetreiber Amprion wie erwartet ausgebaut. Mit dem
Kauf von weiteren Anteilen an der Beteiligungsgesellschaft M 31
wächst der durchgerechnete Anteil an Amprion auf 58 Prozent, wie der
Dax -Konzern am Mittwochabend nach Börsenschluss
mitteilte. Das sind 3 Prozentpunkte mehr als nach der im Juni
angekündigten Aufstockung, die bereits abgeschlossen wurde. An M 31
wird RWE nun ebenfalls zur Mehrheitseignerin. M 31 hält knapp drei
Viertel an Amprion und ist ein Konsortium aus RWE und deutschen
Finanzinvestoren. Angaben zu den finanziellen Details der neuen
Anteilsübernahme machte RWE nicht.
ROUNDUP: Boeing erwartet weitere Verzögerungen bei 777X - Aktie
rutscht ab
ARLINGTON/NEW YORK - Der US-Flugzeugbauer Boeing
stellt sich bei seinem modernisierten Großraumjet 777X nach
jahrelanger Verspätung auf weitere Verzögerungen ein. Einige Tests
könnten sich ins Jahr 2027 verschieben, sagte Boeing-Chef Kelly
Ortberg am Mittwoch auf einer Konferenz der Investmentbank Morgan
Stanley. Als Grund nannte er die noch ausstehende Zulassung der
Triebwerke von GE Aerospace. Dennoch plane Boeing, die ersten
Flugzeuge des Typs im kommenden Jahr auszuliefern. Schon damit liegt
die 777X sieben Jahre hinter dem ursprünglichen Plan.
IPO/Kreise: Panzerbauer KNDS könnte Börsengang noch weiter
verschieben
FRANKFURT - Der deutsch-französische Panzerhersteller KNDS wird
seinen Börsengang laut Kreisen womöglich noch länger und über 2026
hinaus verschieben. Die beratenden Banken hätten dem Unternehmen
angesichts der schwierigen Börsenbedingungen und der schleppenden
Kursentwicklung etwa beim deutschen Rüstungshersteller Rheinmetall
geraten, mit dem Gang aufs Parkett noch zu warten,
berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Donnerstag unter
Berufung auf eingeweihte Kreise. Dabei scheitert das Projekt laut
einem Bericht der "Börsen-Zeitung" wohl auch an zu hohen
Preisvorstellungen der Eigentümer.
Finanzkonzern W&W zieht sich aus SDax zurück - Dividende soll
steigen
KORNWESTHEIM - Der Finanzkonzern W&W verabschiedet
sich freiwillig aus dem SDax . Die Aktien sollten vom
regulierten Markt der Frankfurter Wertpapierbörse in das
Freiverkehrssegment Scale wechseln, teilte das Unternehmen aus der
Bausparkasse Wüstenrot und dem Versicherer Württembergische am
Donnerstag in Kornwestheim bei Stuttgart mit. Damit entfällt auch
die Voraussetzung für eine Notierung im Kleinwerteindex SDax. Als
Grund für den Schritt nannte W&W einen geringeren
Verwaltungsaufwand. Die Aktionäre sollen davon in Form einer von 65
auf 75 Cent erhöhten Dividende profitieren.
Autobauer Volvo will mit mehr Verbrenneranteil zurück in die Spur
finden
STOCKHOLM - Der von chinesischen Eigentümern kontrollierte
schwedische Autobauer Volvo plant eine große
Modelloffensive und dabei eine ausgeprägtere Rolle von Verbrennern.
Mit 13 neuen Modellen von reinen E-Autos bis zu Hybrid-Fahrzeugen
will Volvo-Chef Hakan Samuelsson bis Ende des Jahrzehnts die
Profitabilität heben, wie der Konzern am Donnerstag in Stockholm
mitteilte. Dabei will der Konzern in westlichen Märkten von bereits
getätigten Investitionen in die Technik profitieren. Die Ausgaben
für Entwicklung und Produktion sollen hier daher sinken.
ROUNDUP: OpenAI macht weitere KI-Probleme öffentlich
SAN FRANCISCO - Der ChatGPT-Entwickler OpenAI hat neue Zwischenfälle
öffentlich gemacht, bei denen sich seine Künstliche Intelligenz (KI)
in Tests "unerwartet oder besorgniserregend" verhielt. Bei einem
Teil davon geht es abermals darum, dass KI einen erheblichen Aufwand
eingeht, um in Testläufen zu schummeln. So versuchte ein KI-Modell
OpenAI zufolge, von ihm selbst erstellte Dateien ins Netz
hochzuladen, nur um sie bei Antworten als Quelle vorweisen zu
können. In einem anderen Fall erfand die KI einfach angefragte
Daten, weil sie die Informationen nicht finden konnte, und wollte
das zunächst verschweigen.
Continental sieht sich für Branchenkonsolidierung gewappnet
FRANKFURT - Der Reifenhersteller Continental kann
sich bei einer Fusionswelle in der Branche große Zukäufe vorstellen.
"Für den Fall einer Konsolidierung in der Reifenindustrie könnten
wir mittelfristig für einen Zukauf mehrere Milliarden Euro
mobilisieren", sagte Konzernchef Christian Kötz im der "Frankfurter
Allgemeine Zeitung" (Donnerstag).