Wiener Börse (Mittag) - ATX dreht 0,66 Prozent ins Minus / International belasten die Ölpreise - Inflation im Euroraum macht Zinserhöhung wahrscheinlicher
--------------------------------------------------------------------- KORREKTUR-HINWEIS In APA0180 vom 01.09.2026 muss es im ersten Absatz richtig heißen: Der breitere ATX prime baute 0,47 Prozent auf 3.312,65 Einheiten ab. (nicht: Der breitere ATX prime baute 0,09 Prozent auf 3.331,14 Einheiten auf.) ---------------------------------------------------------------------
Die Wiener Börse hat am Dienstag zu Mittag nach anfänglichen Gewinnen kräftig in die Verlustzone gedreht. Der Leitindex ATX fiel um 0,66 Prozent auf 6.723,53 Punkte zu. Der breitere ATX prime baute 0,47 Prozent auf 3.312,65 Einheiten ab. Europas Leitbörsen tendierten ebenfalls mit Verlusten.
Keine aufbauenden Signale lieferten die Inflationsdaten für den Euroraum. Die Verbraucherpreise stiegen nämlich im August um kräftige 3,3 Prozent, nach 2,9 Prozent im Juli, wie das EU-Statistikamt am Dienstag auf Basis vorläufiger Daten mitteilte. Angesichts des anhaltend hohen Preisdrucks mehren sich die Signale aus der EZB, die auf eine baldige Zinserhöhung hindeuten. Im gesamten Euroraum seien die Aufwärtsrisiken für die Inflation zuletzt wieder gestiegen, sagte der Gouverneur der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB), Martin Kocher: "Sollte sich dieses Bild in der nächsten EZB-Prognose bestätigen, halte ich eine weitere Zinserhöhung in naher Zukunft für notwendig."
Belastend wirkt auch die neuerliche Eskalation im Irankrieg, der die Ölpreise in die Höhe treibt. So meldete etwa das auf maritime Sicherheit spezialisierte Beratungsunternehmen Marisks, dass jüngst zwei Rohöl-Tanker von unbekannten Geschossen getroffen wurden. Nach Angaben von Marisks befanden sich beide Schiffe gerade auf der Ausfahrt aus dem Persischen Golf. Zuvor hatte bereits die britische Behörde zur Sicherheit der Schifffahrt (UKMTO) in der Nacht gemeldet, dass in der Straße von Hormuz erneut ein Öltanker angegriffen worden sei.
In Österreich haben Analysten der Erste Group Research das Kursziel für den Ölfeldausrüster SBO von 39,8 auf 35,5 Euro hinuntergesetzt. Die Empfehlung "Accumulate" bleibt bestehen. Erklärt wird die Entscheidung damit, dass die Ergebnisse aus dem ersten Halbjahr den herausfordernden Markt bestätigen, wobei die Zahlen durch negative Auswirkungen des Nahost-Konflikts beeinträchtigt wurden. Der Markt werde durch Ölpreisvolatilität, operative Schwierigkeiten in der Ölindustrie der Golfregion und verhaltenes globales Wirtschaftswachstum gebremst. SBO lagen um die Mittagszeit mit plus 0,32 Prozent bei 31,35 Euro.
An der Spitze des ATX lagen dem internationalen Trend folgend OMV mit plus 1,3 Prozent. Verbund bauten 0,9 Prozent auf.
Keine gemeinsame Richtung ist bei den schwergewichteten Bankenwerten auszumachen. BAWAG büßten als ATX-Schlusslicht 2,1 Prozent ein. Raiffeisen Bank International (RBI) fielen um 1,9 Prozent. Erste Group hingegen zogen 0,2 Prozent hinauf.
moe/ste
ISIN AT0000999982