ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Dax stabilisiert sich - Ölpreise geben nach
Der Dax hat sich nach seinem
jüngsten Kursrutsch am Freitag stabilisiert. Die mit Spannung
erwarteten US-Verbraucherpreise gaben dem deutschen Leitindex keine
Impulse. Als Kursstütze erwiesen sich die Ölpreise, die zuletzt
einen Teil ihrer vorherigen, deutlichen Gewinne wieder abgaben.
Der deutsche Leitindex gewann 0,82 Prozent auf 25.568,56 Punkte.
Damit blieb der Dax klar über der für den mittel- bis langfristigen
Trend wichtigen 100-Tage-Durchschnittslinie. Auf Wochensicht ergab
sich ein Rückgang von 1,83 Prozent. Der MDax der
mittelgroßen Unternehmen legte am Freitag um 0,21 Prozent auf
31.663,79 Punkte zu.
Der Preis für ein Fass Rohöl der Referenz-Nordseesorte Brent war in
der Nacht mit weiteren Angriffen auf Tanker in der Straße von Hormus
sowie Gefechten zwischen jemenitischen Huthi-Milizen und saudisch
unterstützten Kräften deutlich gestiegen und der Marke von 110
US-Dollar nahegekommen. Zuletzt kostete ein Fass Brent wieder
weniger als 105 Dollar.
Am Donnerstag hatte die Europäische Zentralbank mit ihrer zweiten
Zinserhöhung in diesem Jahr auf den Ölpreisschock infolge des
Iran-Kriegs reagiert. In der kommenden Woche wird von der
US-Notenbank Fed von vielen Marktteilnehmern ein ähnlicher Schritt
erwartet.
Dass die Kerninflation ohne die schwankungsanfälligen Preise für
Nahrungsmittel und Energie im August gegenüber dem Vormonat stärker
als erwartet zugelegt habe, dürfte entsprechenden Erwartungen
Auftrieb geben, schrieb Ökonom Stephen Brown von Capital Economics.
Die Aktien von Dax-Schwergewicht SAP holten in dem
freundlichen Marktumfeld zwischenzeitliche Verluste von mehr als
drei Prozent nahezu vollständig auf und gaben am Ende nur leicht
nach. Damit lieferten durchwachsene Branchennachrichten aus den USA
letztlich kaum Impulse.
Der Software- und Rechenzentrenriese Oracle hatte im
vergangenen Geschäftsquartal kräftig von der Nachfrage nach
KI-Infrastruktur profitiert - er konnte die Umsätze mit
Cloud-Infrastruktur mehr als verdoppeln und übertraf damit die
Erwartungen. Auch das bereinigte Ergebnis je Aktie überraschte
positiv. Dagegen gab Branchenkollege Adobe einen
vorsichtigen Umsatzausblick auf das laufende Quartal.
Ansonsten sorgten Personalien für Kursverluste. Die Titel des
Online-Brokers Flatexdegiro büßten angesichts
abrupter Veränderungen im Aufsichtsrat 7,9 Prozent ein - zeitweise
hatten sie ein Tief seit Mai markiert. Der Aufsichtsratsvorsitzende
Hans-Hermann Lotter legte sein Amt mit sofortiger Wirkung nieder und
scheidet spätestens am 10. Oktober aus dem Gremium aus. Dann folgt
ihm auch Martina Pfeifer. Für Börsianer wirft dies einige Fragen
auf.
Beim Sportwarenhersteller Puma fiel das Kursminus mit
2,4 Prozent geringer aus. Der angekündigte Weggang des
Vertriebsvorstands Matthias Bäumer erschwere die "Rettungsmission"
für Konzernchef Arthur Höld, zumal einem Bericht zufolge der
Wunschkandidat für die Leitung des Europageschäfts doch nicht komme,
hieß es aus dem Markt.
Chemieaktien standen ebenfalls unter Druck. Die US-Bank JPMorgan
hatte in einer Branchenbetrachtung ihre skeptische Einschätzung eher
global aufgestellter Vertreter wie BASF mit einem
hohen internationalen Produktions- und Absatzanteil bekräftigt, die
weniger als Unternehmen wie Lanxess von europäischen
Protektionsmaßnahmen profitierten. Dennoch büßten die Papiere von
Lanxess fast fünf Prozent ein, während es für die BASF-Titel am
Dax-Ende um knapp drei Prozent bergab ging.
Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 schloss 0,90
Prozent höher bei 6.325,13 Punkten. Außerhalb der Eurozone ging es
an der Züricher Börse und in London
nur moderat nach oben. In New York gewann der Dow Jones Industrial
nach dem Börsenschluss in Europa gut ein
Prozent./la/zb