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Rohstoffe (Vormittag) - Brent-Ölpreis gibt etwas nach / Goldpreis gut behauptet

Die Ölpreise haben sich am Freitagvormittag etwas abgeschwächt. Ein Barrel (159 Liter) Rohöl der Referenzsorte Brent aus der Nordsee mit Lieferung im November wurde zuletzt bei 95,14 US-Dollar gehandelt und damit 0,4 Prozent unter dem Vortag. Seit Montag hat sich Rohöl der Sorte Brent deutlich verteuert, nachdem der Iran-Krieg mit gegenseitigen Angriffen der USA und des Iran wieder aufgeflammt war. Zeitweise hatte der Brent-Preis über 97 US-Dollar notiert.

Wegen der wieder gestiegenen Spannungen zwischen den USA und Iran sind die wachsenden Sorgen über anhaltende Störungen in der Straße von Hormuz unverändert das bestimmende Thema am Ölmarkt. Die Gefahr einer weiteren Eskalation ist laut Beobachtern nicht vom Tisch. So hat der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu einen Sturz der iranischen Führung als "die wichtigste Aufgabe, die noch vor uns liegt" bezeichnet. Er sei fest überzeugt, dass dies möglich sei, sagte Netanjahu nach Angaben seines Büros bei einem Treffen im Militärhauptquartier in Tel Aviv.

Die Ölmärkte würden derzeit "ihre Verwundbarkeit neu bewerten", sagte Priyanka Sachdeva, Leiterin Marktanalysen beim Broker Phillip Nova in Singapur. "Die Risikoprämie lässt sich nur begrenzt drücken, solange die zugrunde liegenden Sicherheitsprobleme ungelöst bleiben." Brent-Öl hat sich seit Jahresbeginn um fast 60 Prozent verteuert. Raffinierte Produkte wie Diesel legten wegen des Konflikts im Nahen Osten und des Kriegs zwischen Russland und der Ukraine noch stärker zu.

Der Preis für Rohöl der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) ist erneut gestiegen. Wie das OPEC-Sekretariat am Freitag in Wien mitteilte, betrug der Korbpreis am Donnerstag 98,50 US-Dollar je Barrel. Das waren 21 Cent mehr als am Mittwoch. Die OPEC berechnet diesen Preis auf Basis der wichtigsten Sorten des Kartells.

Der Goldpreis legte am Freitagvormittag geringfügig zu. Zuletzt wurde eine Feinunze (etwa 31,1 Gramm) bei 4.475,75 US-Dollar gehandelt. Das waren 0,06 Prozent mehr als am Vorabend.

Nach einem neuerlichen Rutsch in Richtung 4.300 Dollar je Feinunze, ausgelöst durch die falkenhaften Äußerungen des Fed-Chairs Kevin Warsh in Jackson Hole, hat sich Gold wieder bis auf 4.500 Dollar je Feinunze erholen können, hieß es in einem Commerzbank-Kommentar. Grund sind zunehmende Zweifel daran, dass die Fed in ihrer Sitzung im September ihre Zinsen erhöhen könnte.

Diese Zweifel wurden jüngst vor allem durch Äußerungen von Fed-Gouverneur Christopher Waller geschürt. Dieser sagte explizit, dass er keine Zinserhöhung unterstützen werde, sollte die Inflation weiter wie zuletzt moderat ausfallen.

ger/szk

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