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ROUNDUP 4: Hensoldt verdoppelt Aufträge - Aktie dennoch deutlich im Minus

(neu: Kursentwicklung, Analystenstimme)

TAUFKIRCHEN (dpa-AFX) - Die Aufrüstung der Nato-Staaten beschert Hensoldt eine hohe Nachfrage. "Die politischen Entscheidungen für höhere Verteidigungsausgaben konkretisieren sich nun in unserem Auftragsbuch", sagte Firmenchef Oliver Dörre am Freitag zur Vorlage von Geschäftszahlen in Taufkirchen. In den ersten sechs Monaten verdoppelte der Rüstungselektronikkonzern seinen Auftragseingang auf 2,8 Milliarden Euro. Die im MDax notierte Aktie gab am Vormittag trotzdem nach. Damit ist die jüngste Erholung zunächst beendet.

Die seit September 2020 an der Börse notierte Aktie war im Juni im Zuge einer Sektorschwäche bis auf rund 64 Euro zurückgefallen, konnte sich in den vergangenen Wochen von den Verlusten aber bis auf 86 Euro erholen. Am Freitag fiel der Kurs in den ersten Handelsminuten um rund sechs Prozent. Damit rutschte die Aktie in Richtung der charttechnisch interessanten 21-Tage-Linie, die kurzfristige Unterstützung signalisiert. Zuletzt stand noch ein Minus von 3,1 Prozent auf 81,38 Euro zu Buche. Im laufenden Jahr legte der Kurs um fast elf Prozent zu.

Mit dem aktuellen Niveau liegt das Papier aber ein Drittel unter dem Rekordhoch von fast 118 Euro aus dem Herbst vergangenen Jahres. Hensoldt war im Zuge der Rally von Rüstungsaktien infolge des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine kräftig gestiegen. Der Emissionspreis im Herbst 2020 hatte gerade mal bei 12 Euro gelegen. Hensoldt wird an der Börse derzeit mit etwas mehr als neun Milliarden Euro bewertet. Das Unternehmen hat mit dem Bund und dem italienischen Rüstungskonzern Leonardo , die jeweils etwas mehr als 25 Prozent halten, zwei Großaktionäre.

JPMorgan-Analyst David Perry bezeichnete Hensoldt als das "am höchsten bewertete Rüstungsunternehmen in unserem Analyseuniversum". Zwar hält er das Produktportfolio nach wie vor für hervorragend, unter den deutschen von ihm beobachteten Unternehmen sieht er allerdings woanders mehr Aufwärtspotenzial. Das Zahlenwerk zum ersten Halbjahr fiel aus seiner Sicht ohne Überraschungen aus.

Insgesamt sitzt Hensoldt auf Bestellungen im Rekordwert von 10,4 Milliarden Euro. Der Umsatz stieg im ersten Halbjahr um 23,6 Prozent auf 1,17 Milliarden Euro. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) kletterte um 28,5 Prozent auf 137 Millionen Euro nach oben. Die entsprechende Marge betrug 11,8 nach 11,3 Prozent ein Jahr zuvor.

Alles in allem hatten Analysten etwas weniger erwartet. Obwohl der bereinigte freie Barmittelzufluss laut Hensoldt zu diesem Zeitpunkt des Jahres typischerweise auf dem tiefsten Stand ist, verbesserte er sich dank Anzahlungen von minus 181 Millionen auf minus 136 Millionen Euro.

Hensoldt konnte unter anderem mit Vertragserweiterungen für Eurofighter-Mk1-Radare sowie Großaufträgen zur Ausstattung der Panzermodelle Puma und Schakal punkten. Neben Bestellungen der Bundeswehr waren auch Orders aus anderen europäischen Staaten ein Treiber. Besonders das Optronik-Segment entwickelte sich stark, aber auch die Geschäfte mit Sensoren liefen gut.

An den Jahreszielen hält Hensoldt in der Folge fest. So soll der Umsatz etwa 2,75 Milliarden Euro erreichen, die bereinigte operative Marge dürfte zwischen 18,5 und 19 Prozent liegen. Im Restjahr werde die Marge also spürbar ansteigen, da sich Auslieferungen und Abnahmen auf das zweite Halbjahr und insbesondere das vierte Quartal konzentrieren, hieß es weiter./niw/mis/zb/niw/jha/

 ISIN  IT0003856405  DE000HAG0005

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Relevante Links: HENSOLDT AG, Leonardo S.p.A.

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