ROUNDUP/Aktien Frankfurt Eröffnung: Dax nimmt sich weitere Auszeit
Nach der Verschnaufpause zur Wochenmitte hat
sich der Dax am Donnerstag eine weitere Auszeit
gegönnt. Zuletzt legte der deutsche Leitindex 0,1 Prozent auf 26.157
Punkte zu. Tags zuvor war der Dax erstmals über 26.400 Punkte
gestiegen, ehe ihm die Luft ausgegangen war. "Wir sehen die ersten
Gewinnmitnahmen", schrieb dazu Marktexperte Thomas Altmann von QC
Partners. Nach der zuletzt beeindruckenden Kursrally sei ein
Durchatmen absolut normal und gesund.
Der MDax stieg am Donnerstagvormittag ebenfalls um
0,1 Prozent auf 32.444 Punkte. Für den EuroStoxx 50 ,
Leitindex des Euroraums, ging es um 0,5 Prozent aufwärts.
Anleger hoffen weiterhin auf eine Lösung im Iran-Krieg und setzen
auf die Öffnung der für den globalen Öltransport wichtigen Meerenge
von Hormus. Die daran grenzenden Golfstaaten Iran und Oman stehen
nach Angaben aus Teheran kurz vor einer Einigung auf eine neue
Schifffahrtsroute durch die blockierte Meerenge.
Für etwas Entspannung sorgen die Ölpreise, die zunächst nicht weiter
gestiegen sind. Andererseits stehen Techwerte wieder unter Druck
nach einigen enttäuschenden Geschäftszahlen aus dem Chipsektor der
USA. Die asiatischen Börsen meldeten Verluste. Hierzulande steht die
Berichtssaison im Anlegerfokus. Allein aus dem Dax haben acht
Unternehmen Geschäftszahlen vorgelegt.
Trotz starker Quartalszahlen von Siemens sackten die
Aktien des Technologiekonzerns um 4,7 Prozent ab. Ein Händler sprach
von Gewinnmitnahmen, nachdem die Papiere tags zuvor mit 291,50 Euro
ein weiteres Rekordhoch erzielt hatten. Siemens nahm im dritten
Geschäftsquartal weiter Fahrt auf und erzielte im Neugeschäft und
beim operativen Ergebnis Rekordwerte. Dabei profitierten die
Münchener von einer hohen Nachfrage im Zusammenhang mit dem massiven
Ausbau von KI-Rechenzentren sowie bei der Sparte Digital Industrie.
Als Folge hob das Unternehmen sein Ergebnisziel für das laufende
Geschäftsjahr an.
Nach dem Stopp des milliardenschweren F126-Fregattenprojekt durch
das Verteidigungsministerium senkte Rheinmetall wie
erwartet den Umsatzausblick für das laufende Jahr. Die operative
Ergebnismarge soll weiter rund 19 Prozent erreichen. Die bereits
Ende Juli vorgelegten Eckdaten bestätigte Deutschlands größter
Rüstungskonzern. Sie hatten einen deutlichen Gewinnsprung gezeigt.
Die Papiere verbilligten sich um 1,1 Prozent.
Die Deutsche Telekom profitierte im zweiten Quartal
weiter vom Wachstum der US-Tochter und erhöhte ihren
Barmittel-Ausblick für das Gesamtjahr. Im zweiten Quartal
verbesserte sich der Umsatz um gut vier Prozent. Dies liegt im
Rahmen der Markterwartungen. Das um Sondereffekte bereinigte
operative Ergebnis (Ebitda AL) kletterte um 7,5 Prozent. Experten
hatten hier einen Tick weniger erwartet. Die Telekom weitet zudem
ihr Aktienrückkaufprogramm deutlich aus. Die T-Aktie stand mit einem
Kursplus von 5,4 Prozent an der Dax-Spitze.
Die Commerzbank verdiente im zweiten Quartal fast
doppelt so viel wie ein Jahr zuvor und sucht nun das Gespräch mit
ihrer Großaktionärin Unicredit . Nach einem
Rekordergebnis im ersten Halbjahr sieht sich die Bank "voll auf
Kurs, ihr Gewinnziel von mindestens 3,4 Milliarden Euro im
Gesamtjahr zu erreichen". Zudem will sie weitere bis zu 1,2
Milliarden Euro in den Rückkauf eigener Aktien stecken. Die Papiere
des Kreditinstituts sanken um 0,4 Prozent.
Der Konsumgüterkonzern Henkel steigerte im ersten
Halbjahr in einem weiter schwierigen Umfeld das Ergebnis.
Branchenexperten hatten insgesamt im Durchschnitt etwas weniger auf
dem Zettel. Für das laufende Jahr zeigt sich das Management
zuversichtlicher. Für die Aktien der Düsseldorfer ging es um 2,9
Prozent nach oben.
Merck KGaA hob nach einem unerwartet starken zweiten
Quartal die Jahresziele erneut an. Gründe seien die anhaltende
Erholung der Laborsparte rund um die Arzneimittelherstellung, starke
Verkäufe von KI-Halbleitermaterialien, nachlassender
Währungsgegenwind sowie geringere Zollrückerstattungen an Kunden,
hieß es. Merck übertraf die Markterwartungen. Die Anteilsscheine
stiegen um 0,9 Prozent.
Der Internetportal-Betreiber Scout24 beschleunigte
sein Wachstum im zweiten Quartal. Der bereinigte operative Gewinn
(Ebitda) legte im ersten Halbjahr um knapp 15 Prozent zu, verfehlte
damit aber die Erwartungen der Experten. Die Ziele für das laufende
Jahr wurden bestätigt. Die Anteilsscheine von Scout24 fielen um 7,3
Prozent auf den letzten Platz im Dax./edh/jha/