Aktien Wien Schluss: ATX geht unbewegt aus dem Handel
Die Wiener Börse ist am Dienstag nach einem
ständigen Minus unbewegt aus dem Handel gegangen. Der Leitindex ATX
lag wieder bei seinem Rekordschluss vom Vortag von
6.905,58 Punkten, nachdem er zwischenzeitlich auf 6.813 Zähler
gesunken war. Der breitere ATX Prime gewann lediglich 0,01 Prozent
auf 3.390,37 Einheiten. Damit folgte Wien weitgehend dem
europäischen Trend.
Größter Spielverderber bleiben die Ölpreise, die sich infolge des
Irankriegs der 100-Dollar-Marke näherten. Der anhaltende Konflikt im
Nahen Osten halte die Inflationssorgen am Leben, schrieb Jürgen
Molnar vom Handelshaus Robomarkets. "Der Ölpreis bleibt damit das
Fieberthermometer der Aktienmärkte", so der Marktexperte.
Der Fokus liegt bereits auf der EZB-Sitzung am Donnerstag. Nahezu
einhellig erwarten die von der Nachrichtenagentur Bloomberg
befragten Volkswirte eine Anhebung um 0,25 Prozentpunkte auf 2,50
Prozent. Auch an den Terminmärkten ist eine Zinserhöhung fest
eingepreist.
An der Spitze des österreichischen ATX-Segments fanden sich die
Aktien der Raiffeisen Bank International (RBI) mit
einem Gewinn von 2,8 Prozent. Am Dienstag war bekannt geworden, dass
der russische Strabag-Aktionär Rasperia Trading
Limited auf die rechtzeitige Beantwortung einer Milliardenklage der
RBI verzichtet hat. Damit dürfte eine Entscheidung des
Landesgerichts für Zivilrechtssachen Wien zugunsten der Bank nur
noch eine Frage der Zeit sein. Die Aktien von Strabag gewannen 2,1
Prozent.
Die restlichen schwergewichteten Bankenwerte bewegten sich in
unterschiedliche Richtungen. Bawag gewannen 0,7
Prozent, Erste Group sackten um 0,8 Prozent ab.
EVN stiegen um 1,73 Prozent auf 29,40 Euro. Die
Analysten der Erste Group hatten ihr Kursziel für die Aktien leicht
von 36,00 auf 36,50 Euro angehoben und behielten ihre Kaufempfehlung
"Buy" für die Titel des Energieversorgers bei.
Mit Zuwächsen gingen auch weitere Energiewerte aus dem Handel. Die
Papiere des Versorgers Verbund legten um 1,9 Prozent zu, OMV
gewannen im Windschatten der Ölpreise 0,7 Prozent.
SBO waren unbewegt.
Andritz verloren 0,24 Prozent auf 83,60 Euro.
Analysten der Wiener Privatbank haben für die Anteilscheine von
Andritz ihre Empfehlung von "Kaufen" auf "Halten" herabgestuft. Das
Kursziel ("fairer Wert") wurde dagegen von 84,6 Euro auf 86,5 Euro
erhöht. Der Anlagenbauer hat heute weiters mitgeteilt, in der
Slowakei ein Megaprojekt mit einem Auftragswert im mittleren
dreistelligen Millionen-Euro-Bereich erhalten zu haben. Andritz soll
gemeinsam mit dem slowakischen Unternehmen Vuje das Wasserkraftwerk
Gabíkovo an der Donau erneuern und modernisieren.
Die Aktien von AT&S spürten die Launenhaftigkeit der
KI-Phantasien. Schwache internationale Vorgaben drückten ihren Kurs
um 4,7 Prozent hinunter, nachdem er am Vortag noch um 5,3 Prozent
gestiegen war.
Spitzenwert im ATX Prime-Segment waren RHI Magnesita
mit einem Pous von 3,3 Prozent./moe/spa/APA/stw