Libyen meldet Drohnenangriffe auf Ölanlagen
Eine Ölraffinerie in Westlibyen ist nach Angaben der staatlichen libyschen Ölgesellschaft NOC in den vergangenen Tagen mehrfach mit Drohnen angegriffen worden. Die Angriffe auf die Anlage in der Stadt al-Sawija westlich der Hauptstadt Tripolis könnten nach Angaben von NOC zur Einstellung des Betriebs führen.
Seit Sonntag sei die Raffinerie mindestens dreimal Ziel von Drohnenangriffen gewesen, teilte NOC mit. Bei einem Angriff am Montagabend brach demnach ein Feuer aus, nachdem eine Drohne einen Tank mit rund 4,5 Millionen Litern Treibstoff getroffen hatte. Einige Stunden später sei die Anlage erneut mit einer Drohne angegriffen worden. Verletzte oder Schäden soll es nicht gegeben haben.
Sollten die Angriffe andauern, werde die NOC gezwungen sein, den sogenannten Fall höherer Gewalt auszurufen und den Betrieb der Raffinerie einzustellen, hieß es. Die Ölgesellschaft forderte die zuständigen Behörden auf, die Angriffe zu untersuchen und die Verantwortlichen strafrechtlich zur Rechenschaft zu ziehen.
Das libysche Öl- und Gasministerium verurteilte die Angriffe als kriminelle Handlungen. Sie stellten eine unmittelbare Bedrohung für die nationale und wirtschaftliche Sicherheit des Landes sowie für die Sicherheit der Bevölkerung dar.
Die Sicherheitslage in Libyen in Nordafrika ist nach Jahren des Bürgerkriegs weiter angespannt. Bis heute kämpfen zahlreiche Milizen um Einfluss und Ressourcen. Ölanlagen sind in Libyen immer wieder ein Machtinstrument. Bewaffnete Gruppen und Protestierende haben wiederholt den Betrieb von Ölfeldern und anderen Anlagen gestört./arj/DP/jha
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