Wiener Börse (Mittag) - Tech-Vorgaben und Zahlen treiben ATX an / Gute Zahlen stützten RBI, OMV und RHI Magnesita dagegen verhalten
Angetrieben von guten Unternehmensergebnissen und starken Tech-Vorgaben hat der ATX am Freitag zugelegt. Der österreichische Leitindex notierte zu Mittag bei 6.532,14 Punkten und damit 1,20 Prozent im Plus. In gleicher Höhe dürfte der Wochengewinn ausfallen und die Juli-Bilanz nur geringfügig schlechter. Für den ATX Prime ging es zum Wochenausklang um 1,12 Prozent auf 3.215,33 Zähler hinauf. Das europäische Umfeld tendierte ebenfalls freundlich.
Inflationsdaten aus der Eurozone standen der Entwicklung nicht im Weg, auch wenn die Kernrate im Juli entgegen den Erwartungen leicht anzog. Den energiepreisbedingten Anstieg der allgemeinen Inflationsrate auf 2,9 Prozent hatten Ökonomen prognostiziert. Laut Jörg Krämer, Chefvolkswirt bei der Commerzbank, ist eine EZB-Zinserhöhung nach der Sommerpause überfällig. Er verweist auf die erhöhten langfristigen Inflationserwartungen der Verbraucher. Krämers Pendant von der VP Bank, Thomas Gitzel, stellt hingegen eine Zinsanhebung im September infrage, denn "klare Indizien für ernstzunehmende Zweitrundeneffekte gibt es bislang nicht."
Mit Blick auf die Unternehmensberichtssaison standen vor dem Wochenende noch die Veröffentlichungen der OMV, der RBI und der RHI Magnesita an. Nach einer zunächst verhaltenen Kursreaktion lagen die Aktienkurse aller drei Berichtenden zumindest moderat in der Gewinnzone.
Die RBI konnte mit einem kräftigen Gewinnwachstum aufwarten und übertraf damit die Erwartungen, was den Aktienkurs um 1,5 Prozent auf ein weiteres Rekordhoch steigen ließ. Analysten lobten die Ergebnisse der heimischen Bank. Joshua Stone von der Schweizer UBS hob eine starke Kernkapitalquote sowie solide Kernerträge und Volumentrends positiv hervor. Auch Erste-Analyst Thomas Unger sprach von besser als erwartet ausgefallenen Zahlen. Er verwies aber auf die starke Kursentwicklung der vergangenen Wochen, die bereits positive Entwicklungen wie die Rasperia-Klage und die Addiko-Übernahme reflektieren würde.
Vergleichsweise verhalten fiel die Reaktion auf die Zahlen der OMV aus, die Titel des Chemie- und Energiekonzerns legten um 0,4 Prozent zu. Die OMV hat im zweiten Quartal 2026 einen kräftigen Anstieg im operativen Geschäft verbucht. RBC-Analyst Adnan Dhanani sprach in einer ersten Reaktion von soliden Zahlen des heimischen Ölkonzerns, die selbst die durch das jüngste Trading-Update erhöhten Erwartungen übertroffen hätten. Der starke Beitrag von Borouge International sollte ermutigend wirken, zusammen mit der anhaltenden Stärke bei den Margen, so der Experte. Als leichten Wermutstropfen nannten Analysten den operativen Cashflow, der unter dem Konsens lag, was jedoch zumindest teilweise durch den hohen Borouge-Beitrag erklärbar sei, der nicht in den Cashflow einfließt.
Anteilsscheine der RHI Magnesita verteuerten sich um 0,9 Prozent. Der Feuerfestkonzern hat in der ersten Jahreshälfte 2026 trotz Umsatzrückgangs mehr Gewinn gemacht. Etwas Aufschwung im Stahlbereich, während die Schwäche im Industriebereich anhält, fasste RBC-Analyst Mark Fielding das Zahlenwerk zusammen. Er erwartet keine größeren Änderungen der Konsensschätzungen.
Andritz legten inzwischen nach dem gestrigen Rekordsprung um 0,9 Prozent auf 81,90 Euro zu. Die Deutsche Bank hatte als Reaktion auf die Quartalszahlen des Anlagenbauers ihr Kursziel von 90 auf 95 Euro angehoben. Analyst Lars Vom-Cleff bestätigte zudem seine Kaufempfehlung und erwartet, dass Andritz den starken Auftragsbestand ab dem kommenden Jahr in margenstärkere Umsätze ummünzen könne.
AT&S knüpften mit plus 2,5 Prozent an ihre Erholungsbewegung vom Vortag an, noch deutlichere Kursgewinne wurden aber im Vormittagsverlauf wieder abgegeben. Starke Vorgaben lieferten die internationale Technologieaktien. Verbund erholten sich um deutliche 3,2 Prozent, sie hatten Vortags negativ auf Quartalszahlen reagiert.
spa/mik
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