ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Verlustserie beendet - Dax über 26.000 Punkten
Der Dax hat sich am Freitag
nach einer viertägigen Verlustserie etwas erholt. Nach
Anlaufschwierigkeiten schaffte es der deutsche Leitindex wieder über
die psychologisch wichtige Marke von 26.000 Punkten, die am Vortag
erstmals seit Anfang August wieder unterschritten wurde. Was den
zuletzt belastenden Anstieg der Renditen an den Anleihemärkten
betrifft, beruhigte sich die Lage etwas. Ins Plus absetzen konnte er
sich auch mit Rückenwind von der Wall Street.
Über die Ziellinie ging der Dax 0,59 Prozent höher bei 26.136,56
Punkten, wodurch er sein Wochenminus auf 1,2 Prozent reduzieren
konnte. Weil sich der deutsche Leitindex derzeit über der
21-Tage-Indikatorlinie hält, bleibt der kurzfristige Aufwärtstrend
aus technischer Sicht intakt. Der MDax mit den
mittelgroßen deutschen Unternehmen verbuchte am Freitag eine
Erholung um 1,25 Prozent auf 32.110,41 Punkte.
Laut dem Helaba-Experten Markus Reinwand sind die Anleger derzeit
"noch immer damit beschäftigt, ihre Portfolios neu auszurichten". In
einem globalen Industriezyklus, der sich derzeit verbessere, rechnet
die hessisch-thüringische Landesbank aber zeitnah mit weiterem
Rückenwind am Aktienmarkt. Bis Ende des Jahres sieht sie den Dax nun
bei 27.000 Punkten.
Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners schränkte am
Freitag die Bedeutung der jüngsten Abwärtsbewegung auch mit einem
saisonal nur sehr geringen Handelsvolumen ein. Er sprach von einem
"Abwarte-Markt", bei dem zuletzt "sehr wenige Verkäufer auf noch
weniger Käufer" getroffen seien.
Unternehmensseitig standen vor dem Wochenende einige Nachzügler der
Berichtssaison im Fokus. Ein getrübter Geschäftsausblick brockte
Fielmann einen Kursrutsch von 6,6 Prozent ein.
Zeitweise sackten die Aktien auf ein Tief seit dem Frühjahr 2023 ab.
Die Optikerkette musste wegen der anhaltend mauen Konsumstimmung in
Deutschland ihre Jahresziele nach unten schrauben.
Der Eventvermarkter CTS Eventim sorgte nur Anfangs
mit seinen Geschäftszahlen für Verstimmung, die Aktien fingen sich
am Tief seit Anfang Juli und drehten mit 2,6 Prozent ins Plus.
Kritisch gesehen wurde zunächst die Marge im Ticketgeschäft. Lara
Simpson von der US-Bank JPMorgan konstatierte aber eine intakte
Geschäftsdynamik. Hoffnung legen Analysten in einen Kapitalmarkttag
im November.
Beim Dialyseanbieter FMC sorgte die Meldung, dass der
Medizinkonzern Fresenius seinen Anteil weiter
reduziert hat, für einen Kursrückgang um 1,8 Prozent. FMC-Aktien im
Wert von rund 300 Millionen Euro wurden an ausgewählte
institutionelle Investoren verkauft. Fresenius dagegen ging im Plus
aus dem Handel.
Impulse aus China halfen europaweit den zuletzt schwächelnden
Rohstoffwerten . Die Titel des Kupferkonzerns Aurubis
-Titel legten vier Prozent zu, aber noch mehr waren
Stahlwerte gefragt. Im MDax wurden Thyssenkrupp
und Salzgitter mit Kurssprüngen um 5,6
respektive 8,2 Prozent zu einer wichtigen Stütze.
Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg plant die
chinesische Führung, die Konjunktur mit stärkeren Finanzhilfen
anzukurbeln. Damit will sie auf schwächere Wirtschaftsdaten im Juli
reagieren. Für Thyssenkrupp hob der Citigroup-Experte Ephrem Ravi
zudem sein Kursziel deutlich auf 20 Euro an. Aktuell ist unter
Analysten keine höhere Zielmarke bekannt.
Auf europäischer Ebene gewann der EuroStoxx 50 0,63
Prozent auf 6.462,22 Punkte. Auch außerhalb der Eurozone legten die
Leitbörsen in Zürich und London zu. An der New Yorker Wall Street
konnte der Dow Jones Industrial sein Plus zuletzt auf
0,9 Prozent ausbauen. Der technologielastige Nasdaq 100
war dem dann auch in die Gewinnzone gefolgt./tih/nas