Nach der Verschnaufpause am Vortag dürfte der
Dax am Donnerstag wieder leicht an Fahrt aufnehmen
und damit in der Nähe seiner jüngsten Rekorde bleiben. Der X-Dax
signalisierte für den deutschen Leitindex knapp eine
Stunde vor dem offiziellen Handelsbeginn ein Plus von 0,2 Prozent
auf 26.181 Punkte.
Am Vortag war der deutsche Leitindex erstmals über 26.400 Punkte
gestiegen, ehe ihm die Luft ausging. "Wir sehen die ersten
Gewinnmitnahmen", schrieb dazu der Marktexperte Thomas Altmann von
QC Partners. Nach dieser beeindruckenden Rally sei das absolut
normal. Ein Durchatmen sei gesund für die so hoch gelaufenen
Indizes.
Anleger hoffen weiterhin auf eine Lösung im Iran-Krieg und setzen
auf die Öffnung der für den globalen Öltransport wichtigen Meerenge
von Hormus. Die daran grenzenden Golfstaaten Iran und Oman stehen
nach Angaben aus Teheran kurz vor einer Einigung auf eine neue
Schifffahrtsroute durch die blockierte Meerenge.
Für etwas Entspannung sorgen die Ölpreise, die zunächst nicht weiter
gestiegen sind. Andererseits stehen Techwerte wieder unter Druck
nach einigen enttäuschenden Geschäftszahlen aus dem Chipsektor der
USA. Die asiatischen Börsen meldeten Verluste. Hierzulande dürfte
die Berichtssaison erneut Akzente setzen. Allein aus dem Dax stehen
acht Unternehmen mit Quartalszahlen im Fokus.
Der Technologiekonzern Siemens nahm im dritten
Quartal weiter Fahrt auf und erzielte im Neugeschäft und beim
operativen Ergebnis Rekordwerte. Dabei profitierte das Unternehmen
von einer hohen Nachfrage im Zusammenhang mit dem massiven Ausbau
von KI-Rechenzentren sowie bei der Sparte Digital Industrie. Als
Folge hob Siemens seine Ergebnisprognose für das Geschäftsjahr
2025/26 (per Ende September) an. Im vorbörslichen Geschäft auf der
Handelsplattform Tradegate fiel die am Vortag auf ein Rekordhoch
gestiegene Siemens-Aktie zuletzt um 0,7 Prozent.
Nach dem Stopp des milliardenschweren F126-Fregattenprojekt durch
das Verteidigungsministerium senkte Rheinmetall wie
erwartet den Umsatzausblick für das laufende Jahr. Die operative
Ergebnismarge soll weiterhin rund 19 Prozent erreichen. Die bereits
Ende Juli vorgelegten Eckdaten zum zweiten Quartal bestätigte
Deutschlands größter Rüstungskonzern. Sie hatten einen deutlichen
Gewinnsprung gezeigt. Die Papiere verteuerten sich auf Tradegate um
1,9 Prozent.
Die Deutsche Telekom profitierte im zweiten Quartal
weiter vom Wachstum der US-Tochter und erhöhte ihren
Barmittel-Ausblick für das Gesamtjahr. Im zweiten Quartal
verbesserte sich der Umsatz um gut vier Prozent. Dies liegt im
Rahmen der Markterwartungen. Das um Sondereffekte bereinigte
operative Ergebnis (Ebitda AL) kletterte um 7,5 Prozent. Experten
hatten hier einen Tick weniger erwartet. Die Telekom weitet zudem
ihr Aktienrückkaufprogramm deutlich aus. Auf Tradegate ging es für
die T-Aktie um 2,0 Prozent aufwärts.
Die Commerzbank verdiente im zweiten Quartal fast
doppelt so viel wie ein Jahr zuvor und sucht auf dieser Basis nun
das Gespräch mit ihrer Großaktionärin Unicredit . Nach
einem Rekordergebnis im ersten Halbjahr sieht sich die Bank nun
"voll auf Kurs, ihr Gewinnziel von mindestens 3,4 Milliarden Euro im
Gesamtjahr zu erreichen". Zudem will sie weitere bis zu 1,2
Milliarden Euro in den Rückkauf eigener Aktien stecken. Die
Anteilsscheine des Kreditinstituts fielen auf Tradegate um 1,9
Prozent.
Der Konsumgüterkonzern Henkel steigerte im ersten
Halbjahr in einem weiter schwierigen Umfeld das Ergebnis.
Branchenexperten hatten insgesamt im Durchschnitt etwas weniger auf
dem Zettel. Der Umsatz ging um 0,5 Prozent zurück, wuchs aus eigener
Kraft aber um 3,2 Prozent. Für das laufende Jahr zeigt sich das
Management nun zuversichtlicher.
Merck KGaA hob nach einem unerwartet starken zweiten
Quartal seine Jahresziele erneut an. Gründe seien die anhaltende
Erholung der Laborsparte rund um die Arzneimittelherstellung, starke
Verkäufe von KI-Halbleitermaterialien, nachlassender
Währungsgegenwind sowie geringere Zollrückerstattungen an Kunden,
hieß es. Im zweiten Quartal übertraf Merck die Markterwartungen.
Der Internetportal-Betreiber Scout24 beschleunigte
sein Wachstum im zweiten Quartal. Der bereinigte operative Gewinn
(Ebitda) legte im ersten Halbjahr um knapp 15 Prozent zu, verfehlte
damit aber die Erwartungen der Experten etwas. Die Ziele für das
laufende Jahr wurden bestätigt.
Der Labordienstleister und Diagnostikkonzern Qiagen
schlug sich nach einem enttäuschenden Jahresstart im zweiten Quartal
besser als befürchtet. Der Umsatz stagnierte, während
Branchenexperten im Schnitt hingegen mit einem Rückgang gerechnet
hatten./edh/jha/