ROUNDUP/Aktien Frankfurt: Dax in Rekordnähe stabil trotz Iran-Sorgen
Der Dax stagniert am Dienstag
in Reichweite seines Rekordes. Der Leitindex trotzt den
ausbleibenden Fortschritten für eine Lösung des Iran-Krieges, doch
für mehr fehlen ihm derzeit die Impulse. Nach etwas mehr als einer
halben Handelsstunde lag er mit 26.324 Punkten auf Vortagsniveau.
Für eine Bestmarke müsste er die 26.445 Punkte vom Freitagnachmittag
überwinden, was ihm am Vortag schon nicht gelungen war. Der MDax
lag am Dienstag knapp im Minus bei 32.226 Zählern.
Ein gutes Gewinnwachstum der Dax-Unternehmen trotz hoher
Energiepreise, "gepaart mit moderaten Bewertungen und
zurückhaltender Anlegerstimmung, erzeugen ein konstruktives Umfeld
für den Dax", schrieb Analyst Jochen Stanzl von der Consorsbank am
Morgen. Laut der Helaba dämpfen allerdings neue, gegenseitige
Forderungen die Hoffnungen auf eine Einigung im Nahost-Konflikt.
Mit Blick auf den Iran hätten sich die Marktakteure zwar
mittlerweile "an eine Situation zwischen Hoffen und Bangen gewöhnt
und sich angesichts der wechselhaften Nachrichtenlage ein dickes
Fell wachsen lassen", schreibt dazu Marktexperte Stanzl. Er gibt
aber auch zu bedenken, dass Resilienz nicht gleichbedeutend mit
Immunität sei. "Der Nahostkonflikt bleibt ein Pulverfass, die
Stimmung kann jederzeit blitzschnell drehen."
Nachrichtlich stark im Fokus standen am Dienstag die Aktien von PNE
wegen eines Kursabsturzes um fast 20 Prozent. Anleger
quittierten damit einen erst einmal erfolglosen Versuch des
Energieprojektentwicklers, für sich selbst einen Käufer zu finden.
Wie es hieß, deutet das erhaltene Marktinteresse darauf hin, dass
die Preisvorstellungen etwaiger Erwerber unterhalb des derzeitigen
Börsenkurses liegen.
Die Saison der Unternehmensberichte hatte am Dienstag einige
Nebenwerte zu bieten, darunter die Immobilienunternehmen TAG
und Patrizia . Letztere Aktie erklomm
im SDax mit drei Prozent Plus die Spitze, während erstere nach
solidem Start leicht ins Minus rutschte. Ein operativ überzeugendes
erstes Halbjahr konnte dem TAG-Kurs also keinen Schwung geben. Der
Patrizia-Kurs erreichte dank einer kräftigen Gewinnsteigerung ein
Vierwochenhoch.
Zahlen mit durchwachsenem Feedback gab es von der Norma Group
, Dermapharm und Jungheinrich
. Cancom sank relativ deutlich um
zuletzt fast vier Prozent wegen enttäuschender Halbjahreszahlen.
Laut einem Händler wirkt der bestätigte Ausblick zunehmend
ambitioniert.
Der Medienkonzern RTL Group dagegen überzeugte mit
etwas mehr Optimismus für das Streaming-Geschäft und einem
Umsatzausblick, der wegen der Übernahme von Sky Deutschland erhöht
wurde. Der Kurs der TV-Sendergruppe legte 2,2 Prozent zu.
Salzgitter wiederum kam mit 4,6 Prozent unter Druck.
Der Stahlkonzern hatte finale Zahlen mit enttäuschenden Details
vorgelegt. Wie Analyst Dominic O'Kane von JPMorgan schrieb,
verfehlte die Stahlproduktion wegen höherer Kosten die Erwartungen.
Das Unternehmen selbst rechnet weiterhin nur mit einer moderaten
Verbesserung der allgemeinen Geschäftsbedingungen.
Titel von OHB zogen um 2,4 Prozent an nach der
Nachricht, dass das Raumfahrtunternehmen in Kürze im SDax
den Platz des Stahlhändlers Klöckner & Co
einnimmt, der wegen der Übernahme durch Worthington
Steel ausscheidet.
Zu guter Letzt waren auch wieder Analystenstimmen einen Blick wert.
Carl Zeiss Meditec wurde mit 1,8 Prozent belastet von
einer Verkaufsempfehlung der UBS. Für das Optoelektronik-Unternehmen
sieht Analyst Graham Doyle zunehmende Risiken mit Blick auf das
China-Geschäft.
Barclays und RBC erweiterten derweil ihren Beobachtungsrahmen im
Rüstungsbereich - mit positiven Stimmen zu Renk oder
Rheinmetall . Beide Aktien gehörten am deutschen
Aktienmarkt mit bis zu einem Prozent zu den Gewinnern./tih/stk