Biontech bricht Studie zu mRNA-Darmkrebstherapie ab
Der Biotech-Konzern Biontech hat
eine Phase-II-Studie zu einem mRNA-Impfstoff zur Behandlung von
Darmkrebs abgebrochen. Dabei wurde Autogene Cevumeran als
Monotherapie Darmkrebs-Hochrisikopatienten getestet, die bereits
operiert wurden. Das unabhängige Data Safety Monitoring Board hatte
bereits in der Vergangenheit auf Basis von Studiendaten angemerkt,
dass diese nicht ausreichten, um belastbare Aussagen zur Wirksamkeit
zu treffen. Nun sei das Gremium zudem zu dem Schluss gekommen, "dass
eine weitere Fortführung der Studie das Wirksamkeitssignal
voraussichtlich nicht verändern würde", teilte Biontech am Freitag
mit. Der Aktienkurs sackte daraufhin an der Börse in New York um 10
Prozent ab.
Eine andere Phase-II-Studie mit Autogene Cevumeran in Kombination
mit Checkpoint-Inhibition und Chemotherapie zur Behandlung von
Bauchspeicheldrüsenkrebs wird derweil fortgesetzt. Biontech war der
breiten Öffentlichkeit vor allem in der Corona-Pandemie wegen seines
Impfstoffes gegen die Krankheit bekannt geworden. Nach der Pandemie
legte die Unternehmensführung den strategischen Fokus wieder auf die
Onkologie.
Erst Mitte August hatten die Konkurrenz des Mainzer Konzerns für
Aufsehen gesorgt: Die beiden US-Pharmakonzerne Moderna
und Merck & Co erzielten mit dem
gemeinsam entwickelten personalisiertem mRNA-Krebsimpfstoff
Intismeran einen wichtigen Erfolg. So senkte das Vakzin in
Kombination mit dem Immunmedikament Keytruda von Merck die Rate des
Wiederauftretens von Melanomen - sogenannter schwarzer Hautkrebs -
stärker als die Immuntherapie allein. Der Arzneimitteltest der
beiden Unternehmen war allerdings schon in der zulassungsrelevanten
Phase III angekommen./mis/he