ROUNDUP/Aktien Frankfurt Eröffnung: Dax-Talfahrt verlangsamt sich
Die Dax-Korrektur nach dem
jüngsten Rekordhoch hat sich am Mittwoch fortgesetzt. Allerdings
fielen die Kursverluste trotz weiter steigender Ölpreise, anhaltend
hoher Anleihezinsen und tiefroter Vorgaben von den asiatischen
Börsen nicht so deutlich wie zuletzt aus. Er bleibe trotz des
kurzfristigen Drucks auf die Kurse positiv für die Aktienmärkte der
Eurozone gestimmt, betonte Mark Haefele, der für die
Vermögensverwaltung bei der Schweizer Großbank UBS verantwortlich
zeichnet.
Über eine Stunde nach Handelsbeginn sank der deutsche Leitindex
lediglich um 0,45 Prozent auf 25.854 Punkte. Damit entfernte er sich
weiter von der viel beachteten Marke von 26.000 Punkten - das
Juli-Zwischenhoch bei 25.900 Punkten gab ihm nur kurzzeitig Halt.
Der Index blieb allerdings klar über der für den kurz- bis
mittelfristigen Trend wichtigen 50-Tage-Linie, die aktuell bei
25.648 Punkten verläuft. Der MDax der mittelgroßen
Unternehmen gab am Mittwochvormittag um 1,00 Prozent auf 31.852
Punkte nach. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50
verlor nur 0,2 Prozent.
In New York war am Dienstag vor allem die Technologiebörse Nasdaq
unter Druck geraten. In Asien wiesen die technologielastigen Indizes
wie der japanische Nikkei 225 , der
südkoreanische Kospi und der taiwanische Topix am
Mittwoch noch deutlichere Verluste aus.
Die USA und der Iran greifen sich weiter gegenseitig an, was die
Ölpreise nach oben treibt. Das US-Militär attackierte nach eigenen
Angaben in der Nacht Luftabwehrstellungen und Radarsysteme der
iranischen Revolutionsgarden sowie Gerät zum Verlegen von Seeminen.
Der Iran reagierte mit Raketen- und Drohnenangriffen auf Jordanien,
Kuwait und Bahrain. Diese Staaten sind mit Washington verbündet und
beherbergen US-Militärstützpunkte.
UBS-Experte Haefele hält die europäischen Aktienmärkte dennoch
weiter für attraktiv. Da er die Inflationsentwicklung vor allem den
steigenden Energiepreisen geschuldet sieht, geht er nicht davon aus,
dass die als sicher geltende Leitzinserhöhung der Europäischen
Zentralbank (EZB) kommende Woche einen generellen
Zinserhöhungszyklus einleitet. Haefele verwies zudem auf die weiter
anziehende Wirtschaftsaktivität, die stärkeren Unternehmensgewinne
und die vernünftigen Bewertungen als Ausgangspunkt für steigende
Aktienkurse.
Am deutschen Markt stach zur Wochenmitte Gea mit
einem Kursrückgang um 2,8 Prozent auf 64,95 Euro heraus. Hier
belastete eine Platzierung. Die staatliche Kuwait Investment
Authority (KIA) bietet rund fünf Millionen Aktien des Anlagenbauers
zu einem Preis von 64,85 bis 65,50 Euro je Anteilsschein an, wie die
Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet. Das entspricht einem
Abschlag von rund zwei bis drei Prozent gegenüber dem letzten
Schlusskurs. Laut Gea lag die Beteiligung des kuwaitischen
Staatsfonds zuletzt bei 10,5 Prozent. Dieser gilt als einer der
wichtigsten und langjährigsten Großaktionäre. Die restlichen Anteile
befinden sich im Streubesitz.
Die Volkswagen (VW) -Titel büßten ebenfalls 2,8
Prozent ein. Der Autobauer muss den EuroStoxx 50 am 21. September
verlassen, wie der Indexanbieter ISS Stoxx am Dienstagabend bekannt
gab. Angesichts der Krise der Wolfsburger ist der Aktienkurs seit
Jahresbeginn um mehr als ein Viertel gesunken. Überraschend kommt
der Abstieg aus dem europäischen Leitindex einem Händler zufolge
nicht.
Zudem müssen unter anderem der Flughafenbetreiber Fraport
und der Autozulieferer Aumovio ihre
Plätze im marktbreiten Stoxx Europe 600 räumen.
Während die Fraport-Titel der Nachricht mit einem Plus von 0,8
Prozent trotzten, ging es für Aumovio im schwachen Branchenumfeld
um 2,2 Prozent nach unten.
Derweil zählte die Deutsche Bank mit einem Kursgewinn
von 1,5 Prozent zu den besten Dax-Werten. Die Aktien erreichten
zeitweise den höchsten Stand seit Anfang 2014. Chris Hallam von der
US-Investmentbank Goldman Sachs hob sein Votum an und rät nun zum
Kauf. Er sieht die Frankfurter am Beginn einer "Ära höherer
Profitabilität" und betonte zudem die günstige Bewertung.
Bei Adidas konnten sich die Anleger über eine
Kurserholung in einer ähnlichen Größenordnung freuen. Die britische
Investmentbank Barclays nahm die Bewertung des Sportwarenherstellers
mit einer positiven Anlageempfehlung auf. Die neu verantwortliche
Analystin Viktoria Petrova sieht insbesondere die Innovationstage
der Herzogenauracher am 23. und 24. September als
Kurstreiber./gl/stk