FACC erhält Rückenwind von anhaltendem Luftfahrtboom / Oberösterreichischer Luftfahrtzulieferer steigerte im ersten Halbjahr Umsatz und operatives Ergebnis
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Der börsennotierte, oberösterreichische Luftfahrtzulieferer FACC erhält Rückenwind vom anhaltenden Luftfahrtboom. Im ersten Halbjahr 2026 stieg der Konzernumsatz gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres um 8,6 Prozent auf 526 Mio. Euro, während das operative Ergebnis (EBIT) um 38 Prozent auf 25,3 Mio. Euro zulegte, wie das Unternehmen am Mittwoch bekanntgab. Die EBIT-Marge erhöhte sich von 3,8 auf 4,8 Prozent.
"Der erfolgreiche FACC-Wachstumskurs hat sich im ersten Halbjahr 2026 fortgesetzt", sagte CEO Robert Machtlinger bei der Ergebnispräsentation. Getragen werde die positive Entwicklung von einer weltweit anhaltend hohen Nachfrage nach neuen Verkehrsflugzeugen. Demnach planen Airbus, Boeing, COMAC und Embraer 2026 gemeinsam rund 1.700 neue Flugzeuge an ihre Kunden auszuliefern. Gleichzeitig umfasse der weltweite Auftragsbestand der Airlines über 18.000 bestellte Flugzeuge, was die Produktion für die nächsten sieben bis zehn Jahre auslasten werde.
Zivile Luftfahrtindustrie auf Wachstumskurs
Als Entwicklungspartner und Lieferant aller großen internationalen Flugzeug- und Triebwerkshersteller profitiere FACC unmittelbar davon. Nahezu jedes moderne Passagier- und Geschäftsreiseflugzeug enthalte heute Leichtbaukomponenten aus Oberösterreich, hieß es. Auch das 2024 innerhalb des Unternehmens gestartete Effizienzprogramm "CORE" zeige Wirkung.
Die zivile Luftfahrtindustrie steht laut Machtlinger vor einem Wachstumsschub. "Man geht davon aus, dass sich die Zahl der Flugpassagiere in den kommenden zwanzig Jahren mehr als verdoppeln wird", so der CEO. Die aktuelle Krisensituation im Nahen Osten tue dem weltweiten Luftverkehrsaufkommen keinen Abbruch. In der Region sei das Verkehrsaufkommen zwar ähnlich wie während der Corona-Pandemie eingebrochen, die anderen Märkte seien allerdings nicht betroffen. Generell sei die Branche in den vergangenen Jahren resilienter und anpassungsfähiger geworden, so Machtlinger.
Investitionen in neues Werk
In den nächsten fünf Jahren plant FACC Investitionen in Höhe von 350 Mio. Euro. Davon will das Unternehmen 120 Mio. Euro in den Bau eines neuen Werks am Standort St. Martin (Oberösterreich) investieren. Der Baustart ist für Ende des heurigen Jahres geplant. Dabei will der Luftfahrtzulieferer vermehrt auf Automatisierung setzen.
Neben Konzernumsatz und Ergebnis entwickelten sich auch weitere Finanzkennzahlen positiv. So habe sich der operative Cashflow gegenüber dem Vorjahr weiter verbessert. Gleichzeitig habe sich die Nettoverschuldung deutlich von 218,7 Mio. auf 182,7 Mio. Euro reduziert. Der Personalstand erhöhte sich auf 4.078 Beschäftigte.
Die Umsatz-Entwicklung in den einzelnen Divisionen gestaltete sich im ersten Halbjahr indes "gemischt", so Finanzvorstand Florian Heindl. Während die Umsatzerlöse in den Segmenten Aerostructures und Cabin Interiors stiegen, verbuchte das kleinste Segment Engines & Nacelles einen Umsatzrückgang.
Konzernumsatz von über 1 Mrd. Euro im Gesamtjahr erwartet
Auf Basis der aktuellen Nachfrage konkretisierte das FACC-Management nun den Ausblick für das laufende Geschäftsjahr. Die Unternehmensführung rechnet demnach mit einem Umsatzwachstum zwischen 10 und 15 Prozent und damit erstmals mit einem Jahresumsatz von über 1 Mrd. Euro. Zuvor war noch eine Bandbreite von 5 bis 15 Prozent angegeben worden. Gleichzeitig soll sich die Profitabilität weiter verbessern. Für das Gesamtjahr werde eine EBIT-Marge zwischen 5,25 und 6,25 Prozent erwartet.
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