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Wiener Aktienmarkt vorbörslich schwächer erwartet / ATX mit rund 0,7 Prozent im Minus indiziert - Steigende Ölpreise und KI-Bedenken als Gründe

Der Wiener Aktienmarkt dürfte am Montag schwächer in den Handel starten. Bankenindikationen sahen den ATX rund 30 Minuten vor Handelsbeginn bei 6.835 Punkten und damit rund 0,7 Prozent unter dem Niveau von Freitag. Das europäische Umfeld wird ebenfalls tiefer erwartet. Gründe dafür dürften in den wieder steigenden Ölpreisen und neuen KI-Bedenken liegen. Am Freitag hatte der ATX im Laufe des Tages noch ein neues Rekordhoch mit gut 6.914 Punkten erreicht.

Die Ölpreise legten zum Wochenstart wegen der von Saudi-Arabien abgeschalteten Ölpipeline und der weiter ungeklärten Lage rund um die Straße von Hormuz zu. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) Rohöl der Referenzsorte Brent aus der Nordsee mit Lieferung im November kletterte in der Früh um knapp drei Prozent auf 107,60 Dollar und näherte sich damit wieder der Marke von 110 Dollar.

Nach der iranischen Blockade der Straße von Hormuz und der zunehmenden Bedrohung der Meerenge Bab al-Mandab durch die Huthi-Miliz im Jemen muss Saudi-Arabien nach Drohnenangriffen auch noch eine wichtige Pipeline abschalten. Eine daraus folgende zusätzliche Reduzierung saudischer Exporte könnte die Ölpreise weiter steigen lassen. Zudem wurde das für heute geplante Außenministertreffen der Staaten am Persischen Golf im Oman nach Angaben aus Maskat verschoben. Berichten zufolge war ursprünglich geplant, dass bei dem Treffen der Iran und der Oman eine Vereinbarung im festgefahrenen Konflikt über die Straße von Hormuz vorstellen wollten.

Die rasante KI-Entwicklung bringt zudem Sorgen mit sich. Nach dem Schock eigenständiger Hacking-Attacken durch Künstliche Intelligenz zeigen sich große amerikanische KI-Firmen nach eigenen Angaben bereit, die Entwicklung der Technologie zu verlangsamen. Dario Amodei, Chef des KI-Unternehmens Anthropic, zeigte sich am Wochenende besorgt, dass in sechs bis zwölf Monaten ein KI-Schwarm in der Lage sein könnte, das gesamte Internet zu übernehmen und potenziell Hunderte Milliarden Dollar Schaden zu verursachen. Er plädierte für eine koordinierte branchenweite Pause in der westlichen Welt. Binnen weniger Stunden bekam er Zuspruch von OpenAI-Chef Sam Altman und Tech-Milliardär Elon Musk, der bei SpaceX eigene KI entwickeln lässt.

Am Mittwochabend entscheidet die US-Notenbank über eine mögliche Leitzinserhöhung. "Wir halten einen solchen Schritt für wahrscheinlich, auch wenn die Notenbanker vonseiten des Weißen Hauses unter Druck gesetzt werden, stillzuhalten", hieß es von Helaba. Die Inflationsraten seien hoch und der Arbeitsmarkt sei in einer soliden Verfassung. "Zudem könnte ein Stillhalten die Unabhängigkeit der Notenbank als fraglich erscheinen lassen sowie Sorgen um die langfristige Stabilität des US-Dollar und des Treasury-Marktes befeuern."

Am Freitag hatte der ATX um 0,22 Prozent höher bei 6.885,23 Punkten geschlossen.

Die größten Kursgewinner im prime market am Freitag:

Strabag    +3,31% 106,20 Euro
Polytec    +3,03% 5,10 Euro  
Frequentis +2,89% 67,70 Euro 

Die größten Kursverlierer im prime market am Freitag:

Pierer Mobility -4,64% 28,80 Euro 
Lenzing         -3,08% 22,00 Euro 
AT&S            -2,46% 166,40 Euro

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