ROUNDUP/Aktien New York Eröffnung: Schwäche vor allem beim Dow - Nasdaq besser
An den US-Börsen hat der Handel am Dienstag
nach dem verlängerten Wochenende schwach begonnen. Auf die Stimmung
drückten die weiter steigenden Ölpreise, die der Angst vor bald
steigenden Zinsen neue Nahrung gaben. Dass die Europäische
Zentralbank (EZB) bereits an diesem Donnerstag erneut an der
Zinsschraube drehen wird, gilt ohnehin schon als nahezu sicher.
Der stärker von Standardwerten geprägte Dow Jones Industrial
gab gegen Ende der ersten Handelsstunde um 1,2
Prozent auf 52.773 Punkte nach, während der marktbreite S&P 500
um 0,4 Prozent auf 7.686 Zähler fiel.
Der technologielastige Nasdaq 100 schlug sich zwar
besser, stand aber auch mit 0,2 Prozent im Minus bei 29.488 Punkten.
Steigende Aktien mit KI-Fantasie, die einmal mehr vor allem aus dem
Chipsektor stammten, reichten an der Nasdaq-Börse in der Breite
nicht als Gegengewicht.
Laut Anastasia Amoroso vom Schweizer Vermögensverwalter Partners
Group sind die Märkte "wahrscheinlich gerade in einer Art
Verdauungsphase, da wir weltweit eine ziemlich bedeutende Anpassung
der Zentralbankpolitik durchlaufen". Daher könnten die Aktienkurse
einen Teil ihrer bisherigen Gewinne wieder abgeben oder zumindest
vor einer Konsolidierung stehen, sagte die Expertin Bloomberg TV.
Aktien der Ölkonzerne Chevron , ExxonMobil
und ConocoPhillips profitierten anders
als der Gesamtmarkt davon, dass die Ölpreise weiter steigen. Ein
Barrel der Nordseesorte Brent mit Lieferung im November kostete
zuletzt mehr als 98 US-Dollar - damit fehlt nicht mehr viel zur
psychologisch wichtigen Marke von 100 Dollar. Händler verwiesen
unter anderem auf Angriffe der jemenitischen Huthi-Miliz auf
Saudi-Arabien. Das größte Ölförderland in der Golfregion stoppte
daraufhin die Produktion in einigen Anlagen nahe der Grenze zum
Jemen.
In der Chipbranche knüpften viele Werte an ihre Kursgewinne vom
Freitag an. Branchengrößen wie Intel , ARM
oder Broadcom legten um zwei Prozent
oder mehr zu. Der Kurs von Qualcomm zog um fünf
Prozent an nach einer Mitteilung, wonach der eigentlich auf
Handychips fokussierte Hersteller eine Partnerschaft mit Amazon
zur Lieferung maßgeschneiderter Datencenter-Chips
eingeht. Diese geht außerdem einher mit Optionen auf einen
Aktienbezug.
Den Papieren des Brennstoffzellen-Entwicklers Bloom Energy
gelang dank der bevorstehenden Aufnahme in den
marktbreiten Index S&P 500 ein Kursplus von 8,4
Prozent. Die Anteilsscheine von Boston Scientific
dagegen verloren drei Prozent an Wert in Folge einer Cyberattacke.
Dyne Therapeutics prägte das generell schwache
Pharma-Branchenumfeld mit einem Kurseinbruch um 22 Prozent. Die
Aktien gerieten in den Sog negativer Nachrichten von Novartis
, da beide Firmen vergleichbare Medikamentenkandidaten
haben. Der Schweizer Pharmariese musste nach dem Studienflop mit dem
Herz-Kreislauf-Mittel Pelacarsen einen weiteren Rückschlag mit dem
Medikament Del-desiran gegen die Muskelkrankheit Myotone Dystrophie
hinnehmen./tih/nas