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BayWa-Sanierung auf der Zielgeraden - Hybridanleihe fast wertlos / Sanierungsvereinbarung soll bis Jahresende stehen

Für die Sanierung des deutschen Agrarkonzerns BayWa müssen nun auch die Zeichner einer 100 Millionen Euro schweren Hybridanleihe bluten. Sie bekommen nach der neuen Sanierungsvereinbarung nur zwei Prozent ihres Kapitals zurück und müssen auf die Zinsen ganz verzichten, teilte die BayWa am Mittwoch mit. Eigentlich sollte die vor drei Jahren begebene Anleihe mit 7,75 Prozent verzinst werden. Die finanzielle Restrukturierung ist damit im zweiten Anlauf auf der Zielgeraden.

267 der 268 Gläubiger hätten dem im Sanierungsplan vorgesehenen Verzicht auf rund 1,5 Milliarden Euro bereits grundsätzlich zugestimmt. Die Einigung mit dem letzten Partner gilt als Formsache.

Wind- und Solartochter wirft weniger ab

Das bisherige Sanierungskonzept war gescheitert, weil die Geschäfte der Wind- und Solarpark-Tochter BayWa r.e. schlechter laufen als geplant. Ihr Verkauf sollte 1,7 Milliarden Euro zur Entschuldung des Konzerns um vier Milliarden Euro beitragen. Nun ist mit wesentlich weniger zu rechnen. Deshalb musste das Paket mit den Banken und den Großaktionären nochmals aufgeschnürt werden: Die Banken machen Zugeständnisse bei den Krediten und verlängern deren Laufzeit. Der vor zwei Jahren knapp an der Pleite vorbeigeschrammte Agrarhändler bekommt bis Ende 2030 - zwei Jahre länger als bisher - Zeit, um finanziell wieder auf die Beine zu kommen.

Grundzüge des Konzepts hatte die BayWa bereits Ende Juni skizziert. Die beiden Großaktionäre, die Bayerische Raiffeisen-Beteiligungs-AG und die österreichische Raiffeisen Agrar Invest, geben demnach ihre Anteile von zusammen 67,1 Prozent an einen Treuhänder ab. Sie bekommen sie nur dann zurück, wenn sie bei einer Kapitalerhöhung 2029 zusammen mindestens 220 Millionen Euro Eigenkapital nachschießen. Die Banken stellen im Gegenzug 700 Millionen Euro nachrangig. Weitere 900 Millionen bekommen die Gläubiger nur dann zurück, wenn der Verkauf der BayWa r.e. diese Summe einbringt.

Sanierungsvereinbarung bis Jahresende

Die Tochter, die durch hohen Kapitalbedarf zur Schieflage maßgeblich beigetragen hatte, gehört bisher zu 51 Prozent der BayWa AG und zu 49 Prozent dem schweizerischen Investor Energy Infrastructure Partner (EIP). Beider Anteile sollen nun auf einen Sanierungsgesellschafter übertragen werden, der den Verkauf des Unternehmens organisiert. Mit dem Schritt bekommt die BayWa die Tochter aus der Bilanz. Die BayWa r.e. stand bei der AG und bei EIP mit zusammen 1,3 Milliarden Euro in der Kreide. Auf die Tilgung verzichten die beiden Gesellschafter, sie sollen aber noch am Erlös eines späteren Verkaufs beteiligt werden.

Der Sanierungsgutachter habe sich hinter das neue Konzept gestellt, erklärte die BayWa. Damit könne die BayWa AG saniert werden. Die Sanierungsvereinbarung selbst soll bis Jahresende unter Dach und Fach sein. Vorstand und Aufsichtsrat, die Banken und die Großaktionäre müssen dann noch einmal grünes Licht geben.

cgh/moh

 ISIN  DE0005194062
 WEB   http://www.baywa.de

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