ROUNDUP/Aktien Europa Schluss: Zurückhaltung vor dem Wochenende
Die europäischen Aktienmärkte haben
am Freitag in einem recht ruhigen Handel etwas leichter geschlossen.
Mit dem Auslaufen der Berichtssaison fallen nun wichtige Treiber
weg. Auch aus den USA kamen am Nachmittag kaum Impulse.
So schloss der EuroStoxx 50 mit minus 0,09 Prozent
auf 6.539,59 Punkten und hielt sich damit im Bereich seiner
Höchstkurse. Auf Wochensicht steht für das Leitbarometer der
Euroregion ein Zuwachs von 0,2 Prozent Buche.
Außerhalb des Euroraums verlor am Freitag der schweizerische
Leitindex SMI 0,58 Prozent auf 14.390,67 Punkte. Der
britische FTSE 100 gab um 0,21 Prozent auf 10.750,11
Zähler nach.
"Die jüngste Berichtssaison ist deutlich besser ausgefallen als
erwartet", stellten Ingo Koczwara und John Petersen,
Portfoliomanager beim Vermögensverwalter Eyb & Wallwitz, fest. "In
den USA erreichten Umsatz- und Gewinnwachstum im zweiten Quartal
außergewöhnlich hohe Werte, auch Europa zeigte eine starke
Ergebnisentwicklung."
Am Ende der Stoxx-600-Übersicht fanden sich am Freitag Papiere aus
dem Gesundheitswesen . Die Titel des
Biotech-Unternehmens Argenx lagen im EuroStoxx mit
minus 3,2 Prozent auf dem letzten Platz.
Im Mediensektor gab es die größten Gewinne. Die
Aktien von Wolters Kluwer legten um 2,1 Prozent zu.
Sie waren nach soliden Halbjahreszahlen zuletzt wieder verstärkt in
das Interesse der Anleger gerückt. Die Analysten der Landesbank
Baden-Württemberg (LBBW) relativierten nun die Sorgen am Markt wegen
der Konkurrenz durch Künstliche Intelligenz und raten weiter zum
Kauf.
Rheinmetall setzten sich an die Spitzenposition im
EuroStoxx mit plus 3,2 Prozent. Seit einiger Zeit schon spüren
Rüstungswerte wieder Aufwind.
Hinter Rheinmetall gewannen die Anteile des Softwareherstellers SAP
2,7 Prozent. Ein Bericht der Nachrichtenagentur
Reuters, wonach der Finanzinvestor Silver Lake derzeit über einen
Kauf des US-Unternehmens Workday verhandeln soll,
sorgte in der Branche für Fantasie.
Die Aktien des Impfstoffherstellers Valneva sprangen
auf den höchsten Stand seit Ende März und beendeten den Handel gut
22 Prozent höher. Basierend auf guten Wirksamkeits- und
Verträglichkeitsdaten aus einer Phase-III-Studie prüft die
europäische Arzneimittelbehörde EMEA nun eine Zulassung des
Zeckenimpfstoffs, den die Franzosen in Zusammenarbeit mit dem
US-Konzern Pfizer entwickeln. Analyst Maury Raycroft
von der Investmentbank Jefferies ist auch optimistisch, dass die
US-Behörde FDA einen Zulassungsantrag akzeptieren wird./ajx/he