ROUNDUP: Zalando passt Jahresprognose an - Aktie gibt am Dax-Ende kräftig nach
Zalando
Für die Aktie ging es zuletzt um rund 16 Prozent nach unten auf 24,33 Euro. Damit notierte der Anteilsschein am Dax-Ende. Seit Jahresbeginn hat das Papier fast vier Prozent verloren.
Nach Einschätzung von Experte Frederick Wild vom Analysehaus Jefferies sind die Ergebnisse angesichts hoher Erwartungen durchwachsen ausgefallen. "Kritisch" sieht er in diesem Zusammenhang, dass das Wachstum des Bruttowarenwerts des Online-Modehändlers unter dem Konsens liege.
Auch für Georgina Johanan von US-Bank JPMorgan ist das zweite Quartal schwächer als erwartet verlaufen. Sie rechnete bereits mit einer negativen Kursreaktion und wies insbesondere auf das geringere Wachstum des Bruttowarenvolumens hin.
Die Konzernführung um die beiden Co-Chefs Robert Gentz und David Schröder rechnet nun für 2026 mit einem Wachstum bei Umsatz und Bruttowarenvolumen (Gross Merchandise Value, GMV) in der unteren Hälfte der prognostizierten Spanne von 12 bis 17 Prozent.
Beim bereinigten operativen Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) sollen es nun 680 bis 720 Millionen Euro werden. Zuvor standen hier 660 bis 740 Millionen auf dem Zettel. Das Management zeigt sich laut Mitteilung dabei "noch zuversichtlicher", die Mitte der operativen Spanne zu erreichen. Grund dafür seien Synergieeffekte, Vorteile aus der Logistik-Umstrukturierung im zweiten Halbjahr sowie Sparmaßnahmen und weiteres Wachstum im margenstarken Partner-, Software- und Retail-Media-Geschäft.
Seine mittelfristigen Ziele für 2028 hatte Zalando zuletzt im März bestätigt. So strebt der Konzern mittelfristig eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate (CAGR) von 8 bis 13 Prozent für Bruttowarenvolumen und Umsatz sowie eine operative Marge (bereinigte Ebit-Marge) von 6 bis 8 Prozent an.
Im zweiten Quartal kletterte der Erlös dank Zuwächsen im Geschäft mit Privat- und Geschäftskunden um ein Fünftel auf 3,4 Milliarden Euro. Analysten hatten hier jedoch etwas mehr erwartet. Beim Bruttowarenvolumen wurde ein Anstieg um ebenfalls gut ein Fünftel auf 4,9 Milliarden Euro verzeichnet.
Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) verbesserte sich um 10 Prozent auf 205 Millionen Euro, was jedoch ebenfalls unter den Markterwartungen liegt. Die entsprechende operative Marge stieg um 0,5 Prozentpunkte auf 6,5 Prozent. Unter dem Strich verdiente Zalando 73,8 Millionen Euro, weniger als im Vorjahreszeitraum mit 96,6 Millionen.
Synergien aus der Integration von About You trugen laut Mitteilung mehr als 10 Millionen Euro zum Ergebnis bei. Die Zahl der aktiven Kunden und Kundinnen erhöhte sich auch durch den Kauf von About You auf einen neuen Höchstwert bei 62,5 Millionen. Zalando hatte den Online-Modehändler im vergangenen Sommer übernommen. Für 2026 strebt der Konzern ein Synergie-Ziel von 40 Millionen Euro an. 2028 sollen diese sich dann auf 100 Millionen pro Jahr belaufen, wie Zalando Mitte März mitteilte.
Im Kontext der Übernahme von About You rügte die Finanzaufsichtsbehörde Bafin den Konzern im Juli. Im Anhang des Konzernabschlusses hätten Angaben zu erworbenen About-You-Anteilen von einem nahestehenden Unternehmen gefehlt, das durch ein Zalando-Aufsichtsratsmitglied beherrscht werde, so die Bafin. Zalando bestätigte, dass die Angaben fehlten. Hierbei handele es sich um einen rein formalen und materiell unwesentlichen Aspekt des Konzernanhangs, hieß es dazu in einer Stellungnahme.
Zu Jahresbeginn hatte der Konzern die Schließung seines Logistikzentrums in Erfurt mit 2.700 Beschäftigten angekündigt. Es ist eines von vier Logistikzentren in Europa, die im Zuge der Übernahme von About You geschlossen werden sollen. Die Schließung in Erfurt wurde von der Thüringer Landespolitik kritisiert./err/tav/jha/
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AXC0121 2026-08-04/10:22
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