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Chemie-Industrie profitiert vom Nahost-Konflikt

Die deutsche Chemie- und Pharmaindustrie hat infolge des Nahostkonflikts einen Aufschwung erlebt. Im zweiten Quartal dieses Jahres stieg erstmals seit drei Jahren der Umsatz spürbar um 7,3 Prozent, wie der Branchenverband VCI berichtet.

Gründe waren eine leicht gestiegene Produktion (+2,4 Prozent zum Vorquartal) und um 5,7 Prozent gestiegene Preise. Diese gehen laut Verband auf kriegsbedingte Lieferkettenprobleme der Konkurrenz aus Asien und dem Nahen Osten zurück. Diese sind stärker als die Europäer auf Transporte durch die Straße von Hormus angewiesen. Zudem hätten viele Kunden angesichts des Irankriegs ihre Lager aufgefüllt.

Der VCI sieht in der Entwicklung allerdings nur eine Atempause. Die Produktionsanlagen der Unternehmen seien mit 73,2 Prozent weiterhin unterdurchschnittlich ausgelastet und bereits im Juni seien Aufträge und Umsätze wieder zurückgegangen.

"Vorratskäufe und geopolitische Verwerfungen sind keine Trendwende. Die alten Probleme haben sich nicht in Luft aufgelöst. Die deutsche Industrie braucht endlich einen konsequenten Kurs für mehr Wettbewerbsfähigkeit", erklärt Verbandspräsident Markus Steilemann.

Für das Gesamtjahr hat der Verband schon vor einigen Wochen seine Produktionsprognose auf einen Rückgang um 1,5 Prozent abgesenkt. Noch zu Jahresbeginn war man von einer Stagnation ausgegangen.

Die höheren Erzeugerpreise sollten den Branchenumsatz im Gesamtjahr zu einem Wachstum von 2,5 Prozent tragen, erwartet der Verband. Die weiterhin schwache Auslastung, der hohe Kostendruck und eine verhaltene Industriekonjunktur belasteten die Geschäfte im zweiten Halbjahr weiter./ceb/DP/zb

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AXC0055 2026-09-03/08:38

Relevante Links: LANXESS AG, Merck KGaA, BASF SE, Bayer AG, Evonik Industries AG

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