Wiener Börse (Mittag) - ATX gewinnt 0,18 Prozent / Zahlenvorlagen von Polytec, Semperit und Addiko Bank - AT&S-Aktie nach deutlichen Vortageszuwächsen klar im Minus - Aber beachtliches Plus seit Jahresbeginn
Die Wiener Börse hat sich am Donnerstag im Mittagshandel mit einer freundlichen Tendenz gezeigt. Der heimische Leitindex ATX gewann zuletzt 0,18 Prozent auf 6.722,15 Punkte. Auch an den europäischen Leitbörsen ging es überwiegend in den Plusbereich.
Nachlassende Zinserhöhungsspekulationen in den USA unterstützen international die Aktienmärkte, schrieben die Helaba-Analysten. Zudem kamen die Rohölpreise wieder etwas zurück. Auf Unternehmensebene stehen am heimischen Aktienmarkt die publizierten Quartalszahlen von Semperit, Polytec und der Addiko Bank im Fokus.
Der oberösterreichische Autozulieferer Polytec hat im zweiten Quartal weitere Abstriche beim Umsatz machen müssen, verdiente unter dem Strich aufgrund niedrigerer Personalkosten aber deutlich mehr. Nach sechs Monaten lag der Nettogewinn bei 4,6 Mio. Euro, nach 1,3 Mio. Euro im ersten Halbjahr 2025. Der Umsatz schrumpfte auf 287 Mio. Euro, nach 358 Mio. Euro. Die Polytec-Aktie reagierte auf die Ergebnisvorlage mit minus 1,1 Prozent. Laut Erste Group zeigte das veröffentlichte Zahlenwerk eine beträchtliche Verbesserung bei der Profitabilität trotz Umsatzeinbußen.
Der in Wien ansässige Gummi- und Kautschukkonzern Semperit hat im ersten Halbjahr 2026 die Rückkehr in die Gewinnzone geschafft. Wie das Unternehmen mitteilte, verdoppelte sich das operative Ergebnis (EBITDA) im Vergleich zur Vorjahresperiode auf 66,6 Mio. Euro. Der Umsatz stieg um 11,1 Prozent auf 355,9 Mio. Euro. Nach Steuern stand ein Gewinn von 28,6 Mio. Euro zu Buche, nachdem im Vorjahreszeitraum noch ein Verlust von 11,2 Mio. Euro verzeichnet worden war.
An der Börse wurden die Zahlen gut aufgenommen. Der Semperit-Aktienkurs legte zu Mittag um 2,3 Prozent zu. Die Analysten der Baader Bank schrieben in einer ersten Reaktion von "sehr starken" Ergebnissen. Für die Experten der Erste Group waren die Zahlen hingegen im Rahmen der Erwartungen ausgefallen.
Sonderbelastungen aus Rückstellungen aufgrund von Rechtsrisiken in Kroatien und Slowenien sowie Kosten im Zusammenhang mit dem Bieterkampf bzw. der bevorstehenden Übernahme durch die Raiffeisen Bank International (RBI) haben das Ergebnis der Addiko Bank im ersten Halbjahr ins Minus gedrückt. Unterm Strich stand ein Fehlbetrag von 23 Mio. Euro, nach einem Gewinn von 24 Mio. Euro in der Vorjahresperiode. Die Prognose für 2026 bleibt ausgesetzt. Die Aktie wurde noch nicht gehandelt.
Von Analystenseite meldete sich zudem die Erste Group und stufte ihre Anlageempfehlung für die Post-Aktie von "hold" auf "accumulate" hoch. Das Kursziel wurde hingegen bei 35 Euro belassen. Die Post-Titel tendierten mit plus 1,3 Prozent bei 31,30 Euro.
Nach den deutlich Vortageszuwächsen von mehr als acht Prozent kamen die Aktien von AT&S um 3,5 Prozent zurück. Seit dem Jahresauftakt liegen die Titel aber in Summe um beachtliche fast 400 Prozent im Plus.
ste/mik
ISIN AT0000999982