Presse: Nestle droht Verlust des Russland-Geschäfts
Nestlé
Eine solche Maßnahme könnte laut der Zeitung ein erster Schritt zu einem späteren Eigentümerwechsel sein. Die russische Regierung will die Forderung bis Ende des Jahres prüfen. KS Logistika begründet den Vorstoß demnach unter anderem damit, dass Nestlé seine Produktionskapazitäten nicht ausbaue und keine in Russland hergestellten Waren mehr exportiere.
Die Berichte über eine mögliche Zwangsverwaltung belasteten am
Montag die Nestlé-Aktie. Der Titel verlor am Vormittag 1,6 Prozent
auf 79,70 Franken und war damit der schwächste Wert im Schweizer
Leitindex SMI
Nestlé ist bislang nicht von staatlichen Stellen in dieser Sache kontaktiert worden, sagte ein Nestlé-Sprecher der Nachrichtenagentur AWP auf Anfrage. Die Fabriken und Büros arbeiteten weiter und der Konzern erfülle seine Verpflichtungen. Ein Rückzug aus dem Land sei derzeit kein Thema.
Nestlé erwirtschaftet laut dem Sprecher in Russland rund 2 Prozent des Konzernumsatzes. Das Unternehmen betreibt sechs Produktionsstandorte in Russland und stellt dort unter anderem Kaffee, Süßwaren, Babynahrung und Tierfutter her.
Russland verschärfte in den vergangenen Jahren die Rahmenbedingung für ausländische Unternehmen. Unter anderem schuf das Regime Instrumente, um mehr Einfluss auf Firmen nehmen zu können.
Nestlé hatte nach dem russischen Angriff auf die Ukraine 2022
entschieden, sein Geschäft in Russland nicht vollständig
einzustellen. Der Konzern begründete dies damals damit, dass als
Lebensmittelhersteller auch in Konfliktregionen die Bevölkerung
weiterhin mit grundlegenden Nahrungsmitteln versorgen wolle. Auch
andere westliche Konsumgüterkonzerne sind weiterhin in Russland
tätig. Dazu zählen Barry Callebaut, L'Oréal und Beiersdorf
Die Analysten der US-Bank JPMorgan halten einen Verlust des Russland-Geschäfts inzwischen für möglich. Sollte Nestlé zu einem Verkauf gezwungen werden und dabei kaum einen Erlös erzielen, könnte dies den Gewinn je Aktie um rund 3 bis 4 Prozent schmälern.
JPMorgan erwartet zudem, dass die Entwicklung den Druck auf Nestlé
erhöhen dürfte, sich ganz aus Russland zurückzuziehen. Der Fall wäre
kein Novum: Der französische Lebensmittelkonzern Danone
Ähnlich erging es dem dänischen Brauereikonzern Carlsberg
ISIN DK0010181759 DE0005200000 CH0038863350
AXC0108 2026-08-17/11:37
Relevante Links: Nestlé SA, Beiersdorf AG, Carlsberg A/S, Danone SA, Heineken N.V.