ROUNDUP/Aktien New York Schluss: Dow steigt gen Rekord - Kein Angriff auf Iran
An der Wall Street haben der Dow
und der S&P 500 zum Wochenauftakt Anlauf auf ihre
Rekordhochs genommen. Die Absage neuer Angriffe auf den Iran durch
die Vereinigten Staaten verlieh am Montag den beiden viel beachteten
Indizes und dem New Yorker Aktienmarkt insgesamt Rückenwind.
Insbesondere die zuletzt etwas ins Hintertreffen geratenen
Technologiewerte zogen deutlich an.
Für den technologielastigen Nasdaq 100 ging es um
1,78 Prozent auf 28.776,80 Punkte nach oben. Der Dow Jones
Industrial stieg um 1,32 Prozent auf 53.178,41 Punkte. Damit fehlt
dem Leitindex nicht mehr viel zum Rekordwert vom 7. Juli bei 53.289
Zählern. Der marktbreite S&P 500 gewann 1,48 Prozent auf 7.600,50
Zähler. Auch er befindet sich knapp unter seinem Höchststand.
US-Präsident Donald Trump bezeichnete neue Gespräche mit dem Iran
als "letzte Chance" für Teheran. Man befinde sich in Gesprächen -
und zwar auf Wunsch des Irans, sagte Trump im Weißen Haus. Er
bekräftigte, dass verschiedene Staaten die USA darum gebeten hätten,
der Diplomatie eine letzte Chance zu geben.
Trumps Darstellung zufolge drehen sich die Gespräche um die Öffnung
der für den internationalen Gas- und Ölhandel zentralen Straße von
Hormus. Demnach geht es darum, die Meerenge bis diesen Dienstag
vollständig zu öffnen. In einer zweiten Phase soll es seiner
Darstellung nach dann um die "Denuklearisierung" des Irans gehen -
das werde länger dauern, räumte Trump ein.
Unter den größten Gewinnern im Dow knüpften die Anteilscheine von
Amazon an ihren Kurssprung vom Freitag an und stiegen
am Ende um 4,6 Prozent. Sie traten damit erstmals in den exklusiven
Club derjenigen Konzerne ein, die an der Börse drei Billionen Dollar
oder mehr wert sind. Amazon profitiert derzeit vom aktuellen Boom
rund um Künstliche Intelligenz (KI) vor allem über die Cloud-Sparte
AWS, die der weltgrößte Anbieter von Rechenleistung aus dem Netz
ist. Im vergangenen Quartal stieg der AWS-Umsatz deutlicher als vom
Analysten im Schnitt erwartet.
Laut dem Experten Brent Thill vom Analysehaus Jefferies haben die
drei sogenannten Hyperscaler Amazon, Alphabet und
Microsoft einen Wendepunkt beim Umsatzwachstum
erzielt. Unter Hyperscaler versteht man sehr große Cloud-Anbieter,
die weltweit eine Recheninfrastruktur mit Servern betreiben. Die
Anteilscheine von Alphabet und die von Microsoft gewannen jeweils
fast fünf Prozent.
An der Dow-Spitze zogen die Papiere von Boeing um
acht Prozent an. Auch den Papieren des Flugzeugbauers kamen positive
Analystenkommentare zugute. So stufte Exane BNP Paribas die Aktien
auf "Outperform" hoch und rechnet so damit, dass sich die Papiere in
den kommenden zwölf Monaten besser als der Sektor entwickeln werden.
Sheila Kahyaoglu von Jefferies schrieb, das abgelaufene
Jahresviertel sei ein voller Erfolg gewesen. Im Kerngeschäft hätten
sich die Dinge weiter verbessert.
Zudem gab es für Boeing eine positive Unternehmensnachricht: Nach
jahrelangen Verzögerungen wurde nun eine Zulassung für das kleinste
Flugzeug der Modellfamilie 737 Max erteilt. Der Airbus-Rivale
kann jetzt Maschinen des Typs 737 Max 7 an Kunden
ausliefern.
Dagegen büßten die Anteilscheine von Chevron fast
zwei Prozent ein, Exxon-Mobil-Aktien gaben leicht
nach. Trump hatte beide Ölkonzerne wegen ihrer sprunghaft
gestiegenen Gewinne im Zuge der mit dem Iran-Krieg in die Höhe
geschnellten Ölpreise kritisiert.
Als Schlusslicht im S&P 500 knickten die Papiere von Marriott
International um rund sieben Prozent ein. Eine höhere
Gewinnprognose für das laufende Jahr war den Anlegern bei der
Hotelkette nicht genug gewesen./la/he