Österreichische Staatsanleihen dämmen Verluste nach US-Daten ein / Analysten: Arbeitsmarktbericht bringt "kalte Dusche"
Österreichische Bundesanleihen haben ihre anfänglichen Kursverluste am Freitag nach überraschend schwachen Daten vom US-Arbeitsmarkt weitgehend eingegrenzt. Die Rendite der richtungsweisenden zehnjährigen österreichischen Benchmark-Anleihe lag am Nachmittag noch einen Basispunkt höher auf 3,34 Prozent. Der Rendite-Spread zur vergleichbaren deutschen Anleihe betrug 21 Basispunkte. Der Euro-Bund-Future stieg um 0,18 Prozent auf 125,07 Punkte.
Die Beschäftigtenzahl in den USA ist im Juli unerwartet gesunken. Außerhalb der Landwirtschaft fiel sie um 23.000, wie das Arbeitsministerium am Freitag in Washington mitteilte. Volkswirte hatten hingegen im Schnitt mit 80.000 zusätzlichen Stellen gerechnet. Der Beschäftigungsaufbau in den beiden Vormonaten wurde zudem um insgesamt 103.000 Stellen nach unten revidiert. Auch das Lohnwachstum blieb hinter den Erwartungen zurück. Die getrennt ermittelte Arbeitslosenquote sank dagegen überraschend um 0,1 Prozentpunkte auf 4,1 Prozent.
"Der US-Arbeitsmarktbericht für Juli war in nahezu allen Belangen enttäuschend", schrieb LBBW-Ökonom Dirk Chlench. "Angesichts dessen sehen wir uns in unserer Außenseitermeinung, dass die US-Notenbank Fed im weiteren Jahresverlauf keine Leitzinserhöhungen vornehmen wird, bestärkt." Die Analysten der Commerzbank sprachen von einer "kalten Dusche".
Im frühen Handel hatten noch steigende Ölpreise den Renditen etwas Auftrieb gegeben. Jedoch ließ auch hier der Druck mittlerweile wieder nach, da die Ölpreise im Verlauf wieder leicht zurückkamen.
Renditen ausgewählter österreichischer Benchmark-Anleihen:
Laufzeit Aktuell Vortag Veränderung Spread (in Basispunkten) 2 Jahre 2,77 2,77 0,00 4 5 Jahre 2,96 2,96 0,00 13 10 Jahre 3,34 3,33 0,01 21 30 Jahre 3,90 3,89 0,01 26
spa/mik