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ROUNDUP 2: RWE stellt weitere Wachstumschancen in Aussicht - Aktie im Plus

(neu: Kursteil aktualisiert, weitere Details zu Investitionsmöglichkeiten)

ESSEN (dpa-AFX) - Durch den Einstieg beim Übertragungsnetzbetreiber Amprion investiert RWE in diesem Jahr mehr Geld. Für dieses Jahr stehem statt der bisher angepeilten 6 bis 8 Milliarden Euro nun unter Berücksichtigung der Amprion-Transaktion Nettoinvestitionen von 9 bis 11 Milliarden Euro im Plan, wie der Dax-Konzern am Donnerstag in Essen mitteilte. RWE hatte im Juni angekündigt, sich die Mehrheit am Dortmunder Unternehmen zu sichern. Bis 2031 wollen die Essener insgesamt statt 35 nun 42 Milliarden Euro netto investieren. Zudem gab es zur Vorlage des Halbjahresberichts auch Details dazu, in welchen Bereichen sich Pläne für mögliche Geschäftsabschlüsse konkretisieren. Anleger griffen nach den Nachrichten an der Börse zu.

Das RWE-Papier legte gegen Mittag rund 2 Prozent zu. Seit Jahresbeginn steht momentan ein Plus von mehr als einem Viertel zu Buche.

In einer Investorenpräsentation stellte RWE kurzfristige Deals für Rechenzentren-Standorte in Aussicht. Bei zwei Grundstücken rücke eine Einigung näher, hieß es. Im vergangenen November hatte RWE bereits ein Rechenzentrumsprojekt an einem ehemaligen Kohlekraftwerk in Großbritannien verkauft. Insgesamt hat RWE nach eigenen Angaben rund zehn Standorte in der Entwicklung.

Solche Grundstücke bieten sich an, weil sie neben der riesigen Industriefläche für gewöhnlich vor allem bereits über leistungsstarke, groß dimensionierte Stromnetzanschlüsse verfügen. So müssen Investoren nicht jahrelang auf neue Genehmigungen warten. Zudem befinden sich in der Nähe häufig Flüssen, oder es gibt bestehende Kühlsysteme, die den Betrieb ebenso erleichtern wie vorhandene Verkehrswege.

RWE-Chef Markus Krebber berichtete in einer Telefonkonferenz mit Analysten über eine starke Nachfrage. Weitere Details zu den womöglich kurzfristig anstehenden Abschlüssen wollte er mit Verweis auf die Konkurrenz nicht bekannt geben. RWE fahre generell einen vorsichtigen Ansatz, sagte der Manager, aber er sei sehr optimistisch.

Weiterhin sieht RWE laut der Präsentation Investitionschancen von mehr als 3 Gigawatt (GW) in Form von neu zu errichtenden Gaskraftwerken in Deutschland. Hinzu kämen mehr als 6,5 Gigawatt an bestehenden Gaskraftwerken in den entsprechenden Auktionen des geplanten Kapazitätsmarktes. Außerdem kommen gut 3,5 Gigawatt an Gaskraftwerken in den Niederlanden infrage sowie mindestens 2,5 Gigawatt bei der nächsten Ausschreibungsrunde für Stromerzeugung durch Windenergie auf See in Großbritannien.

Die Ende Juli vorgelegten vorläufigen Zahlen für das erste Halbjahr bestätigte RWE am Donnerstag. Demnach stieg das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) im ersten Halbjahr im Vorjahresvergleich um 44 Prozent auf gut 3 Milliarden Euro. Das bereinigte Nettoergebnis verbesserte sich sogar um fast 60 Prozent auf knapp 1,3 Milliarden Euro. Vor rund zwei Wochen hatten die Essener auch die Ergebnisziele für 2026 und 2027 erhöht.

Der endgültige Halbjahresbericht enthalte nach den vorab vorgelegten Eckdaten zwar keine Neuigkeiten mehr, schrieb Analyst Alberto Gandolfi von der US-Bank Goldman Sachs. "Er sät aber die Saat für eine weitere Wachstumsbeschleunigung", so der Experte. Dabei sieht er Impulse, die seiner Ansicht nach nicht im Ergebnisausblick bis 2031 enthalten sind. Hierzu zählten beispielsweise die konkreten RWE-Pläne für die Beteiligung an der Ausschreibung für neue deutsche Gaskraftwerke.

Auch Jefferies-Analyst Ahmed Farman sieht darin Aufwärtspotenzial, ebenso wie in dem möglichen Verkauf der Standorte für Rechenzentren. Farman verwies weiterhin darauf, dass die Jahresziele der Essener noch auf Rohstoffpreisen vom 30. Juni beruhten. Dies impliziere angesichts des aktuellen Rohstoffumfelds ebenfalls Aufwärtspotenzial. Diese Möglichkeit bestätigte RWE-Finanzchef Michael Müller in der Telefonkonferenz.

Erst am Dienstag hatte der Preis für europäisches Erdgas den höchsten Stand seit zwei Wochen erreicht, nachdem es bereits zu Wochenbeginn einen kräftigen Preissprung gegeben hatte. Hintergrund ist das Ringen der Kriegsparteien USA und Iran um die vollständige Wiedereröffnung der Straße von Hormus, bei dem es bislang keine Fortschritte gibt.

Momentan erwartet das RWE-Management für 2026 den bereinigten operativen Gewinn bei 5,75 bis 6,35 Milliarden Euro. Das bereinigte Nettoergebnis soll bei 1,95 bis 2,45 Milliarden Euro herauskommen. Für das kommende Jahr rechnet der Konzern beim operativen Gewinn mit einem Anstieg auf 6,7 bis 7,3 Milliarden Euro. Das bereinigte Nettoergebnis soll auf 2,2 bis 2,7 Milliarden Euro anziehen./lew/tav/stk

 ISIN  DE0007037129

AXC0286 2026-08-13/14:51

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