ROUNDUP/Aktien New York Schluss: Moderate Gewinne - Ölpreise recht stabil
Nach der jüngsten Schwächephase hat der Dow
Jones Industrial am Mittwoch wieder Tritt gefasst.
Für etwas Beruhigung sorgte, dass sich die Ölpreise trotz erneuter
gegenseitiger Angriffe der USA und des Iran recht stabil präsentiert
hatten. Die Lage im Nahen Osten bleibt aber angespannt.
Der Dow stieg um 0,56 Prozent auf 53.061,95 Prunkte und beendete so
eine dreitägige Verlustserie. Für den marktbreiten S&P 500
ging es um 0,46 Prozent auf 7.666,60 Punkte hoch. Der
technologielastige Auswahlindex Nasdaq 100 legte um
0,23 Prozent auf 29.143,33 Punkte zu.
Der Aktienmarkt finde nach einem schwierigen Start in den September
wieder etwas Halt, sagte Angelo Kourkafas vom
Finanzdienstleistungsunternehmen Edward Jones Investments und fuhr
fort: "Die zugrunde liegenden Fundamentaldaten sind weiterhin
positiv." Zwar seien saisonale Gegenwinde zu beachten, doch reichten
sie allein nicht aus, um den Aufwärtstrend des Gesamtmarktes zu
bremsen.
Zuversichtlich klingende Aussagen des Chefs der New Yorker Fed
passten in das wieder etwas aufgehelltere Bild am Kapitalmarkt. Nach
Ansicht von John Williams gibt es Anzeichen für eine geringere
Inflation. Die Auswirkungen der Zölle ließen nach und die höheren
Energiepreise wirkten sich nicht auf andere Dienstleistungen aus,
sagte er in einem Interview mit dem Fernsehsender CNBC. "Die
jüngsten Daten sind ermutigend".
Die Äußerungen von Williams schlössen eine Zinserhöhung der
Notenbank im September zwar keineswegs aus, stellten jedoch die
Markteinschätzung infrage, dass eine Zinserhöhung im September so
gut wie sicher sei, sagte Finanzexperte Krishna Guha vom Analysehaus
Evercore.
Unter den Einzelwerten erklommen die Aktien Johnson & Johnson
ein Rekordhoch und zählten am Ende mit einem Plus von
1,5 Prozent auf gut 275 US-Dollar zu den besten Werten im Dow. Die
Bank UBS hatte das Kursziel für die Anteilscheine des Pharma- und
Medizintechnikkonzerns von 280 auf 320 Dollar angehoben. Die
Wachstumsstory beschleunige sich, schrieb Analyst Michael Yee.
Die Papiere von Dell zogen um fast 16 Prozent an. Der
Computerkonzern hatte starke Quartalszahlen vorgelegt und seine
Jahresprognose angehoben. Dell profitierte dabei vor allem von der
starken Nachfrage nach KI-Servern.
Auch Palo Alto Networks hatte Quartalszahlen
vorgelegt und dabei einen Gewinnausblick für das Gesamtjahr
vorgelegt, der die Markterwartungen übertraf. Die seit Jahresbeginn
stark gelaufenen Papiere sackten gleichwohl um mehr als neun Prozent
ab, was am Markt mit Gewinnmitnahmen begründet wurde.
Für die Aktien von Credo Technology ging es um ein
Fünftel abwärts. Nach der Rally der Papiere seit Jahresbeginn hatte
hier eine über der Markterwartung liegende Umsatzprognose des
Kommunikationsausrüsters für das zweite Quartal nicht ausgereicht,
um die Anleger weiter zu beeindrucken.
Die Papiere von T-Mobile US bauten ihre Tagesgewinne
nach einer Kreisemeldung etwas aus und schlossen fast drei Prozent
im Plus. Die nach Informationen der Nachrichtenagentur Bloomberg
angedachte mögliche Fusion der Deutschen Telekom mit
ihrer US-Mobilfunktochter hat Kreisen von Bloomberg zufolge nun auch
den aktivistischen Investor Elliott auf den Plan gerufen. Dieser
habe einen beträchtlichen Anteil an der Deutschen Telekom aufgebaut.
Elliott habe angedeutet, dass die Deutsche Telekom ihre Fusionspläne
fallen lassen sollte. Stattdessen sollten andere Maßnahmen ergriffen
werden, um den Wert des Unternehmens für die Aktionäre zu steigern -
etwa über eine deutliche Ausweitung der Aktienrückkäufe./la/he