Aktien Frankfurt: Dax stabilisiert sich über 26.000 Punkten
Der Dax hat sich nach einer
viertägigen Verlustserie am Freitag stabilisiert. Um die Mittagszeit
stieg der deutsche Leitindex um 0,22 Prozent auf 26.040 Punkte.
Damit schaffte er es nach Anlaufschwierigkeiten wieder über die viel
beachtete Marke von 26.000 Punkten. Auf Wochensicht steuert der
Index auf ein Minus von 1,5 Prozent zu.
Belastet hat in den vergangenen Tagen vor allem der Anstieg der
Renditen an den Anleihemärkten. Bisher hält der Dax sich aber über
der 21-Tage-Linie, womit aus technischer Sicht der kurzfristige
Trend intakt bleibt.
Der MDax der mittelgroßen Unternehmen gewann zuletzt
0,77 Prozent auf 31.960 Punkte. Für den Eurozonen-Leitindex
EuroStoxx 50 ging es um 0,2 Prozent hoch.
Als Kursstütze erwiesen sich die nach den Vortagsverlusten erholt
erwarteten US-Börsen. Aus Asien kamen zuvor keine klaren Impulse:
Mit dem japanischen Nikkei 225 und dem
südkoreanischen Kospi entwickelten sich die wichtigsten der
technologielastigen asiatischen Indizes in unterschiedliche
Richtungen.
Experte Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners erinnerte
mit Blick auf die viertägige Dax-Verlustserie daran, dass es fünf
negative Handelstage in Folge zuletzt im April gegeben habe.
"Allerdings war das Handelsvolumen gestern das bislang
zweitniedrigste in diesem Kalenderjahr. Es werden also weiterhin nur
in geringem Stil Gewinne mitgenommen", relativierte er die jüngste
Schwäche.
Vor dem Wochenende standen einige Nachzügler der
Unternehmensberichtssaison im Fokus. Ein trüberer Geschäftsausblick
brockte dem Optikerkonzern Fielmann einen Kursrutsch
von 6,8 Prozent ein. Zeitweise sackten die Aktien bis auf 37,95 Euro
und damit ein Tief seit dem Frühjahr 2023 ab. Das Unternehmen war
schon Anfang Juli mit den vorläufigen Halbjahreszahlen vorsichtiger
geworden und hatte für Umsatz und bereinigtes Ergebnis vor Zinsen,
Steuern und Abschreibungen (Ebitda) das untere Ende der Zielspannen
in Aussicht gestellt.
Einem Händler zufolge liegen die bisherigen Konsensschätzungen für
den Umsatz und die bereinigte Ebitda-Marge knapp über den oberen
Enden der neuen Zielspannen. Dass Fielmann im zweiten Halbjahr
weiterhin eine Beschleunigung des Umsatzwachstums erwartet,
besänftigte den Markt nicht.
Der Ticketvermarkter und Veranstalter CTS Eventim
berichtete für das zweite Quartal erneut ein prozentual
zweistelliges Wachstum für den Umsatz und das bereinigte Ebitda. Im
Vergleich zum Jahresauftakt schwächte sich die Dynamik jedoch ab.
Händler sprachen von einem durchwachsenen Zwischenbericht mit einer
enttäuschenden Margenentwicklung. Die Aktien sackten trotz der
bestätigten Jahresprognose um bis zu 9,5 Prozent ab, dämmten ihr
Minus zuletzt aber deutlich ein auf nur noch 1,4 Prozent.
Beim Dialyseanbieter FMC sorgte die Meldung, dass der
Medizinkonzern Fresenius seinen Anteil weiter
reduziert hat, für einen Kursrückgang um 1,3 Prozent. Der
Gesundheitskonzern verkauft 7,8 Millionen Aktien im Wert von rund
300 Millionen Euro an ausgewählte institutionelle Investoren. Dies
entspricht rund 2,9 Prozent des Grundkapitals an FMC. Die
Fresenius-Titel hielten sich im schwachen Branchenumfeld mit minus
0,3 Prozent noch recht gut.
Derweil halfen Impulse aus China den zuletzt schwächelnden
Rohstoffwerten . Auch Stahlaktien waren stark gefragt.
So erholten sich Thyssenkrupp um 4,2 Prozent auf
13,20 Euro, Salzgitter gewannen sogar 5,6 Prozent.
Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg plant die
chinesische Führung, die Konjunktur mit stärkeren Finanzhilfen
anzukurbeln. Damit will sie auf schwächere Wirtschaftsdaten im Juli
reagieren. Für Thyssenkrupp hob Citigroup-Experte Ephrem Ravi zudem
sein Kursziel deutlich auf 20 Euro an und blieb bei seiner
Kaufempfehlung./gl/jha/