Aktien Frankfurt: Dax macht Verluste wett - Ölpreis und Anleiherenditen im Fokus
Der deutsche Aktienmarkt hat sich am
Dienstagnachmittag von seinen Anfangsverlusten vollständig erholt.
Eine leichte Entspannung bei den Ölpreisen und bei den
Anleiherenditen stützte. Positive Impulse lieferte zudem die
Ankündigung von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), angesichts der
hohen Spritpreise für Entlastungen zu sorgen. Merz sagte beim
Unternehmertag des Handelsverbands BGA, er sei der Meinung, "dass
wir handeln müssen".
Der Dax drehte danach knapp ins Plus auf das
bisherige Tageshoch bei 25.452 Punkten, nachdem er zuvor auf das
niedrigste Niveau seit mehr als sieben Wochen gefallen war. Zuletzt
notierte der Leitindex 0,1 Prozent tiefer bei 25.420 Punkten. Der
MDax der mittelgroßen Unternehmen gewann 0,3 Prozent
auf 30.150 Zähler. Der Eurozone-Leitindex EuroStoxx 50
sank um 0,2 Prozent.
In einem von Zurückhaltung geprägten Marktumfeld zählten
Rüstungswerte zu den klaren Gewinnern. Als Antrieb erwiesen sich
unter anderem Lieferengpässe in den USA und ein Bericht, wonach
Japan seine Verteidigungsausgaben auf Druck der USA von knapp 2 auf
3,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts erhöhen könnte. Die Papiere
von Rheinmetall stiegen an der Dax-Spitze um 2,4
Prozent. Die Kurse von Hensoldt und TKMS
legten um 1,1 beziehungsweise 2,8 Prozent zu.
Aktien aus der europäischen Stahlbranche zogen wegen Nachrichten aus
China an. Die Aktien von Salzgitter setzten sich mit
plus 5,2 Prozent an die Spitze im MDax , noch weit vor
Thyssenkrupp mit plus 1,6 Prozent. Aus einer
Mitteilung des chinesischen Stahlverbands auf der Plattform WeChat
geht laut der Nachrichtenagentur Bloomberg hervor, dass führende
chinesische Stahlhersteller gemeinsam zu strengeren
Produktionsbeschränkungen und einem Abbau der Lagerbestände
aufgerufen haben. Börsianer versprechen sich davon auch
international etwas Entlastung beim Preisdruck aus China, was
positiv sei für die Stahlpreise am Weltmarkt.
Der Chemiesektor setzte seine Talfahrt der vergangenen zwei Wochen
nach kritischen Analystenkommentaren fort. JPMorgan reduzierte das
Kursziel für Lanxess wegen drohenden Gegenwinds von
der Energiekostenseite. Für Evonik stufte Lisa De
Neve von Morgan Stanley ihr Votum von "Overweight" auf
"Equal-weight" ab. Die Lanxess-Papiere fielen auf den tiefsten Stand
seit März und büßten zuletzt 2,0 Prozent ein. Der Evonik-Kurs fiel
um 2,0 Prozent. Die Titel von BASF und Brenntag
sanken um jeweils rund ein Prozent.
Die Titel der Deutschen Bank wurden von schlechten
US-Vorgaben belastet und verloren als Dax-Schlusslicht 1,9 Prozent.
Als Belastung für die tags zuvor deutlich gefallenen US-Bankenkurse
galten Aussagen des Chefs der Bank of America, Brian Moynihan. Der
Manager erwartet, dass die Handelserträge im Vergleich zum dritten
Quartal des Vorjahres "relativ unverändert" bleiben dürften. Am
Markt hieß es, dies impliziere eine unerwartete Unterbrechung des
Aufschwungs aus der ersten Jahreshälfte.
Die Aktien von Schott Pharma legten um 3,2 Prozent
zu. Die US-Bank JPMorgan nahm die Bewertung des
Pharmaindustrie-Zulieferers mit "Overweight" und einem Kursziel von
27,10 Euro auf und lobte das Ergebnissteigerungspotenzial des
Unternehmens.
Der Fotodienstleister Cewe will bis zu 150.000 eigene
Aktien im Umfang von bis zu 18 Millionen Euro vom Markt
zurückkaufen. Dies entspreche etwa zwei Prozent des Grundkapitals
der Gesellschaft. Die Cewe-Aktie gewann 1,3 Prozent.
Deutz besorgte sich mit einer Kapitalerhöhung
frisches Geld. Die Ausgabe von gut 15,26 Millionen neuen Aktien
ergab einen Bruttoemissionserlös von rund 179 Millionen Euro, wie
der Motorenbauer am Dienstag mitteilte. Die Konzernführung will mit
den Einnahmen die finanzielle Flexibilität mit Blick auf künftige
Wachstumschancen stärken. Der Aktienkurs sackte um 2,3 Prozent
ab./edh/jha/