dpa-AFX-Überblick: UNTERNEHMEN vom 04.09.2026 - 15.15 Uhr
GESAMT-ROUNDUP 2: Überraschende Einigung bei VW - aber Fragen
bleiben
WOLFSBURG - Die überraschende Einigung im VW
-Aufsichtsrat auf ein umfassendes Sparpaket mit dem
Aus für Zehntausende Stellen stößt an den betroffenen Standorten auf
Skepsis und Kritik. Hannovers Oberbürgermeister Belit Onay zeigte
sich "extrem frustriert" und sprach von einem Rückschlag. Für Emden
betonte Oberbürgermeister Tim Kruithoff: "Die Unsicherheit für die
Beschäftigten bleibt, und die kommenden Wochen werden schwierig."
Hingegen zeigte sich Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer
mit Blick auf das Werk in Zwickau zuversichtlich.
Bundesregierung begrüßt Verständigung bei VW
BERLIN - Die Bundesregierung begrüßt die Einigung auf ein
Sparkonzept beim Autobauer Volkswagen . Dies zeige,
dass das Zusammenwirken der Sozialpartner funktioniere, sagte der
stellvertretende Regierungssprecher Sebastian Hille in Berlin.
Ansonsten hätten möglicherweise noch viel größere Probleme und
Arbeitsplatzverluste im Raum gestanden. Man sei zuversichtlich, dass
alle Beteiligten weiter gemeinsam zukunftsfähige Lösungen
erarbeiten.
Bas zu VW-Sparprogramm: Standorte erhalten
BERLIN - Vor dem Hintergrund des Sparpakets bei VW
hat Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) den Autobauer
aufgefordert, vier gefährdete Fertigungsstätten in Deutschland zu
erhalten. Für zukunftsweisende Investitionen und eine kluge
Produktstrategie sehe sie dabei insbesondere das Unternehmen in der
Pflicht, sagte Bas zum Abschluss einer Klausur der
SPD-Bundestagsfraktion in Berlin.
Lies: VW-Stellenabbau etwa zur Hälfte in Deutschland
HANNOVER - Das neue Sparpaket bei Volkswagen betrifft
laut Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies auch etwa 25.000
Stellen in Deutschland. Der vom Autokonzern angepeilte Abbau von
rund 50.000 weiteren Stellen sei bislang zwar eine rechnerische
Größenordnung, sagte der SPD-Politiker und VW
-Aufsichtsrat. "Aber dann wird es ungefähr so sein,
dass ungefähr die Hälfte der dann betroffenen Stellen auf
Deutschland zufällt."
ROUNDUP: OpenAI gibt leistungsstärkerem ChatGPT-6 mehr Leitplanken
SAN FRANCISCO - Der ChatGPT-Entwickler OpenAI veröffentlicht sein
bisher leistungsstärkstes KI-Modell und hebt nach der Aufregung um
Hacking-Attacken durch Künstliche Intelligenz verstärkte
Sicherheitsvorkehrungen hervor. Man gehe davon aus, dass Menschen
mit den erweiterten Fähigkeiten von ChatGPT-6 Astra mehr und mehr
Aufgaben an die KI übertragen werden, sagte OpenAI-Managerin Mia
Glaese. Deshalb werde die Software besser überwacht, damit sie nicht
vom Interesse der Nutzer abweiche.
Mehr Großinsolvenzen: Automobilbranche besonders betroffen
HAMBURG - Die Zahl der deutschen Großinsolvenzen mit einem
Jahresumsatz von mindestens 50 Millionen Euro ist weiter gestiegen.
So wurden im ersten Halbjahr insgesamt 33 Firmenpleiten registriert,
wie aus einer der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Untersuchung
des Kreditversicherers Allianz Trade hervorgeht. Das
seien zehn Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.
Ringen um Commerzbank: Boris Rhein trifft Unicredit-Chef
FRANKFURT - Hessens Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) hat
Unicredit -Chef Andrea Orcel getroffen und ihm
angesichts der geplanten Commerzbank -Übernahme eine
Reihe von Forderungen dargelegt. Ein Sprecher der italienischen
Großbank, die sich Zugriff auf fast 50 Prozent der
Commerzbank-Anteile gesichert hat, bestätigte den Austausch und
sprach von "konstruktiven Gesprächen": "Wir haben in den letzten
Wochen sehr deutlich gemacht, dass wir den direkten Austausch mit
der Regierung suchen. Wir schätzen daher den direkten Austausch mit
Ministerpräsident Rhein sehr."
Siemens-Energy-Chef: Deutschland wird besonders stark attackiert
BERLIN - Die Energie-Infrastruktur in Deutschland wird nach Ansicht
von Siemens-Energy-Chef Christian Bruch stärker
angegriffen als in anderen europäischen Ländern. "Wir müssen
anerkennen, dass kritische Infrastruktur nicht vollumfänglich
geschützt werden kann. Aus meiner Sicht hat die Bedrohungslage über
die letzten 12 bis 18 Monate deutlich zugenommen", sagte der Manager
der Deutschen Presse-Agentur.