, dpa-AFX

Aktien Frankfurt: Dax weiter im Vorwärtsgang nach US-Zinserhöhung

Nach der erwartungsgemäßen Zinserhöhung der US-Notenbank Fed und angesichts weiter fallender Ölpreise hat der deutsche Aktienmarkt am Donnerstag zugelegt. Schon am Vortag war der Preis für Rohöl der Sorte Brent deutlich gesunken, nachdem es Hinweise gegeben hatte, dass eine wichtige Ölpipeline in Saudi-Arabien teilweise wieder in Betrieb genommen werden könnte.

Der Dax notierte 0,6 Prozent höher bei 25.677 Punkten und setzte damit seine Aufwärtsbewegung vom Vortag fort. Der MDax der mittelgroßen Unternehmen zeigte sich am Donnerstagmittag kaum verändert bei 31.279 Zählern. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um 0,6 Prozent aufwärts.

Die Entschlossenheit des Fed-Vorsitzenden Kevin Warsh, die Inflation zu bekämpfen, hat die Märkte im Anschluss an die erste Zinserhöhung in den USA seit 2023 beruhigt. "Die Fed verteidigt ihre Glaubwürdigkeit", kommentierte Michael Heise, Chefökonom von HQ Trust. Er hält eine weitere Zinsanhebung im Oktober oder spätestens Dezember für wahrscheinlich.

Die US-Notenbank Fed reagiere damit "nicht nur auf die hartnäckige Inflation, sondern auch auf gestiegene Zweifel des Anleihemarktes an ihrer Entschlossenheit", kommentierte Volkswirt Johannes Mayr, vom Vermögensverwalter Eyb & Wallwitz. Dies sei eine Entscheidung für den Markt und gegen Donald Trump. Der US-Präsident fordert von der Federal Reserve seit Langem niedrigere Leitzinsen. Zuletzt drohte er mit einem Handelsstopp mit bestimmten Ländern, sollte die Fed ihre Geldpolitik nicht lockern.

Aus Branchensicht sind vor allem Autowerte gefragt, die sich damit von ihren klaren Vortagesverlusten erholten. So gehörten die Anteilsscheine von Volkswagen , Mercedes-Benz und BMW mit Kursgewinnen von bis zu 1,9 Prozent zu den besseren Werten im Dax.

Unter den Einzelwerten stehen die Aktien von Bilfinger mit einem Kurssturz von mehr als 20 Prozent auf den tiefsten Stand seit rund anderthalb Jahren im Anlegerfokus. Der Industriedienstleister kämpft wegen des länger als erwartet anhaltenden Kriegs im Nahen Osten weiter mit einer mauen Nachfrage. Weil die Entwicklung im zweiten Halbjahr bislang hinter den Erwartungen zurückbleibt, rechnet Bilfinger nun mit etwas weniger Umsatz und einer deutlich niedrigeren Betriebsmarge. Experten sprachen von einer bitteren und massiven Gewinnwarnung.

Angesichts der wirtschaftlichen Lage in der Welt verabschiedete sich Wacker Chemie von seinen Zielen für die kommenden Jahre. Von einem Umsatz von rund 10 Milliarden Euro im Jahr 2030 ist keine Rede mehr. Die operative Marge (Ebitda) soll statt mehr als 20 Prozent nur noch etwa 15 Prozent erreichen. Die Titel des Spezialchemiekonzerns büßten 2,3 Prozent an Wert ein.

Die Aktien von RWE verteuerten sich um 0,8 Prozent. Der Energieversorger baute seine Beteiligung am Übertragungsnetzbetreiber Amprion wie erwartet aus. Damit wächst der durchgerechnete Anteil an Amprion auf 58 Prozent./edh/jha/

--- Von Eduard Holetic, dpa-AFX ---

 ISIN  DE0008469008  DE0008467416

AXC0142 2026-09-17/12:03

Relevante Links: Mercedes-Benz Group, Bilfinger SE, WACKER CHEMIE AG, RWE AG, Volkswagen AG, BMW AG

Copyright dpa-AFX Wirtschaftsnachrichten GmbH. Alle Rechte vorbehalten. Weiterverbreitung, Wiederveröffentlichung oder dauerhafte Speicherung ohne ausdrückliche vorherige Zustimmung von dpa-AFX ist nicht gestattet.