ROUNDUP/Aktien New York Schluss: Dow setzt Rekordjagd dank Iran-Hoffnungen fort
Die am Vortag begonnene Rekordjagd der
US-Indizes Dow Jones Industrial und S&P 500
ist am Mittwoch in die nächste Runde gegangen.
Allerdings ließ der Schwung im Handelsverlauf teils deutlich nach.
Weiterhin stützte die Hoffnung auf eine Lösung im Iran-Krieg die
Kurse. Die Vereinigten Staaten, der Iran und der Oman stehen dem
US-Portal "Axios" zufolge kurz vor einer Übergangslösung zur Öffnung
der für die Handelsschifffahrt wichtigen Straße von Hormus.
Der Dow stieg am Ende um 0,49 Prozent auf 54.349,12 Punkte. Für den
marktbreiten S&P 500 ging es hingegen um 0,17 auf 7.723,55 Zähler
nach unten. Der technologielastige Nasdaq 100 fiel um
0,83 Prozent auf 29.487,79 Punkte.
Derweil ist die Saison der Quartalsbilanzen in vollem Gang. So hatte
der Biotechkonzern Amgen nach einem starken zweiten
Quartal erneut die Prognose für das laufende Jahr erhöht. Damit
zogen dessen Aktien an der Dow-Spitze um 4,6 Prozent an.
Der Entertainmentkonzern Walt Disney hatte im
abgelaufenen Quartal von einem guten Geschäft seiner Freizeitsparte
sowie vom Videostreaming profitiert. Dies goutierten die Anleger mit
einem Plus in Höhe 3,7 Prozent.
Mit Blick auf den Technologie-Sektor ragte der Kursrutsch bei den
Aktien von SpaceX in Höhe von 13,6 Prozent negativ
heraus. Dies bedeutete den letzten Platz im Nasdaq 100.
Tech-Milliardär Elon Musk hatte für seine Weltraum- und KI-Firma mit
einer erneut wagemutigen Aussage die Marke von einer Billion
US-Dollar Jahresumsatz in Aussicht gestellt. Auch bekräftigte er
Pläne, Rechenzentren in die Umlaufbahn zu bringen und großen
Telekommunikations-Anbietern über den Satelliten-Internetdienst
Starlink Konkurrenz zu machen. Doch diesmal kauften die Investoren
Musk die großen Versprechen nicht ab.
Papiere von AMD verloren sieben Prozent, weil der
Chip-Hersteller hochgesteckte Erwartungen nicht erfüllen konnte.
Analysten hatten sich noch optimistischere Aussagen mit Blick auf
die Aussichten rund um Künstliche Intelligenz erhofft. Der Experte
Ingo Wermann von der DZ Bank wies zudem darauf hin, dass Musk
künftig nur noch auf Prozessoren des Wettbewerbers Nvidia
setzten wolle.
Am Dow-Ende büßten die A-Aktien der Google-Mutter Alphabet
vier Prozent ein. Der Suchmaschinenbetreiber Google
verliert im Zuge einer tiefgreifenden Umstrukturierung einige seiner
prominentesten KI-Experten. Dies lässt gerade jetzt, da sich der
Wettbewerb verschärft, Zweifel an der technologischen Führerschaft
in einem entscheidenden Wachstumsbereich aufkommen.
Die Anteilscheine von Booking Holdings gewannen fast
sieben Prozent. Die Anleger reagierten positiv auf die Buchungslage
bei dem Online-Reiseportal.
An der Nasdaq-100-Spitze schnellten die Anteilscheine von Shopify
um 17 Prozent in die Höhe. Das E-Commerce-Unternehmen
hatte mit seinem Umsatz im dritten Geschäftsquartal positiv
überrascht. Dies bestärkte die Annahme, dass das Unternehmen nur in
begrenztem Umfang von der Verdrängung durch Künstliche Intelligenz
betroffen sein dürfte.
Aus dem Pharmabereich hob sich Eli Lilly mit einem
Anstieg um fast fünf Prozent positiv vom europäischen Konkurrenten
Novo Nordisk ab, bei dem Anleger enttäuscht auf eine
erhöhte Prognose reagiert hatten. Bei den Amerikanern war die
Reaktion auf ein erneut angehobenes Umsatzziel wegen Gewichtssenkern
deutlich besser./la/he