RWE-Chef fordert besseren Schutz des Stromnetzes
RWE
"Mehr Geheimhaltung"
Krebber kritisierte Transparenzgesetze, die die kritische Infrastruktur öffentlich machten. "Eigentlich muss die Devise sein: Geheimhaltung statt Transparenz." Zudem dürften Unternehmen wie RWE zwar mit technischen Möglichkeiten wie Videosensorik ihr eigenes Betriebsgelände überwachen. "Die Angreifer bereiten sich aber außerhalb der Betriebsgelände auf mögliche Angriffe vor." Man müsse die Möglichkeiten haben, Bedrohungslagen früher zu erkennen, sagte Krebber: "Wir müssen die kritische Infrastruktur auch im öffentlichen Raum mit allen technischen Möglichkeiten, die verfügbar sind, überwachen dürfen."
Der RWE-Chef sprach auch den heiklen Punkt einer "physischen Notwehr" an. Wenn eine Drohne im Anflug sei und man wisse, der Schaden werde groß sein, dann könne nicht die Lösung sein, 110 anzurufen. "Wir brauchen eine Debatte, wie wir in engerer Zusammenarbeit zwischen Sicherheitsbehörden, Öffentlichkeit und auch den Unternehmen den Schutz der kritischen Infrastruktur verbessern."
Stromleitungen im Visier
Nach der Serie von Sabotage-Angriffen auf das Stromnetz hatte die Polizei einen verdächtigen 48-Jährigen festgenommen. Die Ermittler glauben, dass er an mehreren Orten in Nordrhein-Westfalen, Brandenburg und Sachsen versucht hat, Stromleitungen in der Nähe von Kohlekraftwerken zu sabotieren - in einigen Fällen soll ihm das gelungen sein.
Unter kritischer Infrastruktur versteht man all jene Bereiche, deren Beeinträchtigung oder Ausfall zu Versorgungsengpässen, Störungen der öffentlichen Sicherheit und weiteren dramatischen Folgen führen kann. Dazu gehören beispielsweise Energie, Informationstechnik, Transport und Verkehr./hoe/DP/nas
ISIN DE0007037129
AXC0290 2026-09-09/20:55
Relevante Links: RWE AG