Aktien Europa: Weiter hoch - Markt wartet auf US-Arbeitmarktbericht
Die europäischen Aktienmärkte haben
am Freitag ihre Aufwärtsbewegung in kleinen Schritten fortgesetzt.
Die aktuelle Entwicklung steht allerdings unter Vorbehalt. "Heute
Nachmittag werden die Karten neu gemischt - der US-Arbeitsmarkt hat
das Blatt in der Hand", betonte Kapitalmarktstratege Jürgen Molnar
vom Broker RoboMarkets. "Jeder Hinweis auf einen weiterhin starken
Arbeitsmarkt könnte die Zinssorgen erneut anfachen."
Der EuroStoxx 50 als Leitindex für die Eurozone stieg
gegen Mittag um 0,57 Prozent auf 6.539,90 Punkte und bewegte sich
damit weiter auf Rekordniveau.
Auch außerhalb der Eurozone ging es nach oben. Der schweizerische
Leitindex SMI gewann 0,44 Prozent auf 14.581,95
Punkte. Der britische FTSE 100 zog um 0,41 Prozent
auf 10.911,92 Punkte an.
Stärkster Sektor war der der Pharmawerte. Hier ragten Aktien von
Novo Nordisk mit 4,7 Prozent Aufschlag hervor. Der
Wert erholte sich damit von den jüngsten Abgaben, bleibt aber auf
gedrücktem Niveau. Roche reagierten mit rund zwei
Prozent Gewinn auf eine Hochstufung auf "Overweight" durch Morgan
Stanley.
Nicht ganz so gut war die Entwicklung bei den Versicherern. Hier
belasteten die deutschen Schwergewichte Allianz und Munich Re
. Die Aktien reagierten damit auf die Quartalszahlen
und Ausblicke der beiden Versicherer. Während Allianz mit 0,6
Prozent noch glimpflich davon kamen, gaben Munich Re mit 2,7 Prozent
deutlich nach. Der Rückversicherer bekommt den Preisabschwung im
Geschäft mit Erstversicherern deutlich zu spüren. Nach weiteren
Abschlägen bei der jüngsten Vertragserneuerung hatte Vorstandschef
Christoph Jurecka sein Umsatzziel für das laufende Jahr gekappt.
Besser sah es bei Generali aus. Der italienische
Versicherer hatte im zweiten Quartal dank gut laufender Geschäfte in
allen Segmenten operativ mehr als erwartet verdient. Die Analysten
von Baader sprachen von starken, aber auch so erwarteten Zahlen. Das
Plus von 0,5 Prozent blieb daher überschaubar, zumal die Aktie in
den vergangenen Monaten kräftig gestiegen war.
Unter den ansonsten wenig bewegten Bauwerten ragten Amrize mit fast
zehn Prozent Minus heraus. Der auf den nordamerikanischen Markt
fokussierte Baustoffkonzern hatte ein durchwachsenes Zahlenwerk zum
zweiten Quartal vorgelegt. Einer dynamischen Umsatzentwicklung
standen gestiegene Kosten und Margendruck gegenüber./mf/mis