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Wiener Börse (Mittag) - ATX verliert 0,7 Prozent / Ölpreis in der Nähe der 100-Dollar-Marke verunsichert - Warten auf EZB-Sitzung am Donnerstag - EVN führt den ATX an

Die Wiener Börse tendierte Montagmittag weiter im Minus, ist aber wieder leicht zurückgekommen. Der Leitindex ATX verlor bis Mittag 0,66 Prozent auf 6.860,08 Punkte. Der breitere ATX Prime gab 0,62 Prozent auf 3.369,07 Einheiten ab. Damit folgte Wien dem europäischen Trend.

Spielverderber bleiben die Ölpreise, die sich infolge des Irankriegs der 100-Dollar-Marke annähern. Der anhaltende Konflikt im Nahen Osten halte die Inflationssorgen am Leben, schrieb Jürgen Molnar vom Handelshaus Robomarkets. Das dürfte dafür sorgen, dass höhere Zinsen für längere Zeit eingepreist werden. "Der Ölpreis bleibt damit das Fieberthermometer der Aktienmärkte", so der Marktexperte.

Enttäuschend fielen Deutschlands Exportzahlen aus, die nach fünf Anstiegen in Folge erstmals wieder rückläufig waren, brachten aber kaum Impulse. Der Fokus liegt bereits auf der EZB-Sitzung am Donnerstag. Die Frage ist für Andreas Lipkow, Analyst beim Broker CMC Markets, ob eine Zinserhöhung ausreicht, um die Inflation unter Kontrolle zu halten, oder ob durch weitere Straffungen die Konjunkturerholung in der Euro-Zone gefährdet sein könnte.

In Österreich fanden sich die Mehrheit der Einzelwerte im negativen Bereich. An der Spitze des ATX-Segments stand die EVN-Aktie, die sich um 1,73 Prozent auf 29,40 Euro erhöhte. Die Analysten der Erste Group haben ihr Kursziel für die Aktien leicht von 36,00 auf 36,50 Euro angehoben. Die Kaufempfehlung "Buy" wurde für die Titel des Energieversorgers unverändert beibehalten.

Mit Zuwächsen fanden sich am Vormittag auch weitere Energiewerte. Verbund zogen 1,3 Prozent hoch. SBO und OMV legten jeweils um 0,3 Prozent zu.

Strabag gewannen 0,3 Prozent. Heute wurde bekannt, dass der russische Strabag-Aktionär Rasperia Trading Limited auf die rechtzeitige Beantwortung einer RBI-Milliardenklage verzichtet hat. Damit dürfte eine Entscheidung des Landesgerichts für Zivilrechtssachen Wien zugunsten der Bank nur noch eine Frage der Zeit sein. Hintergrund der Causa ist der Streit des russischen mit österreichischen Strabag-Kernaktionären, in dessen Zug die formal unbeteiligte RBI-Tochterbank in Russland zu Schadenersatz in Milliardenhöhe verurteilt wurde. RBI-Aktien zeigten sich heute Mittag um 0,4 Prozent befestigt.

Andritz legten 0,6 Prozent zu. Der Anlagenbauer hat heute mitgeteilt, in der Slowakei ein Megaprojekt mit einem Auftragswert im mittleren dreistelligen Millionen-Euro-Bereich erhalten zu haben. Andritz soll gemeinsam mit dem slowakischen Unternehmen Vuje das Wasserkraftwerk Gabčíkovo an der Donau erneuern und modernisieren.

AT&S spürt heute die Launenhaftigkeit der KI-Phantasien. Schwache internationale Vorgaben drückten AT&S-Aktien bisher um 4,8 Prozent, nachdem sie gestern noch 5,6 Prozent in die Höhe gegangen waren.

moe/ger

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