ROUNDUP/Aktien Frankfurt Eröffnung: Dax nähert sich wieder dem Rekord
Der Dax macht am Freitag einen
neuen Schritt hin zum Rekordhoch. Gestützt auf gute Vorgaben und den
Anstieg des Schwergewichts SAP legte der Leitindex
gegen Ende der ersten Handelsstunde um 0,7 Prozent auf 26.480 Punkte
zu. Er beschafft sich damit wieder eine positive Bilanz der
aktuellen Woche, die geprägt ist von der Bestmarke bei 26.573
Zählern, die am Mittwoch aufgestellt wurde. Der MDax
stieg zuletzt um 0,9 Prozent auf 32.544 Zähler.
Über Nacht war in Asien vor allem die Börse in Südkorea den Gewinnen
an der technologielastigen New Yorker Nasdaq gefolgt, während die
zuletzt wieder erhöhten Ölpreise derzeit stagnieren und die
Inflations- und Zinssorgen nachlassen. Laut der LBBW verbessert die
Aussicht auf eine Zinspause der US-Notenbank Fed die Börsenlaune -
auch ohne Fortschritte bei der Öffnung der Straße von Hormus.
Wie die Landesbank weiter schreibt, hält der "schöne Aktiensommer"
damit an. Der Dax widersetze sich dem saisonalen Gegenwind im
August, der eigentlich als "schwieriges Terrain" gelte. In den
vergangenen drei Jahrzehnten habe der Leitindex in diesem Monat
durchschnittlich 2,2 Prozent verloren. Im laufenden Monat hat er
jetzt mehr als drei Prozent gewonnen.
Ein Treiber der jüngsten Dax-Rekorde ist auch SAP. Die Titel des
Softwarekonzerns sind in den vergangenen vier Wochen der beste
Dax-Wert und festigen dies am Freitag mit einem Kurssprung um mehr
als fünf Prozent. Treiber dafür ist Branchenfantasie wegen eines
Berichts der Nachrichtenagentur Reuters, wonach der Finanzinvestor
Silver Lake derzeit über den milliardenschweren Kauf des
US-Unternehmens Workday verhandeln soll.
Auch andere deutsche Branchenwerte wie Nemetschek
oder Teamviewer zogen deutlich an. Analyst Balajee
Tirupati von der Citigroup glaubt, dass das Interesse an einem
großen Branchenkonzern die Bedenken mildert, die Anleger lange Zeit
wegen einer möglichen Verdrängung klassischer Softwarelösungen durch
KI-Angebote hatten.
Ebenfalls um mehr als fünf Prozent steigen am Freitag die
Rheinmetall-Aktien. Die Branchenstimmung im
Rüstungssektor bessert sich seit Mitte Juli schon und dies setzte
sich am Freitag fort. Ganz frisch vermeldete Rheinmetall einen
Großauftrag aus Dänemark für die Lieferung des Schiffsschutzsystems
MASS. Der Auftragswert liegt den Angaben zufolge im zweistelligen
Millionen-Euro-Bereich.
Unter den Nebenwerten wurden die Aktien der Norma Group
mit fast sechs Prozent von einem
Aktienrückkaufangebot angetrieben. Sie wurden erstmals seit mehr als
drei Jahren wieder über der 20-Euro-Marke gehandelt. Der Preis, den
der Verbindungstechnik-Spezialist für bis zu 9,3 Millionen Aktien
bietet, liegt mehr als 16 Prozent über dem Vortags-Schlusskurs.
Mit aktuellen Quartalszahlen sorgte Talanx für viel
Rückenwind. Der Kurs des Versicherers zog um fast fünf Prozent an
und näherte sich damit dem gut ein Jahr alten Höchststand, weil das
Unternehmen optimistischer für das laufende Jahr wird. Thorsten
Wenzel von der DZ Bank lobte ein "starkes Ergebnis" mit einem
Rekordgewinn im ersten Halbjahr.
Im Gegensatz zu diesen guten Nachrichten stand vor allem
Energiekontor : Der Kursrutsch vom Vortag verstärkte
sich mit einem Einbruch um 16 Prozent. Der Wind- und
Solarparkbetreiber hat seine Anleger nach Börsenschluss am
Donnerstagabend damit schockiert, dass das Stunden zuvor noch
bestätigte Gewinnziel für 2026 gesenkt wurde. Als Grund wurden
deutlich spätere Netzanschlusstermine mehrerer schottischer
Windparkprojekte aufgeführt.
Unter den SDax-Werten wirkten sich außerdem zwei
Analystenstimmen sehr belastend aus. Douglas und
Hellofresh sackten nach Abstufungen von Goldman Sachs
beziehungsweise Barclays um bis zu sieben Prozent ab. Letztere Titel
erreichten ein Rekordtief. Barclays-Experte Andrew Ross äußerte sich
skeptisch zur Umsatzperspektive des Kochboxenlieferanten und zur
Frage, ob sich dessen Investitionen auszahlen./tih/stk