ROUNDUP/Aktien Frankfurt Eröffnung: Weiter auf Talfahrt
Die neu aufgeflammten KI-Bedenken und der hohe
Ölpreis scheinen auch am Dienstag eine Bürde für den deutschen
Aktienmarkt zu sein. Der Dax fiel am Vormittag um 0,7
Prozent auf 25.260 Punkte auf das niedrigste Niveau seit mehr als
sieben Wochen. Der MDax der mittelgroßen Unternehmen
verlor 0,6 Prozent auf 30.859 Zähler. Für den Eurozonen-Leitindex
EuroStoxx 50 ging es um 0,9 Prozent abwärts.
Für die Aktienmärkte sei es derzeit schwer, sich zu behaupten,
konstatierte Marktanalyst Thomas Altmann von QC Partners. "Die
steigenden Energiepreise und steigenden Zinsen sind ein
Teufelskreis, der die Zukunftsperspektiven der Aktien gleich auf
mehrere Arten belastet."
Der Ölpreis blieb über Nacht auf seinem hohen Niveau. "Nach dem
Vorrücken der Huthis im Jemen wird gar das Niveau von 110 US-Dollar
pro Barrel ins Visier genommen", schrieb am Morgen der
Commerzbank-Devisenexperte Michael Pfister. Dies lenkt die
Aufmerksamkeit noch stärker auf die am Mittwoch erwartete
Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed, bei der Anleger mit einer
geldpolitischen Straffung rechnen.
Nach dem Ausverkauf wegen wachsender Befürchtungen, dass sich das
Tempo der Entwicklung im Bereich der künstlichen Intelligenz
verlangsamen könnte, blieb eine Erholung der KI- und Halbleiterwerte
in Asien mehr oder weniger aus. Das Vertrauen in die Technologie und
ihre Potenziale bleibt also angeschlagen.
Der Fotodienstleister Cewe will bis zu 150.000 eigene
Aktien im Umfang von bis zu 18 Millionen Euro vom Markt
zurückkaufen. Dies entspreche etwa zwei Prozent des Grundkapitals
der Gesellschaft. Die Cewe-Aktie gewann als Top-Wert im SDax
3,2 Prozent.
Deutz besorgte sich mit einer Kapitalerhöhung
frisches Geld. Die Ausgabe von gut 15,26 Millionen neuen Aktien
ergab einen Bruttoemissionserlös von rund 179 Millionen Euro, wie
der Motorenbauer am Dienstag mitteilte. Die Konzernführung will mit
den Einnahmen die finanzielle Flexibilität mit Blick auf künftige
Wachstumschancen stärken. Der Aktienkurs sackte um 4,8 Prozent ab.
Die Papiere von Schott Pharma stiegen um 2,4 Prozent,
nachdem die US-Bank JPMorgan die Bewertung mit "Overweight"
aufgenommen hatte. Der Spezialist für Aufbewahrung und Verabreichung
injizierbarer Medikamente profitiere von strukturellen Trends sowie
seiner führenden Marktposition und berge bis 2029 ein
Ergebnissteigerungspotenzial von 14 Prozent per annum, betonte
Analyst Philip Omnou am Montag.
Die Aktien von Evonik büßten 2,7 Prozent ein. Zuvor
hatte die Investmentbank Morgan Stanley die Titel des
Spezialchemiekonzerns von "Overweight" auf "Equal-weight"
abgestuft./edh/stk