Aktien Frankfurt: Weiter im Rückwärtsgang - Bank- und Chemieaktien schwächeln
Wieder aufgeflammte KI-Bedenken und hohe
Ölpreise haben sich auch am Dienstag als Bürde für den deutschen
Aktienmarkt erwiesen. Der Dax fiel gegen Mittag um
0,4 Prozent auf 25.335 Punkte, nachdem er zuvor auf das niedrigste
Niveau seit mehr als sieben Wochen gefallen war. Auch der MDax
der mittelgroßen Unternehmen verlor 0,4 Prozent auf
30.945 Zähler. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50
ging es ebenfalls um 0,4 Prozent abwärts.
Die Ölpreise blieben über Nacht auf hohem Niveau. "Nach dem
Vorrücken der Huthis im Jemen wird gar das Niveau von 110 US-Dollar
pro Barrel ins Visier genommen", schrieb Commerzbank-Devisenexperte
Michael Pfister. Dies lenkt die Aufmerksamkeit noch stärker auf die
am Mittwoch erwartete Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed, bei der
Anleger überwiegend mit einer Zinserhöhung rechnen.
"Insgesamt bleiben die Energiepreise vorerst der größte
Risikofaktor, sollten die Ölpreise auf ihren aktuell hohen
Preisniveaus länger verweilen. Die Auswirkungen auf Konsum,
Wirtschaft und Inflation nehmen bei Preisen über 100 Dollar stetig
zu", kommentierte Analyst Andreas Lipkow von CMC Markets. Noch sende
die geopolitische Lage im Nahen Osten keine Signale für eine
Entspannung.
Nach dem Ausverkauf der KI- und Halbleiterwerte am Montag wegen
wachsender Befürchtungen, dass sich das Tempo der Entwicklung im
Bereich Künstliche Intelligenz (KI) verlangsamen könnte, blieb eine
Erholung der Branche mehr oder weniger aus. Das Vertrauen bleibt
damit angeschlagen.
Der Chemiesektor setzte seine Talfahrt der vergangenen zwei Wochen
nach kritischen Analystenkommentaren fort. JPMorgan reduzierte das
Kursziel für Lanxess wegen drohenden Gegenwinds von
der Energiekostenseite. Für Evonik stufte Lisa De
Neve von Morgan Stanley ihr Votum von "Overweight" auf
"Equal-weight" ab. Die Lanxess-Papiere fielen auf den tiefsten Stand
seit März und büßten zuletzt 5,3 Prozent ein. Der Evonik-Kurs sackte
nach einer Abstufung durch die US-Bank Morgan Stanley um 2,8 Prozent
ab. Die Titel von BASF und Brenntag
fielen um 1,6 beziehungsweise 2,2 Prozent.
Die Aktien europäischer Banken wurden von schlechten US-Vorgaben
belastet. Der europäische Sektorindex büßte 1,3
Prozent ein und die Titel der Deutschen Bank waren
mit einem Abschlag von 2,1 Prozent einer der schwächsten Werte im
Dax. Sie setzten damit ihre jüngste Korrektur des in der Vorwoche
erreichten Höchststandes seit 2011 fort. Der von der
Unicredit-Übernahme getriebene Commerzbank-Kurs
zeigte sich mit einem Plus von 0,1 Prozent hingegen
robust.
Bei den Aktien von Schott Pharma ließ die anfänglich
starke Kursdynamik im Handelsverlauf nach. Zuletzt notierten die
Papiere des Pharmaindustrie-Zulieferers noch 2,0 Prozent im Plus,
nachdem sie zunächst um 5,5 Prozent auf den höchsten Stand seit mehr
als einem Jahr nach oben geschnellt waren. Die US-Bank JPMorgan nahm
die Bewertung von Schott Pharma mit "Overweight" und einem Kursziel
von 27,10 Euro auf und lobte das Ergebnissteigerungspotenzial des
Unternehmens.
Der Fotodienstleister Cewe will bis zu 150.000 eigene
Aktien im Umfang von bis zu 18 Millionen Euro vom Markt
zurückkaufen. Dies entspreche etwa zwei Prozent des Grundkapitals
der Gesellschaft. Die Cewe-Aktie gewann 2,1 Prozent.
Deutz besorgte sich mit einer Kapitalerhöhung
frisches Geld. Die Ausgabe von gut 15,26 Millionen neuen Aktien
ergab einen Bruttoemissionserlös von rund 179 Millionen Euro, wie
der Motorenbauer am Dienstag mitteilte. Die Konzernführung will mit
den Einnahmen die finanzielle Flexibilität mit Blick auf künftige
Wachstumschancen stärken. Der Aktienkurs sackte um 4,0 Prozent
ab./edh/jha/