ROUNDUP/Aktien Europa Schluss: EuroStoxx schwächer - China-Abkommen stützt SMI
Der EuroStoxx 50 hat
seinen jüngsten Abwärtstrend am Donnerstag fortgesetzt. Angesichts
erneut steigender Anleiherenditen und höherer Ölpreise blieben
Anleger zurückhaltend. Aus dem Handel ging der Eurozonen-Leitindex
mit minus 0,35 Prozent auf 6.422,06 Punkte.
Außerhalb des Euroraums sah es etwas besser aus. Der britische FTSE
100 schloss mit plus 0,04 Prozent auf 10.748,16
Punkte nur wenige Zähler unter seinem Tageshoch.
Der schweizerische Leitindex SMI grenzte seine
Verluste zum Handelsschluss auf 0,13 Prozent auf 14.368,16 Punkte
ein. Grund für den Auftrieb gegen Handelsende war die Meldung über
ein Freihandelsabkommen der Schweiz mit China. Das half
verschiedenen Exportwerten. Am augenfälligsten reagierten Swatch
, die im späten Handel deutlich hochzogen und den Tag
1,3 Prozent höher beendeten. Der Konzern produziert den
überwiegenden Teil seiner Uhren und Komponenten in der Schweiz.
Die Ankündigung des US-Finanzministeriums am Vortag, verstärkt
langlaufende Staatsanleihen zurückzukaufen, hatte nur vorübergehend
den Aufwärtsdruck von den Renditen genommen. Diese zogen am
Donnerstag wieder an. Bond-Buybacks verbesserten die Marktmechanik,
nicht aber die Schuldentragfähigkeit, kommentierte dies der
Kapitalmarktexperte Serge Nussbaumer vom schweizerischen
Wertpapierhaus Maverix. Die Staatsverschuldung der Vereinigten
Staaten legte zum ersten Mal auf mehr als 40 Billionen US-Dollar zu.
Vor dem Hintergrund der verfahrenen Lage zwischen den USA und dem
Iran legten die Ölpreise zu. Die Aktien von Eni und
BP profitierten davon mit Aufschlägen von 2,6
beziehungsweise 2,4 Prozent. US-Präsident Donald Trump drohte dem
Iran mit einem Wirtschaftskrieg.
Schwach waren Aktien von Einzelhändlern. Eine gesenkte
Gewinnprognose für das Geschäftsjahr 2026/27 schickte die Aktien von
JD Sports um mehr als 14 Prozent nach unten. Der
britische Sportmodehändler hatte - wie vor rund anderthalb Wochen
bereits der Schweizer Konkurrent On Holding - mit
schwachen Umsätzen im zweiten Geschäftsquartal enttäuscht. Am Ende
im EuroStoxx belastete dies auch die Anteile von Adidas
mit minus 3,1 Prozent.
In den USA enttäuschte zudem Walmart im abgelaufenen
Quartal mit dem wichtigen US-Geschäft, womit die Branche zusätzlich
unter Druck geriet. Ahold Delhaize büßten 1,9 Prozent
ein.
Michelin gewannen 1,1 Prozent. Die US-Bank JPMorgan
hatte die Anteile von "Neutral" auf "Overweight" hochgestuft.
Analyst Jose Asumendi begründete seine Zuversicht mit einer höheren
Nachfrage nach Ersatzreifen für Lkw sowie strukturellem Wachstum bei
High-Tech-Verbundwerkstoffen./ajx/he