ROUNDUP/Aktien Frankfurt Eröffnung: Dax gibt weiter nach
Der Dax hat am Donnerstag
nachgegeben. In der ersten Handelsstunde sank der deutsche Leitindex
um 0,34 Prozent auf 26.002 Punkte. Damit knüpfte er an seine
jüngsten moderaten Verluste an - die runde Marke von 26.000 Punkten
wackelt weiter.
Der MDax der mittelgroßen Unternehmen trat am
Vormittag mit 31.817 Punkten ebenso nahezu auf der Stelle wie der
Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 .
Sein Rekordhoch hatte der Dax in der Vorwoche bei 26.573 Punkten
erreicht. Seither fehlen Impulse. Gestiegene Renditen an den
Anleihemärkten und die wieder höheren Ölpreise wegen des Iran-Kriegs
belasteten die Stimmung.
Am späteren Mittwoch setzte eine Entspannung am Anleihemarkt an. Die
Renditen kamen zurück, nachdem das US-Finanzministerium angekündigt
hatte, die Rückkäufe langlaufender Anleihen zu erhöhen. Das stützte
den angeschlagenen Dax am Donnerstag ein Stück weit.
Der Zwischenbericht von Tonies half den Aktien nicht
dauerhaft. Nach einem positiven Start sanken sie zuletzt als
Schlusslicht im Nebenwerte-Index SDax um 4,6 Prozent.
Der Spielwarenhersteller berichtete für das erste Halbjahr eine
überraschend deutliche Umsatzsteigerung und bestätigte die
Jahresziele. Allerdings gingen die Ergebniskennziffern wegen
Produktmix-Effekten und neuer US-Zölle deutlich zurück. Dass das
bereinigte operative Ergebnis (Ebitda) laut Metzler-Analyst Felix
Dennl über der Konsensschätzung lag, verpuffte am Markt.
Für deutliche Kursausschläge sorgten auch Analystenaussagen. Die
Aktien von Sartorius gewannen dank einer
Kaufempfehlung der Schweizer Bank UBS als MDax-Spitzenreiter 5,1
Prozent. Premium-Wachstum verdiene auch eine Premium-Bewertung,
begründete Matthew Weston seine Hochstufung. Er hob seine Umsatz-
und Ergebnisprognosen für den Labordienstleister und
Pharmazulieferer bis 2031 im Schnitt um rund drei Prozent an.
Im Dax führte der Reifenhersteller Continental mit
einem Kursplus von 1,8 Prozent die Gewinnerliste an. Jose Asumendi
von der US-Bank JPMorgan äußerte sich in einer Brancheneinschätzung
positiv zu Continental und Konkurrent Michelin ,
dessen Aktien er nun ebenfalls mit "Overweight" empfiehlt. Er passte
seine Schätzungen für Europas Reifenhersteller an die jüngsten
monatlichen Absatzzahlen an. Von Conti bleibt Asumendi weiter
überzeugt angesichts einer robusten Profitabilität im
Reifengeschäft.
Dagegen sackten die Brenntag -Titel am Dax-Ende um 3
Prozent auf knapp 60 Euro ab. Die US-Investmentbank Bank of America
nahm die Bewertung mit einem Kursziel von 55 Euro und der Einstufung
"Underperform" wieder auf. Für den Chemikalienhändler gehe es nach
den außerordentlichen Gewinnen im Zuge des Nahost-Kriegs zurück zum
"business as usual", schrieb Matthew Yates. Er zeigte sich
überrascht, dass der Konsens für 2027 noch stabile Ergebnisse
erwarte. Yates selbst stapelt tiefer, da Einsparungsimpulse die
wegfallenden Übergewinne nicht kompensieren dürften.
Die Streichung einer Kaufempfehlung durch Kepler Cheuvreux führte
beim Werbevermarkter Ströer zu einem Kursrückgang von
2,8 Prozent. Die Experten des Analysehauses vermissen kurzfristige
Kurstreiber abseits einer möglichen Übernahmeofferte aus Kreisen von
Finanzinvestoren. Im Mai war bekannt geworden, dass die
US-Beteiligungsgesellschaft Blackstone wohl nicht
mehr an einer möglichen Übernahme interessiert ist./gl/mis