Aktien New York: Iran-Hoffnungen sorgen für Rekorde bei Dow und S&P 500
Die am Vortag begonnene Rekordjagd der
US-Indizes Dow Jones Industrial und S&P 500
ist am Mittwoch in die nächste Runde gegangen.
Weiterhin stützt die Hoffnung auf eine Lösung im Iran-Krieg die
Kurse. Die Vereinigten Staaten, der Iran und der Oman stehen dem
US-Portal "Axios" zufolge kurz vor einer Übergangslösung zur Öffnung
der für die Handelsschifffahrt wichtigen Straße von Hormus.
Der Dow stieg zuletzt um 0,9 Prozent auf 54.580 Punkte. Für den
marktbreiten S&P 500 ging es geringfügig auf 7.740 Zähler nach oben.
Der technologielastige Nasdaq 100 büßte anfängliche
Gewinne ein und gab zuletzt um 0,4 Prozent auf 29.630 Punkte nach.
Derweil ist die Saison der Quartalsbilanzen in vollem Gang. So
erhöhte der Biotechkonzern Amgen nach einem starken
zweiten Quartal erneut die Prognose für das laufende Jahr. Damit
zogen dessen Aktien unter den besten Werten im Dow um gut vier
Prozent an.
Der Entertainmentkonzern Walt Disney hatte im
abgelaufenen Quartal von einem guten Geschäft seiner Freizeitsparte
sowie vom Videostreaming profitiert. Dies goutierten die Anleger mit
einem Plus in Höhe von fast vier Prozent.
Mit Blick auf den Technologie-Sektor ragte der Kursrutsch bei den
Aktien von SpaceX in Höhe von gut elf Prozent negativ
heraus. Tech-Milliardär Elon Musk hatte für seine Weltraum- und
KI-Firma mit einer erneut wagemutigen Aussage die Marke von einer
Billion US-Dollar Jahresumsatz in Aussicht gestellt. Auch
bekräftigte er Pläne, Rechenzentren in die Umlaufbahn zu bringen und
großen Telekommunikations-Anbietern über den
Satelliten-Internetdienst Starlink Konkurrenz zu machen. Doch
diesmal kauften die Investoren Musk die großen Versprechen nicht ab.
Papiere von AMD verloren mehr als sechs Prozent, weil
der Chip-Hersteller hochgesteckte Erwartungen nicht erfüllen konnte.
Analysten hatten sich noch optimistischere Aussagen mit Blick auf
die Aussichten rund um Künstliche Intelligenz erhofft. Der Experte
Ingo Wermann von der DZ Bank wies zudem darauf hin, dass Musk
künftig nur noch auf Prozessoren des Wettbewerbers Nvidia
setzten wolle.
Am Dow-Ende büßten die A-Aktien der Google-Mutter Alphabet
vier Prozent ein. Der Suchmaschinenbetreiber Google
verliert im Zuge einer tiefgreifenden Umstrukturierung einige seiner
prominentesten KI-Experten. Dies lässt gerade jetzt, da sich der
Wettbewerb verschärft, Zweifel an der technologischen Führerschaft
in einem entscheidenden Wachstumsbereich aufkommen.
Die Anteilscheine von Booking Holdings gewannen fast
sieben Prozent. Die Anleger reagierten positiv auf die Buchungslage
bei dem Online-Reiseportal.
An der Nasdaq-100-Spitze schnellten die Anteilscheine von Shopify
um mehr als 19 Prozent in die Höhe. Das
E-Commerce-Unternehmen hatte mit seinem Umsatz im dritten
Geschäftsquartal positiv überrascht. Dies bestärkte die Annahme,
dass das Unternehmen nur in begrenztem Umfang von der Verdrängung
durch Künstliche Intelligenz betroffen sein dürfte.
Aus dem Pharmabereich hob sich Eli Lilly mit einem
Anstieg um gut vier Prozent positiv vom europäischen Konkurrenten
Novo Nordisk ab, bei dem Anleger enttäuscht auf eine
erhöhte Prognose reagiert hatten. Bei den Amerikanern war die
Reaktion auf ein erneut angehobenes Umsatzziel wegen Gewichtssenkern
deutlich besser./la/he