ROUNDUP/Aktien New York Schluss: Erholung dank Ölpreis - Inflation bleibt hoch
Eine ungebrochen hohe US-Inflation hat einer
Erholung an den New Yorker Börsen am Freitag nicht im Wege
gestanden. Auch wenn sich die Erwartung einer baldigen Zinserhöhung
verfestigte, schafften zurückkommende Ölpreise die Grundlage für die
Kursgewinne. Etwas Entlastung brachte, dass der Iran und die Staaten
am Persischen Golf nach dem Wochenende über die umkämpfte Straße von
Hormus sprechen wollen.
Der Dow Jones Industrial konnte seine Serie von
zuletzt vier Verlusttagen unterbrechen. Der US-Leitindex, der
stärker auf Standardwerte fokussiert ist, ging 0,98 Prozent höher
bei 52.573,29 Punkten über die Ziellinie. Trotz der Erholung zum
Ende einer nervösen Börsenwoche verbleibt ihm ein Wochenminus von
1,6 Prozent. Am Vortag war er knapp unter 52.000 Punkten auf dem
niedrigsten Stand seit Ende Juli angekommen.
Dem marktbreiten S&P 500 gelang am Freitag ein 0,86
Prozent hoher Anstieg auf 7.656,98 Zähler. Außerdem erholte sich der
technologielastige Nasdaq 100 um 0,91 Prozent auf
29.368,44 Punkte. Unter den "Magnificent 7" schlossen fast alle
Tech-Schwergewichte im Plus.
Die Inflation in den USA hat sich im August nicht verändert und
damit die Erwartungen erfüllt. Im Jahresvergleich sind die
Verbraucherpreise um 3,4 Prozent gestiegen. Da dies deutlich über
dem Zwei-Prozent-Ziel liegt, sehen viele Fachleute in ersten
Kommentaren die Erwartung untermauert, dass die US-Notenbank Fed in
der kommenden Woche ihren Leitzins anheben wird.
Auf Unternehmensseite kamen unterschiedliche Nachrichten aus dem
Softwaresektor, die Schwankungen zur Folge hatten. Adobe
litt anfänglich unter einem enttäuschenden
Umsatzausblick, konnte aber mit 1,4 Prozent ins Plus drehen. Die
Aktie war zuletzt schlecht gelaufen und so nahmen es die Anleger
hin, dass die vorsichtige Umsatzprognose Fragen aufwirft, wie sich
der Konzern im Wettbewerb behaupten kann.
Bei Oracle war die Tendenz genau umgekehrt: Nach
einem ersten Spitzenanstieg um acht Prozent sackte der Kurs mit 1,7
Prozent ins Minus. Das Unternehmen hat im ersten Geschäftsquartal
zwar kräftig von der Nachfrage nach KI-Infrastruktur profitiert. Wie
schon in den Tagen zuvor, entwickelten die Anleger einen gewissen
Respekt vor einer zwischenzeitlichen Erholung, die die Aktien bis
Anfang der Woche verzeichnet hatten.
Die beiden Software-Aktien konnten mit ihren Schwankungen das
Gesamtbild im Technologiesektor nicht richtig beeinflussen. Dieses
war eher geprägt von einigen Chipwerten, die sich von ihren
Vortagsverlusten erholten. Außerdem legten die Tech-Schwergewichte
Alphabet , Amazon und Apple
relativ deutlich um bis zu zwei Prozent zu.
Besonders starke Gewinne verbuchten dieses Mal im KI-Bereich
Hardware- und Serveraktien. Jene von HP Inc , HP
Enterprise und Dell schossen um bis zu
12 Prozent in die Höhe. Händlern zufolge wirkten die Worte des
Dell-Chefs auf einer Investorenkonferenz vom Mittwoch zum
Server-Absatz positiv nach. Der RBC-Analyst David Paige nahm Dell
außerdem positiv in die Bewertung auf - mit der Nachfrage nach
KI-Infrastruktur als Kernargument.
Schwankungen gab es auch im Nebenwertebereich: Die Anteilsscheine
von Kroger starteten erst schwach in den Handel, weil
der Einzelhändler im Zuge vorgelegter Quartalszahlen seine
Umsatzprognose gesenkt hat. Nach einer Annäherung an das bisherige
Tief seit zwei Jahren fassten sich Anleger aber schnell ein Herz.
Der Kurs drehte mit 2,7 Prozent ins Plus.
Ein Gesprächsthema lieferte auch eine Übernahme: Die Aktien von ACV
Auctions machten einen Satz nach oben um 44 Prozent
wegen einer Offerte des Fahrzeugauktions-Konkurrenten Copart
. Dessen Aktien waren zwar freundlich gestartet, aber
dann mit 2,6 Prozent ins Minus gedreht./tih/nas