Aktien Frankfurt Ausblick: Rekord bleibt möglich trotz Iran-Sorgen
Der Dax bleibt am Dienstag mit
einem solide erwarteten Start in Reichweite seines Rekordes. Der
Leitindex entwickelt sich weiter robust und trotzt den ausbleibenden
Fortschritten bei der Lösungsfindung im Nahen Osten. Der X-Dax
signalisierte knapp eine Stunde vor dem offiziellen
Handelsbeginn ein Plus von 0,1 Prozent auf 26.358 Punkte. Für eine
neue Bestmarke müsste er die 26.445 Punkte vom Freitagnachmittag
erreichen.
Ein gutes Gewinnwachstum der Dax-Unternehmen trotz hoher
Energiepreise, "gepaart mit moderaten Bewertungen und
zurückhaltender Anlegerstimmung, erzeugen ein konstruktives Umfeld
für den Dax", schrieb Analyst Jochen Stanzl von der Consorsbank am
Morgen. Laut der Helaba dämpfen allerdings neue, gegenseitige
Forderungen die Hoffnungen auf eine Einigung im Nahost-Konflikt.
Mit Blick auf den Iran hätten sich die Marktakteure mittlerweile "an
eine Situation zwischen Hoffen und Bangen gewöhnt und sich
angesichts der wechselhaften Nachrichtenlage ein dickes Fell wachsen
lassen", schreibt dazu der Marktexperte Stanzl. Er gibt aber auch zu
bedenken, dass Resilienz nicht gleichbedeutend mit Immunität sei.
"Der Nahostkonflikt bleibt ein Pulverfass, die Stimmung kann
jederzeit blitzschnell drehen."
Die Saison der Unternehmensberichte hat am Dienstag einige
Nebenwerte zu bieten, darunter TAG Immobilien . Das
Immobilienunternehmen scheint die Anleger mit dem operativen
Gewinnziel (FFO 1) zu überzeugen, das an das obere Ende der
Zielspanne von 187 bis 197 Millionen Euro konkretisiert wurde. Die
Aktien legen vorbörslich 2,4 Prozent zu.
Zahlen gab es außerdem am Morgen von der Norma Group ,
Dermapharm , Salzgitter und
Jungheinrich - auf den ersten Blick in allen Fällen
mit positivem Feedback.
Kontron entwickelt sich vorbörslich freundlich wegen
der Nachricht, dass das Unternehmen unabhängig bleibt. Die
Foxconn-Tochter Ennoconn erreichte im Rahmen eines Pflichtangebots
keine Mehrheit, Kontron selbst hatte von der Annahme abgeraten. Laut
einem Börsianer ist dies förderlich für die Stimmung, denn nun
schwinde die Unsicherheit rund um die Transaktion.
Titel von OHB rücken vorbörslich in den Fokus, weil
das Raumfahrtunternehmen ab Donnerstag im SDax den
Platz des Stahlhändlers Klöckner & Co einnimmt, der
wegen der Übernahme durch Worthington Steel ausscheidet. OHB-Aktien
legten auf Tradegate gut ein Prozent zu.
Ein deutlicher Kursrutsch um fast neun Prozent bahnt sich bei PNE
an. Der Windparkentwickler bestätigte zwar einen
"Handelsblatt"-Bericht über die Suche nach einem Käufer. Allerdings
deutet das erhaltene Marktinteresse darauf hin, dass die
Preisvorstellungen etwaiger Erwerber unterhalb des derzeitigen
Börsenkurses liegen.
Zu guter Letzt sind wieder Analystenstimmen einen Blick wert. Carl
Zeiss Meditec wird vorbörslich mit vier Prozent
belastet von einer Verkaufsempfehlung der UBS. Barclays und RBC
erweitern derweil ihren Beobachtungsrahmen im Rüstungsbereich mit
positiven Stimmen zu Renk oder Rheinmetall
. Beide Aktien legen vorbörslich zu./tih/stk