ROUNDUP: US-Inflationsrate verharrte auf hohem Niveau
Die Inflation in den USA hat sich im August wie erwartet auf hohem Niveau nicht verändert. Im Jahresvergleich stiegen die Verbraucherpreise um 3,4 Prozent, wie das Arbeitsministerium am Freitag in Washington mitteilte. Im Juli hatte die Inflationsrate ebenfalls bei 3,4 Prozent gelegen. Volkswirte hatten im Schnitt damit gerechnet. Die US-Notenbank strebt auf mittlere Sicht eine Inflationsrate von zwei Prozent an. An den Finanzmärkten wird zunehmend eine Leitzinserhöhung erwartet.
Zuvor war die Inflationsrate zwei Monate in Folge gesunken. Von März bis Mai hatten die im Zuge des Iran-Kriegs gestiegenen Energiepreise die Teuerung deutlich nach oben getrieben. Die Energiepreise sind allerdings angesichts der Zuspitzung im Nahen Osten zuletzt wieder deutlich gestiegen.
Die Kernrate der Verbraucherpreise gab ein wenig nach. Sie sank von 2,5 Prozent im Vormonat auf 2,4 Prozent. Dies war so erwartet worden.
Im Vergleich zum Vormonat erhöhten sich die Verbraucherpreise insgesamt wie erwartet um 0,4 Prozent. Im Vormonat waren sie lediglich um 0,1 Prozent gestiegen. Vor allem die gestiegenen Energiepreise waren hier für den Anstieg verantwortlich. Die Kernverbraucherpreise legten um 0,3 Prozent zu und damit etwas stärker als erwartet.
Die Inflation hat sich im August angesichts des anhaltenden Drucks durch den Iran-Krieg, Zölle und den Ausbau von KI-Rechenzentren nicht in Richtung des Ziels der US-Notenbank Fed bewegt. Die Fed wird am kommenden Mittwoch über ihre Leitzinsen entscheiden. Einige Vertreter der Notenbank hatten im Vorfeld die Inflationsdaten als entscheidend bezeichnet. Die Wahrscheinlichkeit für eine Leitzinserhöhung ist nach den Zahlen an den Finanzmärkten auf knapp 90 Prozent gestiegen.
"Alles in allem steigt damit der Druck auf die Notenbank Fed, ihren Leitzins am kommenden Mittwoch erstmals seit Sommer 2023 anzuheben", kommentierte Elmar Völker, Volkswirt bei der LBBW. "Ein Zinsschritt kann zwar nicht als ausgemachte Sache gelten, aber die heute veröffentlichten Inflationszahlen könnten doch den entscheidenden Ausschlag gegeben haben."
"Die US-Notenbank hat bereits Signale gesendet, dass sie die Zinsen anheben könnte, wenn der Inflationstrend sich nicht rasch abschwächt", kommentierte Commerzbank-Volkswirt Christoph Balz. "Jetzt muss sie eigentlich springen. Bei der Sitzung am Mittwoch dürfte sie den Leitzins um 25 Basispunkte anheben."
Die Reaktionen an den Finanzmärkten hielten sich in Grenzen. Der Euro reagierte zunächst mit Verlusten zum US-Dollar. Er erholte sich jedoch rasch wieder. Die Renditen von US-Staatsanleihen legten zunächst zu, gaben ihre Aufschläge aber rasch wieder ab./jsl/nas
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