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Aktien Frankfurt: Dax rutscht unter Marke von 26.000 Punkte

Der Dax hat am Donnerstag seine Verluste ausgeweitet. Um die Mittagszeit stand der deutsche Leitindex 0,44 Prozent im Minus bei 25.977 Punkten. Damit setzte er den jüngsten Abwärtstrend fort. Mit dem Rutsch unter die runde Marke von 26.000 Punkten testete er die für den kurzfristigen Trend wichtige 21-Tage-Linie, die als Unterstützung zunächst aber hielt. Der MDax der mittelgroßen Unternehmen trat zuletzt auf der Stelle. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um 0,2 Prozent nach unten.

Sein Rekordhoch hatte der Dax in der Vorwoche bei 26.573 Punkten erreicht. Seither fehlen Impulse. Gestiegene Renditen an den Anleihemärkten und die wieder steigenden Ölpreise wegen des Iran-Kriegs belasten die Stimmung. Vor dem Hintergrund fehlender Erfolge bei den Verhandlungen mit Teheran drohte US-Präsident Donald Trump dem Iran mit einem beispiellosen "Wirtschaftskrieg".

Zur Wochenmitte habe der Dax noch weitgehend "dem Asien-Beben getrotzt", betonte Analyst Frank Sohlleder vom Broker Activtrades. Er warnte aber auch, es bleibe abzuwarten, ob sich der Index stabilisiere oder ihn "die Mischung aus steigenden Energiekosten und Zinsunsicherheit in die Knie zwingt".

Halbjahreszahlen von Tonies halfen den Aktien nicht dauerhaft. Sie sanken zuletzt um 1,5 Prozent. Der Spielwarenhersteller berichtete für das erste Halbjahr eine überraschend deutliche Umsatzsteigerung. Allerdings gingen die Ergebniskennziffern wegen Produktmix-Effekten und neuer US-Zölle deutlich zurück. Dass das bereinigte operative Ergebnis (Ebitda) laut Metzler-Analyst Felix Dennl über der Konsensschätzung lag, verpuffte am Markt. Oliver Wojahn von MWB Research machte die Entwicklung der freien Barmittel als entscheidenden Schwachpunkt im Zahlenwerk aus.

Für deutliche Kursausschläge sorgten auch Analystenaussagen. Die Aktien von Sartorius gewannen dank einer Kaufempfehlung der Schweizer Bank UBS als MDax-Spitzenreiter 5,2 Prozent. Premium-Wachstum verdiene auch eine Premium-Bewertung, begründete Matthew Weston seine Hochstufung. Er hob seine Umsatz- und Ergebnisprognosen für den Labordienstleister und Pharmazulieferer bis 2031 im Schnitt um rund drei Prozent an.

Im Dax führte der Reifenhersteller Continental mit einem Kursplus von 1,5 Prozent die Gewinnerliste an. Jose Asumendi von der US-Bank JPMorgan äußerte sich in einer Brancheneinschätzung positiv zu Continental und Konkurrent Michelin , dessen Aktien er nun ebenfalls mit "Overweight" empfiehlt. Er passte seine Schätzungen für Europas Reifenhersteller an die jüngsten monatlichen Absatzzahlen an. Von Conti bleibt Asumendi weiter überzeugt angesichts einer robusten Profitabilität im Reifengeschäft.

Dagegen sackten die Brenntag -Titel am Dax-Ende um 2,9 Prozent auf 59,90 Euro ab. Die US-Investmentbank Bank of America nahm die Bewertung mit einem Kursziel von 55 Euro und der Einstufung "Underperform" wieder auf. Für den Chemikalienhändler gehe es nach den außerordentlichen Gewinnen im Zuge des Nahost-Kriegs zurück zum "business as usual", schrieb Matthew Yates . Er zeigte sich überrascht, dass der Konsens für 2027 noch stabile Ergebnisse erwarte. Yates selbst stapelt tiefer, da Einsparungen die wegfallenden Übergewinne nicht kompensieren dürften.

Eine gestrichene Kaufempfehlung von Kepler Cheuvreux führte beim Werbevermarkter Ströer zu einem Kursrückgang von 3 Prozent. Die Experten des Analysehauses vermissen kurzfristige Kurstreiber abseits einer möglichen Übernahmeofferte aus Kreisen von Finanzinvestoren. Im Mai war bekannt geworden, dass die US-Private-Equity-Gesellschaft Blackstone wohl nicht mehr an einer möglichen Übernahme interessiert ist./gl/jha/

--- Von Gerold Löhle, dpa-AFX ---

 ISIN  DE0008469008  DE0008467416

AXC0123 2026-08-20/12:03

Relevante Links: Brenntag SE, Compagnie Generale des Etablissements Michelin, Continental AG, Sartorius AG, Ströer SE & Co. KGaA

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