AKTIEN IM FOKUS: Marvell nach Zahlen stark unter Druck - Nvidia fällt auch
Marvell Technology hat die zuvor
von Nvidia neu entfachte Euphorie rund um Künstliche
Intelligenz (KI) am Freitag wieder spürbar gedämpft. Die Aktie des
KI-Chipherstellers sackte im vorbörslichen US-Handel zuletzt um acht
Prozent ab. Für Nvidia ging es ein Prozent nach unten. Auch der
technologielastige Auswahlindex Nasdaq 100 wird etwas
tiefer erwartet. Quartalszahlen von Marvell kamen bei den Anlegern
nicht gut an, obwohl das US-Unternehmen seine Ziele nach oben
geschraubt hatte.
"Marvell entwickelt sich neben Nvidia und Broadcom zu
einem wichtigen Profiteur des KI-Infrastrukturbooms", schrieb der
E-Toro-Marktanalyst Maximilian Wienke. Ein zentraler
Wachstumstreiber seien maßgeschneiderte KI-Chips für sogenannte
Hyperscaler. Neben Nvidia wirke Marvell zwar wie ein kleiner Fisch,
habe beim Börsenwert aber immerhin ungefähr die Größenordnung von
SAP erreicht. Während die Nvidia-Aktie seit
Jahresbeginn um rund 22 Prozent gestiegen ist, hat Marvell sogar gut
184 Prozent zugelegt. "Nach der extremen Kursrally ist allerdings
bereits viel Wachstum eingepreist", ergänzte Wienke.
Die frische Quartalsbilanz sorgte daher nicht für neuen Rückenwind.
Goldman-Analyst James Schneider bezeichnete die Ergebnisse des
KI-Chipherstellers zwar als grundsätzlich positiv, die
Markterwartungen seien jedoch immens hoch gewesen. Blayne Curtis vom
Analysehaus Jefferies verwies auf lediglich moderat bessere
Resultate, die an der Gesamteinschätzung von Marvell nichts
änderten.
UBS-Experte Timothy Arcuri erwähnte, nach vorab ermutigenden
Kommentaren von Marvell und einer milliardenschweren Partnerschaft
mit der Google-Mutter Alphabet seien
die Zahlen für den Markt unspektakulär ausgefallen. Arcuri lobte
zwar höhere Umsatzziele für die kommenden beiden Jahre, diese seien
in optimistischen Schätzungen allerdings bereits eingepreist
gewesen.
Laut Analyst Atif Malik von der US-Bank Citigroup richtet sich der
Fokus nun auf den Investorentag von Marvell Anfang Oktober. Dann
wolle der KI-Chiphersteller ein umfassenderes, langfristiges
Strategie-Update liefern./niw/tih/stk