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ROUNDUP: Siemens erzielt Rekordaufträge und erwartet mehr Gewinn

Der Technologiekonzern Siemens hat im dritten Quartal weiter Fahrt aufgenommen und im Neugeschäft und beim operativen Ergebnis Rekordwerte erzielt. Der Konzern kann dabei auf ein robustes Geschäft in seinen beiden digitalen Kernsparten blicken. So profitiert Siemens von einer hohen Nachfrage im Zusammenhang mit dem massiven Ausbau von KI-Rechenzentren sowie bei der Sparte Digital Industrie, die die Industrieautomatisierung sowie das Software-Geschäft enthält. Die Ergebnisprognose erhöhte der Konzern.

"Unsere technologische Führerschaft in allen Geschäften, der klare Fokus auf industrielle KI sowie die starke Positionierung in attraktiven Märkten treiben unser profitables Wachstum voran", erklärte Konzernchef Roland Busch am Donnerstag zu den Zahlen. Er zeigte sich in einer Telefonkonferenz zuversichtlich, dass der derzeitige KI-Boom 2027 und darüber hinaus anhalten wird.

Analysten lobten die Entwicklung im Quartal. Am Aktienmarkt nahmen Investoren im frühen Handel jedoch zunächst Gewinne mit - so hatte das Papier am Vortag ein Rekordhoch erreicht. Der Kurs gab mehr als fünf Prozent nach und gehörte damit zu den wenigen großen Verlierern im Dax. In den vergangenen Jahren hat die Aktie im Zuge des Umbaus zu einem Digitalunternehmen erheblich an Wert gewonnen, im laufenden Jahr kommt sie auf ein Plus von immerhin gut 13 Prozent.

Wachstum auf breiter Basis habe für eine positive Überraschung und steigende Ziele gesorgt, schrieb Analyst Phil Buller von JPMorgan. Zu der neuen Gewinnprognose bemerkte RBC-Experte Mark Fielding hingegen, dass der Konsens bereits in diesem Bereich liege. Im dritten Quartal (per Ende Juni) kletterte der Auftragseingang angetrieben von der Sparte Smart Infrastructure um 13 Prozent auf 27,9 Milliarden Euro, wie das Unternehmen in München mitteilte. Das war deutlich mehr als von Analysten erwartet. Mit einem Auftragsbestand von nunmehr 132 Milliarden Euro kann das Unternehmen Busch zufolge "sehr optimistisch" ins nächste Geschäftsjahr blicken.

Der Umsatz stieg um sieben Prozent auf rund 20,8 Milliarden Euro. Vergleichbar - also ohne Währungs- und Portfolioeffekte - lag das Wachstum bei acht Prozent. Das Ergebnis im Industriegeschäft legte um ein Viertel auf 3,5 Milliarden Euro zu. Hier profitierte Siemens auch von Zollrückerstattungen in den USA, vor allem bei der Medizintechniktochter Siemens Healthineers. Unter dem Strich verdiente Siemens mit 2,6 Milliarden Euro 15 Prozent mehr. Auch hier schnitt Siemens besser ab als gedacht.

Als Folge hob Siemens seine Ergebnisprognose für 2025/26 (per Ende September) an. So soll das Ergebnis je Aktie vor bestimmten Kaufpreiseffekten nun auf 11,20 bis 11,50 Euro klettern. Bislang hatte Siemens 10,70 bis 11,10 Euro in Aussicht gestellt. Der Umsatzausblick wurde hingegen bekräftigt, Siemens erwartet weiter ein vergleichbares Wachstum am oberen Ende von sechs bis acht Prozent. Für Smart Infrastructure hob das Unternehmen die Erwartungen für Umsatz und Marge an.

Unterdessen kommt Siemens bei der geplanten Abspaltung seiner Medizintechniktochter Siemens Healthineers voran. So seien die relevanten steuerlichen Themen mit den Finanzbehörden verbindlich geklärt worden, sagte Finanzvorständin Veronika Bienert in einer Telefonkonferenz. Sie bestätigte auch den Zeitplan: So sollen die Aktionäre beider Unternehmen auf den Hauptversammlungen im kommenden Jahr darüber abstimmen. Weitere Details will Siemens im November mit den Jahreszahlen veröffentlichten.

Zudem kündigte Konzernchef Busch an, die Anzahl der Aufsichtsratsmandate von Siemens-Vorstandsmitgliedern bei Healthineers von drei auf eins zu reduzieren. "Veronika und ich werden unsere Mandate niederlegen", sagte er. Dies werde zur nächsten Hauptversammlung von Siemens Healthineers im Februar 2027 wirksam.

Siemens hatte im vergangenen Jahr angekündigt, sich mittelfristig von seiner Medizintechniktochter trennen zu wollen. Früheren Angaben zufolge sollen in einem ersten Schritt 30 Prozent an Siemens Healthineers abgegeben werden. Aktionäre hatten schon länger eine Trennung gefordert, da Healthineers zu den anderen Geschäften keine Synergien aufweist und viel Kapital bindet. Siemens hielt letzten offiziellen Angaben Ende vergangenen Jahres zufolge noch rund 67 Prozent. Mittelfristig strebt Siemens eine reine Finanzbeteiligung an./nas/mne/jha/

 ISIN  DE0007236101  DE000SHL1006

AXC0177 2026-08-06/10:28

Relevante Links: Siemens AG, Siemens Healthineers AG

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